Warum Thomas Blaeschke so gerne in Sottrum vorbeischaut

„Man fühlt sich Zuhause“

Thomas Blaeschke begleitet die Musiker bei ihren Auftritten nicht nur am Keyboard, er übernimmt auch die Moderation des Abends und kündigt die Stücke an. - Foto: Diercks

Sottrum - Von Bettina Diercks. Mittlerweile kennt man sie schon: Die Künstler von der Bremer Musical Company und Voice over Piano. Bereits zum dritten Mal schauen die Musiker in Sottrum vorbei – Freitag Abend ab 19 Uhr ist es wieder soweit. Doch was genau zieht sie jedes Jahr aufs Neue in die Wiestegemeinde? Und was steckt überhaupt hinter den beiden Ensembles. Das alles verrät Thomas Blaeschke, Leiter der Bremer Musical Company, im Interview.

Was verschlägt Sie nach Sottrum, wie ist die Zusammenarbeit entstanden?

Thomas Blaeschke: Zum Beruf des Sängers gehört es auch, interessante Locations für Konzerte zu suchen. Als wir einmal durch Sottrum gefahren sind, beschlossen wir spontan, uns die Kirche anzusehen und empfanden sie als sehr schön und gut geeignet für ein Konzert. Dann fanden wir die Daten von Karin Fuge-Venzke heraus und telefonierten mit ihr. Sie lud uns zum Gespräch nach Hause ein, und da stimmte im Gespräch alles.

Weshalb kommen Sie mittlerweile jährlich in die Gemeinde an der Wieste? Was ist der Reiz daran?

Blaeschke: Traditionen benötigen Langlebigkeit. Außerdem kommen immer mehr Personen zu unseren Konzerten. Wir können neue Programme einstudieren und bringen, erfüllen aber auch Wünsche, die mittlerweile bei uns eingehen. Dadurch fühlt man sich Zuhause unter Freunden – das macht es aber auch nicht leichter. Man muss immer sehr gut sein oder gar besser werden, um Personen, die einen wiederholt besuchen, zu überzeugen. Insgesamt ist das eine tolle und herzliche Atmosphäre.

Wie viele Open-Air-Veranstaltungen machen Sie im Jahr?

Blaeschke: Eigentlich wird es immer mehr – dieses Jahr spielten wir Open-Airs oder treten noch „draußen“ auf in Sottrum, Sotschi, Thedinghausen, Meierei Bremen im Bürgerpark, Sommerfest im Kanzleramt, Sommerfest Landeskommando Bremen und Hamburg und bei ein paar Geburtstagen. Also etwa ungefähr zwölf. Aber es hängt ja auch immer von dem Wetter ab und ob die OlympischenSpiele, Fußball-WM oder EM ansteht und jeweils einen Monat „nehmen“, in dem Veranstalter Public Viewing organisieren anstatt Kultur zu bieten.

Was ist der Reiz an einer Open-Air-Aufführung?

Blaeschke: Die Freiheit, die man spürt, dadurch, dass es keine Wände und Mauern um einen gibt. Da Open-Airs ja normalerweise bei gutem Wetter stattfinden, ist die Laune immer „sonnig“.

Was wäre für Sie der Super-GAU an so einem Abend?

Blaeschke: Die Entscheidung für „draußen“ und dann fängt es an zu regnen – langer Umbau nach innen.

Wie viele Eingaben haben Sie auf ihr Angebot „Wunschkonzert“ bekommen?

Blaeschke: 26 Stück – gewonnen haben Gerd Luttmann, Helmut Polka und Kristin Lünzmann.

Sie sind mit der Bremer Musical Company unterwegs aber auch mit Voice over Piano. Was ist der Unterschied und weshalb gibt es beide Varianten?

Blaeschke: Dadurch, dass wir immer mehr Preise und Auszeichnungen auch in den Genres Rock, Pop, Schlager und Gospel sowie Show gewonnen haben, war irgendwann klar, dass es nicht nur „Musical“ ist und Voice Over Piano hat seine Standorte in Hamburg-Eimsbüttel und Berlin-Spandau, daher nicht mehr „Bremen“. Voice Over Piano kann sowohl eine Stimme, aber auch Stimme im Sinne von Stimmen heißen, Piano kann Klavier oder auch „leise“, also „im Hintergrund“ bedeuten. Dadurch kann es die Basis Gesang Sara Dähn und Piano mich, aber auch Ensemble oder Backings zur Solistin und Band oder Orchester dazu heißen.

Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören, heißt es im Volksmund. Sie scheinen mit ihrer Arbeit ganz oben angekommen zu sein. Denken Sie ans Aufhören oder an neue, andere Projekte?

Blaeschke: Ganz oben sind wir noch lange nicht und es gibt zum Glück immer wieder Herausforderungen, die man meistern will. Ob das Songs sind, die man neu interpretiert oder Publikum, das als super kritisch eingestuft wird, oder Stätten, die hohes Niveau immer wieder neu fordern, wie zum Beispiel Kanzleramt, Bundespresseamt, Botschaften, oder ob es Aufgaben sind, wie Deutschland international zu vertreten oder ein neues Werk zu kreieren. Arbeit und Ziele gibt es immer. Und manchmal ist es auch nur, traurige Personen ein bisschen glücklich zu machen oder mit unserem Projekt „Licht und Lärm“ auch gegen Terrorismus und für Freiheit und Demokratie einzutreten. Und etwas ganz Kleines aber Wichtiges: Unsere Studenten oder auch Kursteilnehmer, mit denen wir arbeiten und denen wir etwas mitgeben. Bis hin zu unseren Kinderkursen – da haben schon welche nach einem Jahr Gesangsunterricht bei uns einen Platz im Kinderensemble beim „Wunder von Bern“ bekommen, so wie unsere Absolventen teilweise Hauptrollen dort oder bei „Wicked“ oder bereits beim Friedrichstadtpalast Berlin bekamen. Das gibt einem viel.

Was ist Ihr Ziel? Wovon träumen Sie da?

Blaeschke: Unser Ziel ist es, möglichst lange erfolgreich im Metier arbeiten zu können. Konkret aber die eigenen Werke bei anderen Theatern als „Gast“ zu besuchen, Konzerte im Stil von Helene Fischer mit Sara und großen Orchester und „Gästen“ durchzuführen, mehr TV-Auftritte und bei Groß-Events zu haben. Wenn wir weiter darüber nachdenken, bekommt jeder Wunsch nach Wilhelm Busch auch noch Junge. Auf jeden Fall soll die Abwechslung erhalten bleiben: Großauftritte, Konzerte, Musicals, aber auch Privatauftritte, Stadtfeste, Dinner, Kirchenkonzerte. Das motiviert. Und immer das oberste Ziel: gut zu sein, zu berühren, zu begeistern.

Der Auftritt

Bereits zum dritten Mal sind die Musiker der Bremer Musical Company und Voice over Piano in Sottrum zu Gast. Um 19 Uhr geht es auf der Kirchennordseite in Sottrum los. Die Besucher können es sich dann mit Blick auf die Kirche auf Decken und Stühlen gemütlich machen. Mit im Gepäck haben die Musiker verschiedene Songs aus Musical, Film, Chansons, Schlager, Rock und Pop. Die Karten gibt es für 18,50 Euro (ermäßigt 15 Euro) im Vorverkauf in der Buchhandlung Froben in Sottrum und bei der Sottrumer Geschäftsstelle der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde. An der Abendkasse kosten die Karten dann 20 Euro (ermäßigt 16 Euro). Bei schlechtem Wetter ziehen Musiker und Publikum in die Kirche um. 

bd

Mehr zum Thema:

Van der Bellen gewinnt Präsidentschaftswahl in Österreich

Van der Bellen gewinnt Präsidentschaftswahl in Österreich

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Tödliche Schüsse auf Lokalpolitikerin und zwei Journalistinnen

Tödliche Schüsse auf Lokalpolitikerin und zwei Journalistinnen

Weihnachtliche Kulturtage in Syke

Weihnachtliche Kulturtage in Syke

Meistgelesene Artikel

Zwei Unfälle auf der A1 - Vollsperrung Richtung Bremen

Zwei Unfälle auf der A1 - Vollsperrung Richtung Bremen

Diskussion im Rathaus über Umbenennung der Lent-Kaserne

Diskussion im Rathaus über Umbenennung der Lent-Kaserne

Kreisumlage wieder im Fokus: Zurück auf 49 – mindestens

Kreisumlage wieder im Fokus: Zurück auf 49 – mindestens

Kommentare