Nicola Dormagen entwirft eine Skulptur für Cassellius in Sottrum

Kunst mit Durchblick

Nicola Dormagen (M.) im Gespräch mit Waltraud und Thomas Cassellius bei der Einweihung der Skulptur. - Foto: Holsten-Körner

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. Nicola Dormagen, die ihr Atelier in Clüversborstel führt, hat sich weit über die Grenzen des Landkreises einen Namen gemacht. So stehen ihre Werke im Raum zwischen Hamburg, Berlin bis hin nach Baden-Württemberg. Sogar im niederländischen Rotterdam ist ein echter „Dormagen“ zu finden.

In der Schule war dieser Erfolg noch nicht abzusehen. „Ich konnte nicht malen“, verriet die 51-Jährige. Daher wählte sie statt Kunst andere Leistungskurse für die Abiturprüfung. Erst später entdeckte Dormagen, dass Kunst nicht nur malen heißt. Dazu hat ein Praktikum bei einem Bildhauer beigetragen, der damals in Narthauen lebte. Es folgte ein Studium der Freien Kunst an der FH Ottersberg, das sie 1993 mit einem Diplom abschloss.

Viele Preise für die Künstlerin

Seitdem arbeitet die gebürtige Lüneburgerin als freischaffende Künstlerin. Zwischen 1993 und 2000 folgten zahlreiche Stipendien. Auch den Gewinn von einigen Preisen weist ihre Biographie auf. Dazu gehören unter anderem der Kunstpreis des Landkreises Verden unter dem Motto „Umgang mit Geschichte“, der Kunstpreis der Stadt Haselünne (beide 2011) sowie der Holzskulpturenwettbewerb der Stadt Mölln im Jahr 2012.

Die Liste der Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen ist lang. Je nach Größe kann es sogar vorkommen, dass ihre Werke von der Spedition Hasenkamp, die sich auf Kunsttransporte spezialisiert hat, abgeholt werden. „Die Firma befördert Werke von Rembrandt und anderen bekannten Künstlern“, berichtete Dormagen nicht ohne Stolz.

Nicola Dormagen hat den Durchblick.

Ab jetzt dürfen sich die Sottrumer an einer ihrer Skulpturen erfreuen. Es ist eine Eiche, die Nicola Dormagen aushöhlte und eine Form verpasste. Während sie außen eine gelbe Lasur aufgetragen hat, reflektiert das Innere des Baumes in schwarz. Wichtig war der Künstlerin, dass der Baum nicht nur von innen erlebbar ist, sondern durch die Öffnung der Durchblick gewährleistet ist. Zu verdanken ist der Blickfang dem Augenoptik- und Hörgeräteakustikfachgeschäft Cassellius, das zu seinem 25-jährigen Firmenjubiläum die Skulptur in Auftrag gab. Seit Eröffnung der ersten Geschäftsräume, damals noch im ehemaligen Brettmann-Haus, ist die Künstlerin in die Farbgestaltung der Ladenlokale eingebunden.

Bei einem Empfang wurde jetzt die Skulptur auf dem Vorplatz des Geschäftes feierlich enthüllt. Dabei verriet Nicola Dormagen den Gästen viel von ihrem ersten Kunstprojekt mit Bäumen. Es hat in einem Park in Gelsenkirchen, stattgefunden, wohin Künstler eingeladen wurden, um mit Bäumen etwas zu gestalten. 

Ihr stand eine riesengroße Pappel zur Verfügung, die innen morsch war. Da sie etwas machen wollte, was Bestand hat, fing sie an, den Stamm auszuhöhlen. Bis zu einer Höhe von mehr als drei Metern war die Pappel dafür eingerüstet, nur die Hülle blieb stehen. „So bot sich die Chance, den Baum von innen zu betrachten und sogar reinzugehen und die Welt aus der Sicht des Baumes zu erleben“, so die Künstlerin.

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