Vereinsgründung in Wittorf 

Bürger gehen in die Offensive

Rund 80 Einwohner verfolgten die Gründungsversammlung des Bürgervereins. - Fotos: Wieters

Wittorf - Von Jens Wieters. Im Jugendfußball müssen Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen gegründet werden. Dorfschulen werden wegen fehlender Kinder geschlossen, für Baugebiete gibt es kaum Interessenten: Die Zukunft der kleineren Dörfer sieht düster aus. So weit soll es in Wittorf nicht kommen. Mit Hilfe eines Bürgervereins wird nun das Ruder herumgerissen und das Leben im Dorf zukunftsorientiert gestaltet.

Der Verein hat sich jetzt gegründet und verzeichnet aus dem Stand mehr als 45 Mitglieder. „Das ist doch ein hervorragender Start“, jubelt Heiner Tamke, den die rund 80 Teilnehmer der Gründungsversammlung zum ersten Vorsitzenden des neuen Vereins wählten. Ihm zur Seite stehen Margret Puppa als zweite Vorsitzende und Bernd Kuhlmann bekleidet das Amt des dritten Vereinschefs. Schatzmeisterin ist Lena Heldberg und Schriftführerin Sandra Bammann.

„Im Beirat sitzen Vertreter aus allen Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen sowie aus dem Ortsrat“, erläutert Tamke, der es für sehr wichtig hält, dass der Verein künftig völlig „überparteilich“ agiert. Den weiteren Vorstand komplettieren die Beisitzer Lena Allermann aus der Dorfjugend, Rolf Guder, Peter Thom und Michael Heise.

„Nachdem der Visselhöveder Stadtrat im vergangenen Jahr das Aus unserer Dorfschule beschlossen hatte, haben sich einige Wittorfer überlegt, das unbedingt etwas getan werden müsse“, so Tamke über die erste Idee, einen Dorfverein zu gründen.

Denn die Wittorfer wollen es auch in Anbetracht dessen, dass die Bevölkerungszahl unter die 1 000er-Marke gefallen ist, nicht so einfach hinnehmen, dass ihr Dorf Stück für Stück ausblutet. „Wir wollen unseren Ort fit machen für eine lebenswerte Zukunft auch in einer kleineren Gemeinschaft. Das Dorf muss für Neubürger attraktiv werden“, gibt Tamke schon ein paar Ziele heraus.

Der Vorstand mit Lena Heldberg (v.l.), Heiner Tamke, Margret Puppa, Bernd Kuhlmann und Sandra Bammann.

Wie Wittorf sexy gemacht werden soll, darüber werden sich die Vereinsmitglieder jetzt bei vielen gemeinsamen Aktionen und Treffen Gedanken machen. „Wir hoffen auf viele Ideen aus allen Teilen der Bevölkerung, die wir sammeln und diskutieren werden“, verspricht der Bäckermeister. Dass die positive Entwicklung eines Dorfs natürlich nur Schritt für Schritt vorangehen kann, weiß auch Tamke: „Aber wir können mit kleineren Projekten in der Ortsgestaltung, einem Buswartehäuschen oder der besseren Vermarktung von Baulücken beginnen.“ Ganz oben auf der Agenda des jungen Vereins steht natürlich auch die Frage, was mit dem Schulgebäude geschieht, wenn die Kinder im Januar ausziehen und in Jeddingen unterrichtet werden. „Leerstand geht gar nicht“, stellt Tamke klar. Auch für eine Nachnutzung sei der Verein für Ideen oder Pläne dankbar.

Mitmachen können übrigens alle Wittorfer. Und der Vereinsbeitrag ist überschaubar: Einzelmitglieder zahlen 18 Euro im Jahr, Familien 30.

Zwar seien während der Gründungsversammlung nicht alle Anwesenden gleich eingetreten, aber sie hätten die Beitrittserklärungen mitgenommen. „Bei uns im Laden steht jetzt ein Kasten, in dem die Mitgliedschaftserklärungen eingeworfen werden können“, wirbt Tamke.

Die nächsten Treffen und der Termine des Vereins werden in unserer Zeitung und über einen E-Mail-Verteiler bekanntgegeben. Der Verein ist über die Adresse buergervereinwittorf@gmail.com zu erreichen.

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