Das Erste Improvisierte Streichorchester macht auf dem Jakobsweg Halt in Horstedt

Musik für den Frieden

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Im Bibelgarten der Horstedter Johannes-der-Täufer-Kirche spielt das Streichorchester sein Friedenskonzert. 

Horstedt - Von Wieland Bonath. Friedenskonzerte in Bewegung: Das Erste Improvisierte Streichorchester („EIS“) auf dem Jakobsweg ist mit Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässen, gekleidet in bunten Kostümen und strahlender Laune auf einem Teilabschnitt des alten Pilgerwegs von Hamburg nach Bremen unterwegs. Eines von zehn Konzerten entlang der Route gaben die 16 Künstler aus der Schweiz und Deutschland im Bibelgarten der Horstedter Johannes-der-Täufer-Kirche. Dort wurden sie von Pastorin Haike Gleede und zahlreichen Zuhörern begrüßt. Musik für Frieden, gegen Unfrieden und Vertreibung in allen Teilen der Erde, Musik, die gleichzeitig von Hoffnung begleitet ist.

Die Künstler wechseln bei ihren Titeln immer wieder die Plätze.

„Dabei“, so das seit 1984 bestehende Ensemble, „erforscht die Gruppe die klanglichen Dimensionen ihres Instrumentariums, experimentiert mit unkonventionellen Spieltechniken, entwickelt und erprobt neue Formen des Zusammenspiels.“

Die strahlende Sommersonne versank über Horstedt, der sechsten von zehn Stationen auf dem Pilgerweg zwischen den beiden Hansestädten Hamburg und Bremen. Ein stiller, nachdenklich stimmender Abend im Horstedter Bibelgarten neben der Täufer-Kirche mit dem markanten spitzen Turm.

Die Künstler wechselten mit ihren Instrumenten im Bibelgarten immer wieder die Plätze, bezogen die Gäste in ihre Musik ein und improvisierten unter anderem die Titel „Wüstenwanderung“, „Beet der Liebe“, „Paradies und der Sündenfall“ und schließlich nach mehr als einer Stunde als Zugabe afghanische Musik aus dem Jahre 1978, „damals, als die Welt dort noch in Ordnung war“.

Mit einem „Gruß von der Alster“ hatte das Streichorchester das Friedenskonzert eingeleitet. Die Spenden der Zuhörer sind für das Projekt „Wohnschiff Altona“ für dort lebenden Flüchtlinge bestimmt.

Einen Tag später ging es für das Streichorchester auf dem Jakobsweg weiter in das benachbarte Ottersberg. Dort stand in der Freien-Steiner-Schule ein Konzert an. Noch einen Tag später ging es nach Fischerhude in die Galerie Dorfbuchhandlung Fischerhude.

Etwa 40 Kilometer des berühmten Jakobswegs, den das Orchester von Hamburg nach Bremen jetzt in sein Friedenskonzert einbezogen hat, werden von Ingeborg Helms aus Stade betreut. Die Seniorin, die den Pilgerweg bereits bis zur Kathedrale im spanischen Santiago de Compostele gegangen ist, hat sich unter anderem für die Wiedereinrichtung dieses Streckenabschnitts verdient gemacht: von Wense über Boitzen, Heeslingen, Zeven, Horstedt/Winkeldorf, Stapel weiter über Benkel, Narthauen, Ottersberg, Fischerhude bis Bremen. Ein Weg, den Ingeborg Helms mit ungezählten gelben Muscheln gekennzeichnet hat, der Pilgern und damit den Mitgliedern des Streichorchesters den Weg weist.

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