Schüler am Sottrumer Gymnasium sprechen mit Kommunalpolitikern über ihre Themen

Viele Fragen und konkrete Wünsche

Die Gymnasiasten hatten beim „Speeddating“ reichlich Gelegenheit, den Politikern auf den Zahn zu fühlen. - Foto: Quebe

Sottrum - Von Inken Quebe. Es sind nur noch wenige Wochen bis zur Wahl. Und gerade für diejenigen, die das erste Mal an die Urne dürfen, ist die Entscheidung, wo sie ihre Kreuze machen möchten, vielleicht gar nicht so leicht. Am Gymnasium Sottrum gab es deshalb am Mittwoch einen ganz speziellen Unterricht: ein Politiker-Speeddating.

„Wir haben viele Erstwähler, die noch gar nicht wissen, wen sie wählen sollen“, so Politik-Fachobfrau Anna-Lena Hauenstein, die die Idee hinter dem Speeddating gemeinsam mit dem Schülerrat entwickelt hatte. Teilgenommen haben nun die Elft- und Zwölftklässler sowie 13 Wahlberechtigte aus der 10. Klasse – darunter auch Schüler vom Mittelstufengymnasium in Ottersberg, die wegen eines Brandes an ihrer Schule spontan an der Sottrumer Einrichtung unterrichtet wurden. Weil viele Schüler aus Ottersberg nach der zehnten Klasse sowieso an das Sottrumer Gymnasium wechseln, waren neben Sottrumer Kommunalpolitikern auch welche aus Ottersberg gekommen.

Das Prinzip des Politiker-Speeddatings ist einfach: Wie auf einem örtlichen Marktplatz standen die Kommunalpolitiker an Tischen, um die Fragen ihrer möglichen Wähler zu beantworten. Die Schüler waren in Gruppen von etwa 28 Personen eingeteilt und hatten 15 Minuten Zeit, ihre Wunschthemen anzusprechen. Sie hatten auch einen Bogen mit Beispielfragen zur Hand, den viele aber gar nicht benötigten.

Hauenstein erklärte, dass der Fokus für die Sottrumer Schüler auf den jetzigen politischen Kräften des Samtgemeinderates lag: So stellten sich Hans-Jürgen Krahn (CDU), Wolfgang Harling (SPD) und Heinz-Wilhelm Oetjen (FDP) den Fragen der Jung-Wähler. Für die Grünen war ein Ex-Sottrumer vor Ort: Ulrich Thiart war gut 20 Jahre Mitglied der Grünen-Fraktion im Sottrumer Samtgemeinderat, bevor er im Dezember 2014 aus dem Rat entlassen wurde, und nun in Rotenburg für die Partei antritt. „Auch noch Mitglieder des Kreistages einzuladen, wäre zu viel gewesen“, so Hauenstein.

Sie zeigte sich davon beeindruckt, wie sich die Kommunalpolitiker auf die Gespräche mit den Schülern einließen. Auch bei den Schülern habe sie großes Interesse gespürt. „Wir hatten schon eine Vorbesprechung. Da kam die Frage auf, ob sich die Schüler an den Fragebogen halten müssen oder auch eigene Fragen stellen dürfen.“

So ging es häufig um den Umwelt- und Trinkwasserschutz, Fracking, Flüchtlinge und neue Arbeitsplätze, berichteten die Politiker. Aber auch konkrete Wünsche gab es: So hätten Schüler geäußert, dass es mehr Sitzmöglichkeiten im Foyer geben müsse. „Den Wunsch möchte ich gerne erfüllen“, kündigte Oetjen direkt an.

An der Speeddating-Idee war auch Lasse Rebbin aus dem Schülerrat beteiligt. „Ich finde es wichtig, auch die Erstwähler anzusprechen“, so der 16-Jährige. Gerade bei der Kommunalwahl gebe es zwischen den Parteien kaum Unterschiede, da sei es gut, selbst Gespräche mit den Politikern führen zu können. Das Speeddating habe ihm gefallen: „Die Politiker gehen gut auf die Fragen ein. Und 15 Minuten reichen auch aus, um ein Gespräch zu führen.“

Schon im Anschluss gab es Feedback von den Schülern, berichtete Hauenstein. Sie hätten sich beispielsweise gewünscht, in kleineren Grupen mit den Politikern zu sprechen. Wolfgang Harling regte direkt an, so eine Veranstaltung nicht nur zu Wahlen auf die Beine zu stellen. Und er habe die Schüler gleich motiviert, sich selbst zu engagieren, ob in einer Partei oder im Schülerrat: „Verschafft euch eine Stimme. In 20 Jahren gestaltet ihr die Politik. Fangt jetzt schon an!“

Mehr zum Thema:

Kramermarkt kurz vor Eröffnung

Kramermarkt kurz vor Eröffnung

Tote und zahlreiche Verletzte bei Zugunglück nahe New York

Tote und zahlreiche Verletzte bei Zugunglück nahe New York

Elektro-Auto von „übermorgen“: der Volkswagen I.D.

Elektro-Auto von „übermorgen“: der Volkswagen I.D.

Nienburger Kreisleistungspflügen

Nienburger Kreisleistungspflügen

Meistgelesene Artikel

Polizei sucht Zeugen nach rücksichtlosem Fahrverhalten

Polizei sucht Zeugen nach rücksichtlosem Fahrverhalten

Raketenstarts in Rotenburg: Viel Wind und ein Absturz

Raketenstarts in Rotenburg: Viel Wind und ein Absturz

Gaffer kommen nach Behinderung von Polizei bei Unfall vor Gericht

Gaffer kommen nach Behinderung von Polizei bei Unfall vor Gericht

Unfall am Bahnübergang: Mutter und zwei Kinder sterben

Unfall am Bahnübergang: Mutter und zwei Kinder sterben

Kommentare