Sottrum: Auswertung der Elternbefragung 

Mehr Betreuung statt Ganztag

Aus den Grundschulen in der Samtgemeinde Sottrum werden vorerst keine Ganztagsschulen. Allerdings soll nach dem Willen der Mitglieder des Schulausschusses der Nachmittagsunterricht ausgebaut werden. - Foto: dpa

Sottrum - Von Inken Quebe. An den Grundschulen der Samtgemeinde Sottrum wird vorerst kein Ganztag eingerichtet. Es soll stattdessen ermittelt werden, wie sehr die Nachmittagsbetreuung ausgebaut werden muss. Diese Empfehlung hat der Schulausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig gegeben. Damit ist das Thema wohl aber noch nicht abschließend vom Tisch, signalisierte Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag.

Eine Fragebogenaktion zur Einrichtung von Ganztagsschulen unter Eltern mit Kindern im Kindergarten oder in der -krippe hatte ergeben: Der Großteil benötige keine Ganztagsschule. Von den 1 029 verteilten Fragebögen wurden laut Verwaltung 623 an die Samtgemeinde Sottrum zurückgesandt. Die Rückläuferquote beträgt damit 60,54 Prozent. Davon gaben 41,51 Prozent an, sich eine Ganztagsschule zu wünschen, 52,83 Prozent haben kein Interesse an dem Angebot und 5,66 Prozent wünschten sich einen Hort.

Den größten Zuspruch für ein Ganztagsangebot gab es unter Eltern, deren Kinder eines Tages an die Löwenzahn-Grundschule Horstedt wechseln könnten. Dort stimmten 58,02 Prozent der befragten Eltern für das Angebot, 39,69 Prozent brauchen es nicht, und 2,29 Prozent wünschten sich einen Hort. Für alle anderen Grundschulen hatten sich die Eltern gegen ein Ganztagsangebot ausgesprochen. „Das ist zu wenig Zustimmung“, so Friederike Paar (CDU), die auch daran erinnerte, dass fast 40 Prozent der Fragebögen gar nicht zurückgeschickt worden seien: Offenbar seien die Eltern wohl nicht so unzufrieden. Es sei nicht möglich, so ein vernünftiges Angebot zusammenzustellen.

Der Schulausschuss der Samtgemeinde nahm das zum Anlass, zunächst für keinen der Standorte ein Ganztagsangebot einzurichten. Die Befürchtung: Wird an einem der Standorte – zum Beispiel Horstedt wegen der großen Zustimmung – ein Ganztagsangebot eingerichtet, könnten auch Eltern aus allen anderen Gemeinden bei Bedarf ihr Kind dorthin schicken. Denn das Angebot muss allen Schüler der Samtgemeinde offen stehen. Wenn sich die Schülerzahlen anderer Standorte aber verringerten, sei manche Grundschule sogar gefährdet, müsste vielleicht sogar geschlossen werden. Dieses Risiko wollte man im Schulausschuss nicht eingehen.

Für die Horstedter Schulleiterin Annette Römer war dieses Ergebnis nicht befriedigend: „Ich hätte den Ganztag trotzdem gerne.“ Sie vermittelte, dass Elternschaft und Kollegium gerne ein neues pädagogisches Konzept schaffen würden, weg vom 45-Minuten-Takt. Dafür müssten Räume zum Ausruhen, Essen und Spielen eingerichtet werden.

Römers Unmut änderte aber nichts an der Entscheidung des Ausschusses. Als Kompromiss soll die Nachmittagsbetreuung optimiert werden. Zunächst seien da die Grundschulen gefragt, zu ermitteln, wie das aussehen könnte. Darüber soll dann in einer weiteren Arbeitsgruppe zunächst beraten werden. Die Kosten für die Nachmittagsbetreuung müsste die Samtgemeinde selbst tragen, im Gegensatz zum Ganztag, den der Landkreis Rotenburg übernimmt. Über die Empfehlung berät noch der Samtgemeindeausschuss.

Trotzdem ist der Ganztag nicht endgültig vom Tisch: „Der nächste Samtgemeinderat wird sich damit wieder beschäftigen müssen“, stellte Hans-Jürgen Krahn (CDU) in Aussicht.

Mehr zum Thema:

Ermittler verdächtigen Patientin der Brandstiftung

Ermittler verdächtigen Patientin der Brandstiftung

Die neuen E-Autos aus Paris

Die neuen E-Autos aus Paris

Internationales Fußballturnier in Großenkneten

Internationales Fußballturnier in Großenkneten

Fast 10 000 Tote durch Moskaus Syrien-Einsatz

Fast 10 000 Tote durch Moskaus Syrien-Einsatz

Meistgelesene Artikel

Raketenstarts in Rotenburg: Viel Wind und ein Absturz

Raketenstarts in Rotenburg: Viel Wind und ein Absturz

Lila Bäume und Besucher, die mitgehen

Lila Bäume und Besucher, die mitgehen

Nächster Anlauf für die „SuedLink“-Stromtrasse

Nächster Anlauf für die „SuedLink“-Stromtrasse

Brand auf Spielplatz: 29-Jähriger erleidet Rauchvergiftung

Brand auf Spielplatz: 29-Jähriger erleidet Rauchvergiftung

Kommentare