Premiere der Aktion  „Tisch an Tisch“ 

Das perfekte Dinner in Schleeßel

Bei der Aktion „Tisch an Tisch“ kommen die verschiedensten Menschen für einen Abend zum Essen zusammen. - Fotos: Daus

Schleeßel - Von Matthias Daus. Der Dorfverein „BittPlatSch“ wollte einmal neue Wege gehen und für einen kulinarischen Abend der etwas anderen Art sorgen. Das Konzept ging auf und die Macher konnten dabei, eindrucksvoll unter Beweis stellen, wie spontan sie reagieren können.

Planung ist bei einer Veranstaltung die halbe Miete, Durchführung die andere Hälfte. Und es gab eine Menge zu planen und durchzuführen, bis es endlich soweit war und der Dorfverein „BittPlatSch“ mit seiner Aktion „Tisch an Tisch“ eine kleine kulinarische Reise ins Ungewisse anbieten konnte.

Das begann mit der Bestimmung der Örtlichkeit und ging soweit, dass sogar die Höhe der Lichterketten, die über die Straße gespannt wurden, so festgelegt wurde, dass Rettungsfahrzeuge hindurch passen würden. Da wurde wirklich an jedes kleine Detail gedacht.

Das Konzept der Aktion ist ebenso einfach wie genial. Auf der einen Seite gibt es Gastgeber, die gerne ein Menü für andere Menschen zubereiten wollen, und auf der anderen Seite gibt es die Gäste, die sich einen Abend lang verwöhnen lassen dürfen.

Jedes Gastgeberteam durfte sich zwei Gäste einladen, vier weitere wurden ihm zugeteilt. Auf diese Weise war für einige überraschende Momente gesorgt. Der Dorfverein spielte dabei eher die Rolle des Vermittlers und sorgte zudem für die Rahmenbedingungen. „Als wir damit begannen, die Einladungen für unsere Aktion zu verteilen, stießen wir auf breite Skepsis, aber das gehört auch dazu, wenn man etwas Neues machen möchte“, erklärte Andrea Meyer vom Organisationsteam.

Eine Skepsis, die hauptsächlich auf Seiten der Gäste zu finden und die auch am Anfang des Abends bei dem ein oder anderen noch zu spüren war. Wahrscheinlich war es eine Hemmschwelle oder auch ein leichtes Unbehagen, sich einfach einmal von anderen Menschen verwöhnen zu lassen, ohne dass dabei eine Gegenleistung erforderlich war.

Wie unbegründet diese Bedenken waren, zeigte sich schnell im Verlauf des rundum gemütlichen Abends. Doch vorher gab es noch eine Hürde zu meistern. Die Tische waren gedeckt, die Gastgeber und Gäste waren eingetroffen, Andrea Meyer hatte im Namen der Organisatoren die Anwesenden begrüßt; alles war perfekt, und der Abend konnte beginnen.

Die Organisatoren vom Dorfverein „BittPlatSch“ haben sich beim Dekorieren der Tische viel Mühe gegeben.

Doch bei aller akribischen Vorbereitung, gab es auch Dinge, die sich nicht planen lassen. Zum Beispiel das Wetter. Pünktlich zu dem Zeitpunkt, als alle an den liebevoll dekorierten Tischen saßen und mit dem Genießen beginnen wollten, setzte Regen ein. In diesem Moment, als eigentlich fast jeder der Anwesenden dachte, die Aktion würde ins Wasser fallen, zeigte sich einmal mehr, wie gut die Leute von „BittPlatSch“ vorbereitet waren und wie aus dem Nichts zauberten die Organisatoren und ihre unermüdlichen Helfer einige große Zelte hervor, die kurzerhand über die Tische und alle Anwesenden gestellt wurden. „Wahrscheinlich hätten die auch bei Schnee und Eis eine Lösung parat“, meinte einer der Gäste scherzhaft. Nach diesem Intermezzo verlief der restliche Abend ungestört, und alle Anwesenden konnten sich dem Genuss widmen.

Eingerahmt in ein kulturelles Programm mit Musik, Comedy und einem Kino auf der Diele waren aber die Speisen eindeutig im Vordergrund. Und die waren so vielfältig und derart professionell angerichtet, dass manch einer sich in der einschlägig bekannten Fernsehsendung „Das perfekte Dinner“ wähnte. Wer wollte, konnte über seinen Tellerrand schauen und auch von anderen Tischen das dort Gebotene probieren.

Ach ja, die Skepsis, die vielleicht am Anfang noch zu spüren war, verflog mit jedem Bissen, und nach Beendigung des Essens, beim gemütlichen Beisammensein waren Leute ins Gespräch vertieft, die sich vielleicht vorher gar nicht kannten. Was übrigens der ausdrückliche Wunsch der Organisatoren war.

Gegen Mitternacht war dann alles vorbei, und für die Veranstalter blieben noch die Aufräumarbeiten am nächsten Tag. Auch dabei zeigte sich, wie gut der Verein funktioniert und wie groß die Bereitschaft aller war, diese Aktion auch zu einem guten Ende zu führen.

Eine Neuauflage ist angedacht, aber frühestens in zwei Jahren. „Vielleicht haben wir bis dahin – auch durch diesen ersten Erfolg – für eine breite Akzeptanz sorgen können“, hofft Andrea Meyer.

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