Berufsorientierung in der Oberschule

Azubi im Handwerk: Nicht nur was für starke Jungs

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Beim Dachdecker Tobias Illie schnitt diese Schülerin Schieferplatten in die richtige Größe. 

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Das ist Männerarbeit, da brauchen wir nicht hin“, sagte Donnerstagmorgen eine Siebtklässlerin zur anderen und meinte den Stand des Autohauses Holst, an dem Schulkameraden gerade den Reifen eines Autos wechselten. „Ach, lass uns doch mal gucken, vielleicht macht das ja Spaß“, sagte das andere Mädchen. Und genau so sollte es sein beim Tag des Handwerks, den Wirtschaftsfachlehrerin Katrin Tipker in der Visselhöveder Oberschule organisiert hatte.

Initiiert wurde der Tag von der Kreishandwerkerschaft Rotenburg, die den in ihren Innungen organisierten Betrieben die Möglichkeit geben will, sich und ihre Ausbildungsberufe in Schulen zu präsentieren. Neben Betrieben, die über die Kreishandwerkerschaft ihre Teilnahme erklärt haben, hat die Schule noch einige Unternehmen aus Visselhövede zur Teilnahme motiviert, sodass eine Mischung aus neun verschiedenen Firmen und Gewerken zusammenkam.

Bei Torsten Burmester von der Firma Leskien durften verschiedene Baumaterialien erfühlt werden.

Der Tag des Handwerks richtete sich schwerpunktmäßig an die Jahrgänge sechs, sieben und acht, „Ziel der Veranstaltung ist. Dass sich die Schüler über die Betriebe in ihrer Heimatregion sowie insbesondere die dort angebotenen Ausbildungsberufe informieren können“, so Rektor Gerard Dyck.

Einige Betriebe waren sogar mit Auszubildenden vor Ort, sodass die Hemmschwelle, Fragen zu stellen, möglichst gering gehalten wurde. Darüber hinaus bekamen die Schüler an jedem Stand die Gelegenheit, eine Tätigkeit, die für den jeweiligen Beruf typisch ist, einmal selber auszuprobieren. So wurden bei Bäcker Tamke Kekse verziert, beim Dachdecker Illie Schieferplatten geschnitten oder am Stand der Firmen Alms & Bruns und Bostelmann per Kamera in weit verzweigte Rohrsysteme geguckt.

Da die teilnehmenden Betriebe auch immer auf der Suche nach neuen Auszubildenden sind, ergab sich für die Schüler, die noch nicht wissen, wie ihr beruflicher Weg nach dem Schulabschluss weitergehen wird, eine gute Möglichkeit der Kontaktaufnahme.

Leckere Dinge zum Vernaschen stellten die Schüler am Stand der Bäckerei Tamke her.

Die einzelnen Schülergruppen waren mit Zetteln unterwegs, um sich Notizen zu machen, die später als gesammelte Informationen zu einem Beruf von den Lehrern eingesammelt und als fachspezifische Leistung im Fach Wirtschaft bewertet werden.

„Eine rundum gelungene Sache, denn gerade im Handwerk sieht es nicht unbedingt rosig aus, was den Nachwuchs angeht“, betonte Cord Bostelmann. Der hatte aber auch einen kleinen Kritikpunkt zur Hand: „Schade, dass die neunten Klassen sich gerade im Betriebspraktikum befinden, denn das wären vielleicht die neuen Auszubildenen für 2017 oder 2018 gewesen.“

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