Ingo Richter betreibt eine sehenswerte Yucca-Ranch

Manchmal sitzt der Stachel tief

Ingo Richter (r.) erläutert Besuchern die Aufzucht seiner Stechpflanzen. - Foto: Kirchfeld

Jeddingen - Eine Steinwüste samt Lavasteinen, Kakteen und Agaven mitten in der norddeutschen Tiefebene? Ja, das gibt es. Die sogenannte Yucca-Ranch von Ingo Richter zieht regelmäßig zahlreiche Schaulustige nach Jeddingen, vor allem im Rahmen der Initiative des Tourismusverbands Tourow „Private Gärten entdecken und erleben“.

„Alle zehn Minuten kommen dann Besucher, so sind es am Tag rund 80 bis 90 Gäste“, berichtete der Jeddinger, der dann immer zahlreiche Fragen rund um die stacheligen Gewächse beantwortete. „Können denn alle Kakteen hier überwintern?“, fragte staunend ein Ehepaar aus Rotenburg. Nein, nur einige. 

Für die anderen gibt es ein Gewächshaus, in dem auch die Nachzucht groß wird. Andere wiederum, die keinen Frost abkönnen, kommen ins Haus der Familie Richter. „Der eine Topf wiegt schon 40 Kilo, den wuchtet man nicht mehr so leicht“, so der Kakteen-Fachmann, der ein Lied davon singen kann, die Pflanzen im hiesigen Klima großzuziehen. Denn Kakteen lieben nicht gerade die oft feuchte und kühle Luft.

Richter berichtet von einer seiner Agaven, die, wie er vermutet, bald blühen wird. „Diese Pflanzen treiben nach rund 30 Jahren nur einmal in ihrem Leben eine Blüte, die bis zu fünf Meter groß werden kann. Wenn die Antenne verblüht, geht die Pflanze ein, da sie ihre ganze Kraft in die Blüte steckt.“ Dafür gibt es aber jede Menge Samen, die für die Nachzucht sorgen.

In Mexiko wird der Schnaps Tequila aus dem Saft der Agavenblätter gewonnen, doch „soweit gehe ich nicht“, so Richter. Dennoch hat sich aus der Liebhaberei ein kleiner Nebenerwerb entwickelt, denn die Ableger sind heiß begehrt und werden von dem hauptberuflichen Steuerberater mittlerweile auch im Internet vertrieben. Dicht an dicht stehen die kleinen und großen stacheligen Pflanzen im Gewächshaus, in dem dann von April bis Oktober ständig Hochsommer herrscht.

Der einzige Nachteil: So schön die Kakteen, Agaven und Yuccapalmen auch aussehen, sie haben alle Stacheln. „Ja, ich wurde schon oft gestochen. Erst neulich war es wieder soweit: Ein Stachel piekste bis auf den Knochen. Ich konnte drei Tage das Handy nicht in der Hand halten. Doch die Schlimmsten sind die mit Widerhaken, von denen man nicht wirklich loskommt!“

Aber das sei von der Natur durchaus gewollt, denn dadurch könnten sich die Pflanzen ungehindert vermehren. Dennoch würde der 47-Jährige nie von seinem stacheligen Hobby lassen, vielmehr sucht er regelmäßig im Internet, um weitere Exoten aufzuspüren.

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