Bundesweit einmalige Beratung zum Thema Ökolandbau als Ausgleichsfläche

Kindler: „KÖN leistet wichtige Pionierarbeit“

Bundestagsabgeordneter Sven-Christian Kindler (Mitte) ließ sich von Andreas Jessen (v.l.), Eva Meyerhoff, Carolin Grieshop und Bettina Frieben über das Projekt informieren. - Foto: Stegmann

Visselhövede - Das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) in Visselhövede ist bundesweit einzigartig. Dort geben sich auch Politiker regelmäßig die Klinke in die Hand, um sich über den Ökolandbau zu informieren. Jüngstes Beispiel: MdB Sven-Christian Kindler (Grüne) bekam Erläuterungen zum Thema „PIK durch Ökolandbau“. Dafür ist das Visselhöveder Zentrum die einzige Beratungsstelle in Deutschland.

Der etwas sperrige Begriff steht für „Produktionsintegrierte Kompensation“. Die könne angewendet werden, wenn durch den Bau einer Wohnsiedlung, einer Straße oder eines Gewerbegebietes Flächen versiegelt werden und das Bundesnaturschutzgesetz Ausgleichsflächen vorschreibe, heißt es in einer KÖN-Mitteilung. Normalerweise würden zum Ausgleich Flächen aus der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung genommen. „Sie werden stillgelegt oder aufgeforstet. Seit einigen Jahren ist jedoch auch die Umstellung auf Ökolandbau als Ausgleich anerkannt, weil Ökolandbau als Natur schonende Bewirtschaftung gilt“, heißt es weiter. „Das ist eine gute Sache,“ sagte Sven-Christian Kindler, „damit würdigt PIK die besondere Naturschutzleistung des Ökolandbaus. Das KÖN leistet wirklich echte Pionierarbeit.“ Niedersachsen hat die Chance, die „PIK durch Ökolandbau“ bietet, schon früh erkannt. Das Land fördert unter anderem die Information und unterstützt die Umsetzung. Diese Aufgabe hat das KÖN übernommen. Die Projektleiterin Dr. Bettina Frieben berät zum Thema und begleitet die Verfahren. Sie ist Ansprechpartnerin für Behörden, Kommunen und Landwirte.

„Das ganze Thema ist noch viel zu wenig bekannt“, sagte KÖN-Geschäftsführerin Carolin Grieshop. Dabei habe es für alle Beteiligten nur Vorteile. „Denn damit gehen der Landwirtschaft keine Flächen verloren“. Sven-Christian Kindler will sich als haushaltspolitischer Sprecher der Grünen in Berlin nicht nur dafür einsetzen, dass „PIK durch Ökolandbau“ bekannter werde, sondern auch dafür, dass der Ökolandbau allgemein stärker gefördert werde. „Das Bundesprogramm ökologischer Landbau muss auf 60 Millionen Euro erhöht werden“, forderte er. Denn „die Zukunft der Landwirtschaft liegt im Ökolandbau“. Das Bundesprogramm Ökolandbau hat aktuell einen Etat von nur 17 Millionen Euro. - jw

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