Birgitt Schließer aus Berlin ist Stammgast im Vissel-Bad

Goldener Totenkopf für den Bikini

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Obwohl sie in der Weltstadt Berlin lebt, zieht es Birgitt Schließer (l.) immer wieder in ihre alte Heimat, um im Vissel-Bad nach neuen Schwimmabzeichen zu jagen. Den goldenen Totenkopf gab es von Badleiterin Gitta Brunkhorst. 

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Du hast nur noch zwei Minuten. Das schaffst du!“ Gitta Brunkhorst, Leiterin des Visselhöveder Hallenbades, feuert Birgitt Schließer energisch an. Dabei hat die 49-Jährige verbale Unterstützung kaum nötig, denn ganz locker krault sie mit einer Linksatmung im Wasser – und das nach zwei vollen Stunden. Schließer macht das goldene Totenkopfabzeichen, eher eine Seltenheit im Vissel-Bad.

Die Berlinerin, eine geborene Köhler, ist regelmäßig Gast in Visselhövede, da sie aus Riepholm stammt und ihre Eltern noch immer in dem kleinen Örtchen leben. Bei jedem Besuch packt sie neben ihren beiden Kindern auch ihre Schwimmsachen ein, um im Hallenbad ihre Bahnen zu ziehen. „Die Leute hier wissen gar nicht, was für ein Juwel sie mit dem Bad vor Ort haben. Hier kann man toll seinem Sport nachgehen und auch für die Kinder wird etwas geboten“, findet Schließer – noch ein bisschen außer Atem – nur lobende Worte für das Vissel-Bad. „In Berlin sehen die öffentlichen Bäder offenbar ganz anders aus“, freut sich auch Gitta Brunkhorst über die Besuche der frischgebackenen Totenkopfschwimmerin.

Für das begehrte Abzeichen mit dem Schädel und den beiden gekreuzten Knochen darunter hat Schließer nicht nur in der Heimat Berlin trainiert, sondern fast täglich im Vissel-Bad. Die Anforderungen hören sich zunächst ganz einfach an: Zwei Stunden nonstop schwimmen – nicht mehr und nicht weniger. „Nur wenn man dann im Wasser ist, vergehen die Minuten dann eben doch nicht wie im Fluge“, stellt Gitta Brunkhorst klar. Und eines müssten potenzielle Nachahmer auch noch wissen: „Man muss sich während dieser beiden Stunden schwimmend fortbewegen und nicht nur auf dem Rücken liegend baden. Und: Den Beckenrand anfassen, ist nicht!“ Da ist Brunkhorst dann doch ein bisschen streng. Der Totenkopf ist allerdings ebenso wie das Seepferdchen, das Neuschwimmer verliehen bekommen, kein offizielles vom Deutschen Schwimmverband herausgegebenes Symbol. Zu denen gehören nur das Bronze-, Silber- und Goldabzeichen. „Aber dennoch gibt es schon mal Anfragen nach den Totenköpfen“, berichtet Brunkhorst. Auch dort gebe es eine Staffelung: Den schwarzen Totenkopf gibt es für eine Stunde schwimmen ohne Halt, den silbernen für eineinhalb Stunden und den goldenen für 120 Minuten.

„Ich persönlich finde, dass das keine besondere Leistung ist“, gibt sich Birgitt Schließer bescheiden. Sie sei zwar ein wenig aufgeregt gewesen, aber wenn es Probleme gegeben hätte, „wäre ich halt einfach aus dem Wasser gestiegen“. Aber die Kondition hat gereicht, „auch wenn nach einer guten Stunde die Beine sich ein wenig schlapp angefühlt haben. Aber dann habe ich den Rhythmus gefunden“. Jetzt heißt es für die zweifache Mutter, die zu Weihnachten 50 Jahre alt wird, zu Nadel und Faden zu greifen und den goldenen Totenkopf an den Bikini zu nähen.

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