Stephanie Schramm und Niels Behrens lassen sich aufstellen

Parteilos auf der Liste

Stephanie Schramm und Niels Behrens lassen sich beide zum ersten Mal für die Wahl des Gemeinderates in Bötersen aufstellen – auf der Liste einer Partei, ohne aber dort Mitglied zu sein. - Foto: Daus

Bötersen - Von Matthias Daus. Wer für die Kommunalwahlen kandidieren möchte, hat mehrere Möglichkeiten, sich zur Wahl aufstellen zu lassen. Eine davon ist, auf der Liste einer Partei zu stehen, ohne allerdings auch deren Mitglied zu sein. Stephanie Schramm aus Höperhöfen und Niels Behrens aus Jeerhof haben eben diesen Weg mit ihrer Kandidatur für den Bötersener Gemeinderat erstmals eingeschlagen.

Stephanie Schramm und Niels Behrens haben so einiges gemeinsam. Beide wohnen mit ihren jungen Familien in der Gemeinde Bötersen, haben Kinder, die den örtlichen Kindergarten besuchen und sind es gewohnt, sich auch einmal für andere zu engagieren. Außerdem kandidieren sie erstmalig für den Bötersener Gemeinderat und stehen jeweils auf einer Parteiliste, ohne dort Mitglied zu sein. Er für die CDU, sie für die SPD. Das führt hin und wieder zu Verwirrungen. „,Ach, Du bist jetzt in der CDU?‘, bin ich in letzter Zeit häufig angesprochen worden und musste das jedes Mal wieder korrigieren“, schildert Niels Behrens seine Erfahrungen. Doch wie gelangt man auf die Liste einer Partei, wenn man bisher noch nicht politisch aktiv geworden ist und wo liegen die Vorteile? „Ich bin von der örtlichen SPD angesprochen worden. Bis dahin habe ich mir keinen Kopf um derlei Dinge gemacht“, erläutert Stephanie Schramm ihren Werdegang, der in dieser Hinsicht identisch mit dem von Niels Behrens ist.

Die beiden potenziellen Neukandidaten erbaten sich Bedenkzeit. Die Möglichkeit, auch parteilos bleiben zu können, erwies sich dabei als große Entscheidungshilfe. Sowohl Schramm als auch Behrens sympathisierten mit der jeweiligen Partei, fühlten sich aber noch nicht in der Lage, den Schritt in die Mitgliedschaft zu gehen.

Auf der anderen Seite war es für beide verlockend, sich die Gelegenheit zu schaffen, auf Gemeindeebene politisch etwas bewirken zu können, was mit einer Partei im Rücken viele Möglichkeiten eröffnet. „Der Informationsfluss ist einfach unglaublich gut. Das ermöglicht, sich schon frühzeitig in viele Prozesse einzubringen“, nennt Niels Behrens seinen Hauptbeweggrund.

Neugier auf das, was man bewegen kann

Aber auch die Tatsache, dass der Name auf einer Parteiliste wahrscheinlich mehr Wähler erreicht, ist für beide Kandidaten nicht von der Hand zu weisen. „Bei mir ist es die Neugier auf das, was man bewegen kann. Einblicke zu bekommen, die dem normalen Bürger verwehrt bleiben“, fügt Stephanie Schramm hinzu. Sowohl sie als auch ihr politischer Kontrahent Behrens sehen sich dabei als potenzielle Vertreter der Dörfer, in denen sie leben und als Sprachrohr der Generation, der sie angehören, den jungen Menschen im Allgemeinen und den jungen Familien im Besonderen.

Für politische Parlamente wie dem Gemeinderat sei es von großer Bedeutung, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen etablierten und neuen, frischen Vertretern herrsche, betonen beide Kandidaten. Die Sache mit dem Kontrahentendasein sehen sowohl Stephanie Schramm als auch Niels Behrens zweitrangig und richten ihren Fokus eher auf die Sachfragen und das Wohl der Gemeinde.

Motto: Learning by doing

„Das ich bisher noch nicht politisch aktiv war, sehe ich eher als Vorteil, denn so kann ich alles ohne Scheuklappen betrachten“, erklärt Behrens. Er habe auch keine Angst vor den Aufgaben, die ein solches Amt mit sich bringt. „Learning by doing“ sei das Motto, sagt er. Ob sie sich für die Zukunft auch vorstellen könnten, der jeweiligen Partei beizutreten, liegt für beide durchaus im Bereich des Möglichen. „Ich sympathisiere ja schon sehr mit der Partei und befinde mich in der glücklichen Lage, hinter die Kulissen zu blicken, ohne mich festlegen zu müssen. Wenn ich dann beitreten sollte, weiß ich wenigstens genau, was auf mich zukommen würde“, erläutert Stephanie Schramm. Eine Aussage, die auch Niels Behrens nach eigener Aussage uneingeschränkt unterstützt.

Eine weitere Gemeinsamkeit, die verdeutlicht, dass Politik auf kommunaler Ebene zwar verschiedene Ausrichtungen kennt, aber die Gemeinsamkeiten nicht verleugnet. Die Bereitschaft, auch über Parteigrenzen hinweg an einem Strang zu ziehen, ist bei aller Konkurrenz deutlich im Vordergrund. Eine Art des politischen Miteinanders, das man sich auch auf der großen Politbühne wünscht und das unter anderem auch für Stephanie Schramm und Niels Behrens als Stein des Anstoßes diente, sich aufstellen zu lassen.

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