Kommissar Zufall schlägt zu

Modernisierungen auf dem ehemaligen Lidl-Grundstück geplant

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An diesem Bild soll sich erst einmal nichts ändern. Kik und der Pflegedienst bleiben auf dem Grundstück. Für die Räume des ehemaligen Lidl-Marktes hat Unternehmer Hartmut Schlüter schon ein paar Interessenten. 

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Es ist ihm unangenehm, dass er mit 640. 000 Euro den Zuschlag vor K&S erhalten hat. Das macht Unternehmer Hartmut Schlüter aus Ganderkesee und neuer Besitzer des ehemaligen Lidl-Gründstückes in Sottrum im Gespräch immer wieder deutlich. „Wenn ich gewusst hätte, dass K&S Interesse an dem Grundstück hat, hätte ich ihnen das niemals vor der Nase weggeschnappt“, so der 73-Jährige. Jetzt jedoch ist er der Eigentümer und beschäftigt sich bereits mit der Zukunft des Grundstückes.

K&S hatte in dem Bereich an der Holstenstraße zunächst geplant, das Angebot der seit 2006 bestehenden Seniorenresidenz gegenüber des Grundstückes um Appartements für betreutes Wohnen zu erweitern, das teilt Unternehmenssprecherin Jacqueline Schultz mit. Das allerdings wäre baurechtlich schwierig geworden, berichtet Sottrums Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU). Unter anderem hätte dafür der Bebauungsplan vor Ort geändert werden müssen – das kann ein langwieriger Prozess sein. „Ein Angebot mit betreutem Wohnen wäre praktisch dort gewesen, einfach wäre es aber nicht gewesen“, so der Bürgermeister.

K&S hatte sich aufgrund der bekannten baurechtlichen Hürden auch bereits dafür entschieden gehabt, bei einem Zuschlag eher die Ansiedlung von Gewerbe umzusetzen. „Hiervon unabhängig ist unser Immobilienmanagement nach wie vor mit der Akquise nach geeigneten Sottrumer Standorten für Seniorenappartements betraut“, so Schultz weiter.

Schlüter wusste nichts vom K&S-Interesse

Von all dem habe Hartmut Schlüter bis zum Versteigerungstermin nichts gewusst. Sein Interesse für das Grundstück kam erst zehn Tage vor dem Termin auf – der Tipp einer Bekannten aus Sottrum brachte ihn auf die Idee. „Kommissar Zufall“, wie Schlüter sagt, hat zugeschlagen. „Ich hätte als Außenstehender nicht mitgeboten, wenn ich gewusst hätte, dass K&S an dem Grundstück interessiert ist“, so der 73-Jährige, der erzählt, dass er das Grundstück „nicht zum Überleben“ braucht. Er wollte sein Geld einfach in eine Immobilie anlegen.

Schlüter, der selbst mit der Seniorenresidenz Waldschlösschen in Ganderkesee ein Seniorenheim mit 110 Bewohnern betreibt, kann die Gedanken von K&S gut nachvollziehen. „Ein betreutes Wohnen hätte ich mir dort schön vorstellen können.“

Erst an dem Tag, als er sich auf den Weg zu der Versteigerung gemacht hat, stoppte er in Sottrum und sah sich das Grundstück, für das er ein paar Minuten später den Zuschlag erhalten sollte, an. Dort traf er auch auf Mitarbeiter der Sottrumer Ausgabestelle der Tafel Rotenburg, die ihm berichteten, dass sie bereits ihren Vertrag gekündigt hatten. „Das ist sehr schade. Wir haben den Verantwortlichen vor Ort gesagt, dass sie gerne hätten bleiben können, wenn wir den Zuschlag bekommen. Jetzt ist es durch die Kündigung leider zu spät“, so Schlüter.

Stattdessen gibt es einige andere Interessenten, die den ehemaligen Lidl-Markt ab dem 1. Januar 2017 wieder mit Leben füllen könnten – alle aus dem Landkreis Rotenburg, wie der Unternehmer mitteilt. „Wir haben ein paar Interessenten, die das Gebäude für den Einzelhandel mieten wollen. Momentan sind wir gerade dabei, die Bonität zu überprüfen“, berichtet Schlüter.

Wichtig ist dem Unternehmer, dass die Gebäude auf dem Grundstück langfristig und solide vermietet werden. Deswegen bleiben auch Kik und der Ambulante Pflegedienst in ihren Räumen untergebracht. Kik habe außerdem schon wegen einer Modernisierung der Räumlichkeiten bei Schlüter angefragt. Diese werde der 73-Jährige bezuschussen.

Einige Arbeiten an dem Gelände nötig

Doch bevor überhaupt irgendetwas auf dem Grundstück an der Holstenstraße passieren kann, muss alles wieder schick gemacht werden. Seit der Erstbeschlagnahmung im Jahr 2012 ist auf dem Grundstück nicht mehr viel passiert. Der neue Besitzer will dort nun erst einmal aufräumen und alles in Schuss bringen. „Die erste Grundreinigung machen wir selbst, zum Beispiel das Gras zurückschneiden, danach werden wir einen Hausdienst vor Ort installieren“, so Schlüter. Und ab Januar soll auch wieder im ehemaligen Lidl-Gebäude Leben sein.

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