Neues Konzept für die Visselquelle 

Kampf gegen die Algenplage

Jan Tatzel von der Bremer Firma Polyplan stellte seine Ideen vor, wie der Teich der Visselquelle mitten in der Stadt durch einen Kiesfilter von den Algen befreit werden kann. - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. Ein dicker Teppich voller sogenannter Entengrütze verdeckt zurzeit das eigentliche Problem des Visselquellen-Teichs mitten in der Stadt: Denn nach wie vor bevölkern die vom Grund wachsenden Algen zu tausenden das rund einen Meter tiefe Gewässer. Jetzt soll ein großer Kiesfilter für bessere Wasserqualität sorgen.

Der Visselhöveder Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung und Kultur gab jedenfalls grünes Licht, der Bremer Firma Polyplan gut 3.600 Euro für die weitere Entwurfsplanung zu genehmigen.

Findet die in einigen Monaten den Gefallen der Ratsmitglieder, könnte ein weiterer Auftrag folgen, der dann insgesamt ein Volumen von rund 100.000 Euro umfassen würde, aber auch eine Umgestaltung des Parks beinhaltet. Bei der Stadtverwaltung erhofft man sich allerdings einen Zuschuss von der EU-Region Hohe Heide von 55 Prozent, und Bürgermeister Ralf Goebel rechnet damit, dass auch die Kirche als Eigentümer des Parkgrundstücks mit den Ur-Bäumen und dem dazwischen idyllisch gelegenen Teich das Portmonee nicht geschlossen lässt.

Kiesfilter soll das Phosphat binden

Kernstück einer möglichen Sanierung ist ein etwa 80 Quadratmeter großer Kiesfilter, der das Phosphat binden soll. Denn dieser Stoff ist der eigentliche Grund für das ungehemmte Algenwachstum. „Der Kiesfilter liegt rund zehn Zentimeter unter der Wasseroberfläche und ist damit nicht zu sehen. Der Bereich wird durch eine Steinschüttung vom übrigen See getrennt, die ebenfalls unter der Oberfläche verschwindet“, erläuterte Jan Tatzel von der Firma Polyplan die Idee.

Unter dem Kiesfilter sind Drainagerohre verlegt, die in einem Schacht gebündelt werden. Von dort soll eine Pumpe das gereinigte Wasser wieder in den Quellstein fördern. „Durch die Drainage sorgen wir für eine Art Unterdruck, so dass das Wasser des eigentlich strömungsarmen Teichs in den Filterbereich fließt“, so der Fachmann. Berechnungen hätten ergeben, dass rund 65 Kubikmeter Wasser am Tag so gereinigt werden könnten. Währenddessen nur 43 Kubikmeter aus dem Grundwasser zufließen. „Dadurch können wir den Phosphatanteil um ein ganzes Stück senken. Ganz werden wir ihn aber nicht wegbekommen, da immer nährstoffhaltiges Wasser nachfließt“, dämpfte Tatzel übermäßige Erwartungen. Der rechnet nach dem Einbau des Filters mit einer Phosphatbelastung von nur noch 0,02 Milligramm pro Liter des 410 Quadratmeter großen Teichs „Jetzt sind es 0,8 Milligramm aus dem normalen Zulauf durch das Grundwasser.“

Grünes Licht für weitere Planung

Noch schlechtere Qualität hat das Wasser, das in den vergangenen Jahren durch eine Pumpe gefördert und per Fontäne dem kleinen See zugeführt wurde. „Man war der irrigen Annahme, dass durch die Bewegung mehr Sauerstoff eingeleitet werden würde und damit das Algenwachstum gebremst werde. Aber das Wasser ist mit 1,2 Milligramm Phosphor pro Liter belastet. Das hat also gar nichts gebracht“, erklärte Tatzel.

Die Wasseraufbereitung allein kostet aber nur rund ein Drittel der kalkulierten Summe. Tatzels Pläne sehen auch eine Neugestaltung des Nordufers an der Kirche vor, die Anlage eines Weges zum Gewässer und eine Aufweitung des Teichs mit weiteren Zugängen im Südwestbereich, wo der Teich in einen kleinen Bachlauf mündet. „Sitzgelegenheiten und eine neue Ufergestaltung am Wasserlauf runden das Gesamtbild ab“, warb der Experte für seine Idee.

Volker Carstens (CDU), der sich der Stimme enthielt, sieht die ganze Geschichte mehr als skeptisch: „Im Augenblick sieht das Gelände recht ungepflegt aus. Wir geben eventuell viel Geld für Maßnahmen aus, die später auch gepflegt werden müssen. Ob das dann klappt, bezweifele ich.“

Hanne Meier-Zindler vom Kirchenvorstand betonte bezüglich einer möglichen Bezuschussung, dass „die Kirchengemeinde kein Geld“ habe für derartige Arbeiten. Bürgermeister Goebel will jetzt mit dem Kirchenamt in Verden Kontakt aufnehmen, um dort nach Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung zu fahnden.

Die Firma Polyplan wird sich an die weitere Planung machen und dem Ausschuss die Ergebnisse demnächst vorstellen.

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