Schüler mit dem Tode bedroht

Mobbing per „WhatsApp“: Oberschule greift durch

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Über den Messengerdienst „WhatsApp“ werden Schüler oft gemobbt – auch an der Visselhöveder Oberschule.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Die Oberschule Visselhövede macht jetzt Nägel mit Köpfen was den Umgang der Schüler mit dem Messenger-Dienst „WhatsApp“ angeht. „Wir bringen rigoros alle Formen des Cyber-Mobbings bei der Polizei zur Anzeige“, informierte Rektor Gerard Dyck den Schulausschuss.

Hintergrund sind laut Dyck „drei gravierende Vorfälle“ in den vergangenen Wochen, bei denen Schüler sogar mit dem Tode bedroht worden seien. „Wir haben sofort sehr hart reagiert, die Schüler vom Unterricht ausgeschlossen, die Eltern informiert und die Polizei eingeschaltet“, so der Schulleiter, der nach eigener Aussage in den vergangenen Tagen fast Stammgast in der Wache am Marktplatz war.

In den beiden Einrichtungen der Schule an der Lönsstraße und Auf der Loge ist jetzt eine Arbeitsgruppe von Lehrern aktiv, die sich um die Problematik kümmern wird. „Denn wir werden ab sofort eine klare Linie fahren“, macht Dyck aus seiner künftigen harten Haltung keinen Hehl. „Dafür ist zuletzt einfach zu viel passiert.“ Durch den Selbstmord eines Schülers, der aber nichts mit Mobbing über „WhatsApp“ zu tun gehabt habe, seien Schüler und Lehrer „schon arg gebeutelt und schockiert“, so dass mögliche schlimme Konsequenzen bereits im Keim erstickt werden sollen.

Polizei informiert

„Zum Glück haben uns einige betroffene Schüler rechtzeitig ihr Leid geklagt. Wir haben die Daten gesichert und den Chatverlauf fotografiert, die Eltern des Absenders und natürlich die Polizei informiert“, erklärte Dyck dem Ausschuss. Anzeigepflichtig seien vor allem die Straftatbestände Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, Stalking und natürlich Bedrohung. Aber auch das Recht am eigenen Bild werde zu oft ignoriert.

Neben einer mehrtägigen Suspendierung der mobbenden Schüler, stehen auch mehrmonatige Handyverbote auf der Liste möglicher Maßnahmen. „Wir als Schule müssen uns schützen“, so Dyck, der auch den an der Einrichtung tätigen Sozialarbeiter mit ins Boot geholt hat. „Da ist der Draht für die Opfer vielleicht manchmal enger als zu den Lehrern.“

Aber auch die Täter will die Schulleitung nicht einfach so fallen lassen. „Wir müssen ihnen auch eine Chance geben, wieder in den Kreis ihrer Mitschüler zurückzukehren.

Auch wenn sie sich ihres Handelns nicht so recht bewusst sind, müssen sie wissen, welche Konsequenzen sie erwarten, wenn sie Mitschüler über ,WhatsApp‘ mobben“, erläuterte Dyck. Leider sei die niedrige Hemmschwelle, mal eben etwas ins Smartphone zu tippen, eine große Gefahr für den Schulfrieden, und dem müsse man irgendwie begegnen.

„WhatsApp“ ist ein 2009 gegründeter Instant-Messaging-Dienst, der seit 2014 Facebook gehört. Benutzer können über „WhatsApp“ Textnachrichten, Bild-, Video- und Ton-Dateien sowie Standortinformationen, Dokumente und Kontaktdaten zwischen zwei Personen oder in Gruppen austauschen.

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