Dreeßel: 14 Tiere tot, neun schwer verletzt, drei fehlen

Massaker auf Schafweide: War es ein Wolfsrudel?

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Ein Wolf hat ein Schaf getötet: Ein ähnliche Szene könnte sich in der Nacht zum Montag auf einer Weide nahe Dreeßel abgespielt haben.

Dreessel - Von Jens Wieters. Eine grausige Entdeckung hat der Jeddinger Rainer Meinke, Eigentümer einer ehemals 50 Köpfe zählenden Herde Schwarzkopf- und Texelschafe am Montag gemacht: 14 seiner Tiere sind tot, neun liegen schwer verletzt im Gras der Weide im Schafwinkeler Moor bei Dreeßel, und drei Tiere fehlen ganz. „Ich kann einen Wolfsangriff nicht ausschließen“, sagt Jürgen Cassier, Wolfsbeauftragter des Landkreises Rotenburg, der sich vor Ort einen Überblick über das Ausmaß der Attacke machte.

„Der Wolf, oder was es auch immer war, hat richtig gewütet“, sagt Meinke, der immer noch unter Schock steht. „Die meisten Schafe, darunter auch tragende Tiere, wurden durch einen Biss in die Kehle getötet. Es sieht so aus, als ob der Angreifer in einer Art Blutrausch von Schaf zu Schaf gegangen ist“, so der Tierhalter. Die inneren Organe der größere Lämmer seien durch Hin- und Herschleudern regelrecht zerfetzt worden.

„Es muss alles in der Nacht von Sonntag auf Montag passiert sein“, vermutet der Schafhalter. Er sei am Vormittag auf seine Weide gekommen und habe sich gewundert, dass die kleinen Lämmer ihn nicht wie sonst freudig begrüßt hätten. „Da wusste ich sofort, dass etwas passiert sein muss.“ Ein paar Schritte weiter habe er dann die toten und verletzten Schafe entdeckt. „Einige haben sogar noch versucht, über den Zaun zu entkommen, wurden aber im angrenzenden Wald getötet.“

Die übrig gebliebenen Tiere wurden jetzt in die Nähe des Dorfes Dreeßel getrieben, wo sie durch einen höheren Zaun geschützt werden sollen. „Bisher hatte ich einen 80 Zentimeter hohen Zaun. Das muss ich jetzt ändern“, setzt Meinke auf einen besonderen Wolfschutzzaun. Der werde bereits in den nächsten Tagen auch mit Hilfe des Naturschutzbundes (Nabu) aufgestellt, so Jürgern Cassier.

Gemeinsam mit Fachleuten der Rotenburger Kreisverwaltung hatte er am Montag DNA-Proben von den toten Tieren genommen. „Die werden nach Hannover geschickt, um zu klären ob es tatsächlich Wölfe waren.“

Grundsätzlich will Cassier einen Angriff einer ganzen Familie Isegrim aber nicht ausschließen: „Nach ersten Ermittlungen und der Faktenlage könnte es so sein.“ Aber spekulieren will er nicht. Sicher sei, dass der Abstand der beiden Reißzähne in den Verletzungen der toten Schafe mehr als vier Zentimeter beträgt. „Das deutet auf ein sehr kräftiges Tier hin.“

Das wäre nach vereinzelten Rissen bei Ottingen und in anderen Teilen des Landkreises Rotenburg allerdings der schwerwiegendste Vorfall in dieser Region. „Klar ist auch, dass sich Jungtiere aus benachbarten Rudeln absetzen und durch unsere Region ziehen. Ob sie sich hier niederlassen, darüber liegen noch keine Erkenntnisse vor.“ Fakt sei aber auch, dass der Tisch für Wölfe gerade in der Region Odeweg, Dreeßel, Kirchwalsede, Weißenmoor reich gedeckt ist.

„Wir alle müssen jetzt recht wachsam sein und beobachten, ob sich eine solche Situation wiederholt“, so Cassier. Als erste Maßnahme rät er allen Schafhaltern für einen Grundschutz zu sorgen: „Eine Maschengeflecht, das mindestens einen Meter hoch ist und mit Strom gespeist wird. Das schreckt auch Hunde ab.“

Heiner Gerken aus Wittorf, hauptberuflicher Schäfer, hatte seine Tiere in der Nähe von Meinkes Schafen weiden lassen. „Allerdings mit Elektrodraht, den ich jetzt auch erhöhen werde.“ So habe sich das Rudel Wölfe wohl andere Opfer gesucht. Für Gerken steht es nämlich „ziemlich fest“, dass Wölfe für das Massaker verantwortlich sind: „Ich habe mir die toten Tiere angeschaut. Die Art, wie sie getötet wurden und dass der Pansen verschmäht wird, lässt Rückschlüsse auf einen oder mehrere Wölfe zu. Hunde töten anders.“

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