Verdacht in Clüversborstel bestätigt sich nicht

Öl statt Munition

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Nachdem die Samtgemeinde Sottrum einen Hinweis aus der Bevölkerung erhalten hatte, dass am Feuerwehrhaus in Clüversborstel nach dem Zweiten Weltkrieg in einem damaligen Ententeich Munition und Gewehre versenkt worden seien, hat sich dieser Verdacht inzwischen nicht bestätigt. 

Reessum/Clüversborstel - Von Inken Quebe. Das Erdreich ist umgegraben worden, der Bau hat sich verzögert, aber Munition und Gewehre sind nicht gefunden worden. Mit dem Anbau am Feuerwehrhaus in Clüversborstel kann es also weitergehen. 

Das teilte Reeßums Bürgermeister Marco Körner während der Ratssitzung am Montagabend mit. Einen Fund gab es dennoch: verunreinigter Boden. Der Austausch der Erde bedeutet Mehrkosten, an denen die Samtgemeindeverwaltung gerne die Gemeinde Reeßum beteiligt hätte.

Rückblick: Als zu klein und nicht mehr zeitgemäß empfanden die Mitglieder des damaligen Feuerwehrausschusses der Samtgemeinde Sottrum das Feuerwehrhaus in Clüversborstel bei einer Besichtigung im März 2015. Es sollte den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen angepasst werden. Um mehr Platz zu schaffen, entschied der Samtgemeinderat damals, die Fahrzeughalle und damit ein Drittel des vorhandenen Feuerwehrhauses abzureißen und in Richtung Kreisstraße neu zu errichten.

Munition und Gewehre im Ententeich?

In diesem Jahr sollte es also endlich mit dem Bau losgehen. Dann kam der Hinweis aus der Bevölkerung, dass dort nach dem Zweiten Weltkrieg in einem damaligen Ententeich Munition und Gewehre versenkt worden seien. Dieser Verdacht hat sich inzwischen nicht bestätigt, wie bei einer Untersuchung herausgefunden wurde. Bereits Mitte Oktober waren die Untersuchungen abgeschlossen, so der Bürgermeister. „Es wurde ein Helm gefunden“, so Körner. Trotzdem musste die Erde ausgetauscht werden, weil dieser nicht tragfähig sei. „Der Boden war ölhaltig“, berichtete Körner.

Kosten in Höhe von 30. 000 Euro, die die Samtgemeinde als Grundstückseigentümerin allein tragen müsste. Der Samtgemeindeausschuss hatte aber Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag damit beauftragt, die Gemeinde Reeßum als vorherige Grundstücksbesitzerin um eine Beteiligung an diesen Kosten zu bitten.

Eine Bitte, der die Gemeinde Reeßum nach der Entscheidung des Rates am Montag nicht nachkommen wird. Die Ratsmitglieder lehnten einstimmig ab. Bürgermeister Körner verknüpfte mit der Anfrage aus der Samtgemeinde eine Sorge, denn eigentlich müsste sich die Gemeinde nicht an den Kosten beteiligen, so etwas habe es auch vorher noch nie gegeben. „Ich denke, dass auf Samtgemeindeebene ein Präzedenzfall geschaffen wird, um solche Kosten auf die Gemeinden zu übertragen“, so Körner.

"Ganz normaler Vorgang"

Auch unter den Ratsmitgliedern herrschte Einigkeit. „Das Grundstück wurde ,wie gesehen‘ an die Samtgemeinde übertragen“, betonte Dietrich Precht. Michael Cordes vermutete gar, dass es eine Rolle gespielt hat, dass die Gemeinde das Grundstück der Samtgemeinde im Zuge des Anbaus übertragen hat. „Hätten wir sonst nach mehr als 25 Jahren noch eine Rechnung bekommen? Ich glaube nicht.“ Hintergrund ist, dass die Samtgemeinde zwar seit der Gebietsreform in den 70er-Jahren für den Feuerschutz in den Gemeinden zuständig ist und damit die Grundstücke auch in Besitz der Samtgemeinde sein müssten, das aber noch nicht überall so ist. So auch in Clüversborstel.

Körners Sorge, Reeßum werde zum Präzedenzfall, bestätigt Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag auf Nachfrage nicht. „Es war ein ganz normaler Vorgang mit einer höflichen Anfrage, die wir an jede Mitgliedsgemeinde gestellt hätten“, so Freytag. Bei Baumaßnahmen gebe es immer wieder Gespräche mit den Gemeinden. Er hoffe grundsätzlich, dass es künftig nicht noch einmal einen ähnlichen Fall geben werde. Durch die Suche nach Kampfmitteln, die Bodenuntersuchung und den Austausch der Erde hat sich der Bau im Übrigen um ein halbes Jahr verzögert, erklärt Freytag.

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