Alt, aber noch lange nicht still

Visselhövede stellt Sirenen auf Digitalfunk um 

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Die Stadt hat 17 Sirenen auf Digitalfunk umgerüstet. 

Visselhövede - Von Matthias Röhrs. Eigentlich sind sie ein Relikt aus der Nachkriegszeit, dennoch tun sie seitdem ihren Dienst in Visselhövede: die Sirenen, die bei großen Feuerwehreinsätzen in der Stadt und in den Ortschaften zu hören sind. Eigentlich wären sie ab Januar nicht mehr dienstfähig, doch die Stadt hat nochmal Geld in die Hand genommen und sie modernisiert. Im Rathaus glaubt man nicht, dass Sirenen ein Auslaufmodell sind.

Hintergrund des Ganzen ist die Umstellung der Einsatzleitstelle des Landkreises Rotenburg in Zeven auf Digitalfunk, so Mathias Haase vom Hauptamt der Stadt. Da die Sirenen ursprünglich auf analoger Technik basierten, musste man sich im Rathaus entscheiden – einstellen oder umrüsten. Man entschied sich für letzteres, und passte sie für 9 087 Euro an den digitalen Standard an.

1992 hat die Stadt die damals 26 in der Kommune installierten Sirenen kostenlos vom Bund übernommen, während das Kalten Krieges dienten sie noch dem Zivilschutz. „Die Feuerwehr spielte in diesem Zusammenhang damals überhaupt noch keine Rolle“, sagt Haase. Die Stadt nahm dankend an, schließlich habe sie bis dahin noch keine andere Alarmierungsmöglichkeit für ihre Feuerwehr-Leute gehabt.

Mittlerweile haben sich aber auch ihre technischen Möglichkeiten verändert. Funkmelder gehören zum Standard der Ausrüstung. Auch deswegen hat die Stadtverwaltung in den vergangenen 24 Jahren einige Sirenen stillgelegt. Oder, wenn sich der Reparaturaufwand nicht lohnte. Dennoch waren Anfang diesen Jahres noch 21 Sirenen aktiv.

Von diesen wurden allerdings nicht alle umgerüstet. „Man muss auch gucken, wo sich das lohnt“, erläutert Haase. Eine kleine Ortschaft mit zwei ansäßigen Feuerwehrkräften brauche keine Sirene, dort genüge ein Funkmelder. Übriggeblieben sind 17 Sirenen. Und die werden, glaubt Haase, noch Jahrzehnte ihren Dienst tun.

Es sei die richtige Entscheidung gewesen, schließlich habe nicht jede individuelle Feuerwehrkraft einen Funkmelder. Außerdem sei die Unterhaltung recht günstig, etwa 100 Euro würde eine einzelne Sirene pro Jahr kosten. Schadensanfällig seien sie auch nicht.

Für die Zukunft könnte man weitere Anwendungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Mit neuen Modellen können man zum Beispiel Lautsprecherdurchsagen machen. Die mit Akku betriebenen Geräte könnten etwa bei einem Stromausfall genutzt werden, um die Bevölkerung zu informieren. In anderen Kommunen in Deutschland sei das bereits möglich. Haase: „Daran müssen wir denken, wenn wir mal eine Sirene austauschten müssen.“

Das Relikt der Nachkriegszeit ist also durchaus zukunftsfähig? Haase überlegt: „Totsagen würde ich die Sirenen jetzt nicht.“

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