Laienspielgruppe des TV Sottrum spielt mit „Erben ist nicht leicht“ eine Krimikomödie

Zuschauer als Sherlock Holmes gefordert

Wer ist der Schuldige? Das gilt es für die Zuschauer, bei „Erben ist nicht leicht“ der Laienspielgruppe vom TV Sottrum herauszufinden.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Wer hat Tante Lina umgebracht? War es die gottesfürchtige Afra Hörnle, oder vielleicht doch der Hausdiener Peter Himmel oder war es am Ende die lieb und nett wirkende Inge Wenzel? Das gilt es für Hauptkommissar Blum in „Erben ist nicht leicht“ herauszufinden. Und dabei geht es auf der Bühne so oft drunter und drüber, dass die Notarin Laura Hoppe große Schwierigkeiten hat, die bucklige Verwandschaft bei der Testamentsverlesung zur Ruhe zu bringen.

Die Laienspielgruppe des TV Sottrum hat sich in diesem Jahr für die Krimikomödie „Erben ist nicht leicht“ von Walter G. Pfaus entschieden. Zwar geht es auch in dem Stück auf der Bühne manchmal turbulent zu, aber es ist für den Zuschauer nicht so schwer zu verfolgen, wie das bei manchen Stücken in der Vergangenheit vielleicht mal der Fall war, erzählt Jens Högermeyer, der den Hausdiener spielt.

Bei den Streitigkeiten ums Erbe von Tante Lina geht es auch schon mal etwas härter zu. - Fotos: Tisemann

Die kleine Gruppe – mit aktuell neun Darstellern – setzt sich in jedem Jahr immer wieder neu zusammen. Auch die Mitglieder hinter der Bühne wechseln sich in den verschiedenen Jahren ab. Andree Siemund-Scheffelmeier, der selbst seit vielen Jahren als Schauspieler mitwirkt – in diesem Jahr hat er die Rolle des Hubert Huber inne –, hat bei dieser Produktion zum ersten Mal die Regie übernommen. Und das macht er mit „viel Engagement und Kreativität“, berichtet Högermeyer.

In dem Stück treffen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander, und alle haben eine sehr stark ausgeprägte Persönlichkeit, verrät der Regisseur. Und alle wollen an das Erbes. Das fordere auch die Schauspieler auf eine besondere Weise. „Es kommt sehr auf die Dialoge an“, so Siemund-Scheffelmeier.

Die Texte sitzen übrigens bereits nahezu perfekt. Kein Wunder, steht das Stück doch bereits seit der Jahreshauptversammlung im Frühjahr fest. „Im Sommer haben die Darsteller dann immer Zeit, ihren Text zu lernen. Da tastet sich jeder anders an die Rolle“, so Siemund-Scheffelmeier. Sieben Wochen vor der Premiere, wenn es dann mit der intensiven Probephase auf der Bühne im Großen Saal des Gasthaus Röhrs in Sottrum losgeht – drei Abende die Woche sind die Schauspieler gefordert – geht es dann um den Feinschliff im Zusammenspiel, und die Gruppe wächst zusammen.

Und auch die Bühne bekommt nach und nach ihr richtiges Aussehen, Requisiten stehen an ihren Plätzen. Dafür sorgen Dorothee Heinze, Gisela Wronna, Christian Voges, Joachim Streblow und Erik Ahlenstorf. „Wir liegen dieses Mal gut in der Zeit“, so Högermeyer. Es habe auch schon Zeiten gegeben, da war die Tapete bei der Premiere noch feucht, scherzt er.

In den knapp 100 Minuten Spielzeit – aufgeteilt in drei Akte und durch zwei Pausen unterbrochen – sind die Zuschauer übrigens gefordert. Es gilt, gemeinsam mit Kommissar Blum (Andreas Strube) herauszufinden, wer von der Verwandschaft Tante Lina um die Ecke gebracht hat. Siemund-Scheffelmeier: „Das Publikum wird teilweise auch hinters Licht geführt und kann ein bisschen Sherlock Holmes spielen.“

Doch wer hat die alte Dame schlussendlich umgebracht? Afra Hörnle (Maren Bischoff), Inge Wenzel (Nadja Scheffelmeier) oder ihr Mann Paul (Heiko Fresen)? Oder war es schlussendlich doch Luftikuss Harald Musch (Harald Entelmann)? Aber auch die nette Großnichte Sonja von Haagen (Eva Dörk) wirkt verdächtig. Wer behält da noch den Überblick? Notarin Laura Hoppe (Heidi Streblow) sorgt zumindest für Ruhe. Wer es nachher wirklich war, das erfahren die Zuschauer ab dem 29. Oktober.

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