Einwohnerin stören Rathaus-Öffnungszeiten 

„Ein bisschen mehr Service wäre schon schön“

Bürgermeister Ralf Goebel hält die Zeiten für ausreichend, da auch individuelle Termine vereinbart werden können. - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Die Öffnungszeiten sind kein Stück bürgerfreundlich“, schimpft Astrid Winzer, als sie vor der verschlossenen Tür des Visselhöveder Rathauses stand. „Unsere Verwaltung ist für die Einwohner der Stadt immer gut zu erreichen“, hält Bürgermeister Ralf Goebel allerdings dagegen.

Was war passiert? Wegen einer bevorstehenden Reise wollte Astrid Winzer ihren Pass im Bürgerbüro verlängern lassen. Kurz vor 8 Uhr stand sie nach ihren Angaben aber vor einer verschlossenen Rathaustür. Auf dem Schild daneben konnte sie schwarz auf weiß die Öffnungszeiten nachlesen: montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr. „Aber das kann es ja nicht sein. Während dieser Zeiten kann doch kein Arbeitnehmer die Dienstleistungen des Rathauses in Anspruch nehmen ohne Urlaub zu beantragen oder auf den guten Willen des Chefs angewiesen zu sein. Ein bisschen mehr Service wäre schon schön“, so Winzer.

Nun ist sie beruflich zwar ihr eigener Chef und könnte mal kurz von der Goethestraße zum Marktplatz flitzen, „aber ich kann doch meinen Friseursalon nicht einfach abschließen. Auch wenn es nur für eine halbe Stunde ist.“

Bürgermeister Goebel hingegen betrachtet seine Verwaltung sehr wohl als bürgerfreundlich: „In meiner gut zweijährigen Amtszeit wurde nichts an den Öffnungszeiten des Rathauses geändert, und Beschwerden gab es bisher kaum.“ In der Regel seien die Zeiten für die breite Masse der Bevölkerung ausreichend. „Und außerdem steht einer individuellen Terminvereinbarung bei den meisten Sachbearbeitern unseres Hauses nichts im Wege.“

Das werde sicherlich nicht nach 18 Uhr sein, aber „wir sind schon recht flexibel“. Ein Anruf genüge und es werde eine Lösung gefunden. „Das gilt auch für die Verlängerung von Pässen und dergleichen“, so Goebel.

Ein mobiles Rathaus nach dem Vorbild des Städtchens Bonndorf im Schwarzwald werde es in Visselhövede jedoch nicht geben. Dort packt eine Mitarbeiterin des Bürgerbüros alles, was für Passverlängerungen und dergleichen gebraucht wird, in einen kleinen Koffer, der mit Technik vollgestopft ist. Selbst biometrische Fotos oder Fingerabdrücke können bei den Bürgern daheim gemacht und abgenommen werden. „Das ist für uns zurzeit keine Option. Ich denke, dass wir mit unserem Service für die Bürger ganz gut aufgestellt sind“, betont Ralf Goebel.

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