Grünenpolitiker tritt in Reeßum an

Neuer Bürgermeister: Körner in den Startlöchern

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Marco Körner will neuer Bürgermeister in Reeßum werden. Im Gespräch mit Kreiszeitungsredakteurin Jessica Tisemann erzählt er, wie er sich die Arbeit vorstellt. 

Reeßum - Von Jessica Tisemann. Reeßum bekommt einen neuen Bürgermeister. Das ist bereits klar, seit dem Moment, als Wilfried Kirchner bekanntgegeben hat, dass er nach 20 Jahren nicht noch einmal antritt. Einige Namen sind immer wieder aufgetaucht, jetzt steht fest, wer es machen soll: Marco Körner. Darauf haben sich die Ratsmitglieder schon vor der eigentlichen Ratssitzung am Montag geeinigt. Doch wer ist der neue Bürgermeister, und was können die Reeßumer von ihm erwarten? Das alles erklärt er im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Seit 2001 lebt der 49-Jährige in der Gemeinde Reeßum. Mit ihm seine Frau Antje, die beiden Töchter Sonja und Joana und Familienhund Yoshi. Seit fünf Jahren ist er Mitglied für die Grünen im Gemeinderat. Zu früh, um sich auf den Posten des Bürgermeisters zu bewerben? Findet Körner nicht. „Ich brauche Leute, die mitarbeiten. Das war die Grundvoraussetzung“, erklärt Körner. Die hat er gefunden. „Ich habe das Gefühl, dass alle Ratsmitglieder mit anfassen und die Gemeinde voranbringen wollen“, blickt der 49-Jährige zuversichtlich in die Zukunft.

Unterstützung durch die Ratsmitglieder

Julian Loh war einer der ersten Unterstützer, der selbst lange als neuer Bürgermeister gehandelt wurde. Doch dieser ist beruflich in Hamburg eingebunden und hat daher noch weniger Zeit. Körner, der als Bauingenieur in Ottersberg arbeitet, hat die volle Rückendeckung durch seinen Arbeitgeber. Also war die Entscheidung recht schnell gefasst. „Wenn wir selbst keinen Kandidaten gestellt hätten, hätten wir einen von der Samtgemeinde bekommen. Das wollte ich nicht“, betont Körner. Ist das Ganze dann also nur eine Notlösung? Nein, betont der Familienvater. „Wenn ich etwas mache, dann will ich es richtig machen.“

Und was hat der neue Bürgermeister für die Gemeinde im Sinn? „Es ist eine große Aufgabe, die Wilfried Kirchner hinterlässt, weil er so viel geleistet hat in den 20 Jahren“, stellt Körner fest. Für ihn stehen mit dem Generalentwässerungsplan und dem Mehrzweckgebäude zwei große Projekte an.

Ein weiteres ist der Haushalt. „Ein mächtiges Zahlenwerk“, nennt es Körner. Es sei wichtig, dabei das große Ganze zu verstehen. Deswegen plant Körner auch, sich Unterstützung von einem Mann vom Fach zu holen, damit alle Gemeinderatsmitglieder die Möglichkeit haben, sich das Grundwissen anzueignen. Außerdem müsse Geld zum Beispiel in die Straßen und Wege investiert werden.

Dörfer der Gemeinde sollen wieder zusammenwachsen

Wichtig ist dem Reeßumer, dass die Ratsmitglieder Sachpolitik für die Gemeinde machen, dabei entscheide nicht das Parteibuch. Daher steckt er sich ein hohes Ziel: Er möchte versuchen, die Dörfer der Gemeinde wieder mehr zusammenwachsen zu lassen. „Das ist eine schwierige Aufgabe, weil die Strukturen lange gewachsen sind“, weiß der Bauingenieur. Doch jeder Ortsteil ist im Gemeinderat durch ein Mitglied vertreten. „Dadurch ist es vielleicht möglich, aktiver zu werden, und Dinge zu ändern.“

Ändern soll sich auch ein wenig an der Arbeit im Rat. Zum einen plant Körner, dass sich zu verschiedenen Bereichen Arbeitsgruppen gründen – der Haushalt und das Mehrzweckgebäude wären zwei davon. Außerdem soll es drei Stellvertreter des Bürgermeisters geben, damit sich Arbeiten besser delegieren lassen. „Wilfried Kirchner war jeden Tag im Gemeindebüro, das kann ich gar nicht leisten“, erzählt Körner.

Der Kontakt zu der Bevölkerung ist ihm aber schon wichtig. So schwebt ihm eine Bürgersprechstunde vor. Außerdem will er mit den Organisatoren und Vereinen in der Gemeinde vermehrt in Kontakt treten. „Ich stelle mir vor, die Vereine auch einmal einzuladen. Damit sie erzählen können, was sie vom Bürgermeister erwarten oder sich wünschen“, erklärt der 49-Jährige. Den Anfang macht Körner bereits beim Nachtorientierungsmarsch der Jugendfeuerwehr, an dem er mit einigen Gemeinderatsmitgliedern teilnimmt. „Sie sollen einfach merken, dass sie gewertschätzt werden.“

Familie steht hinter dem Reeßumer

Und was sagt die Familie zu der Idee, für den Bürgermeisterposten zu kandidieren? Die steht komplett hinter dem Reeßumer. „Wenn Marco das machen möchte, sehe ich das als sinnvolle Sache an und stehe hinter ihm“, so seine Frau. Ein gemeinsamer Kalender sorgt nun dafür, dass die beiden ihre Termine koordinieren können, um auch Zeit für die Familie zu haben. Auch für die beiden Töchter war die Idee des Vaters kein Problem. „Sie kennen das bereits, dass ihr Vater sich engagiert“, berichtet Antje Holsten-Körner. Und das nicht gerade wenig: Zum Bürgermeisteramt kommt noch der Fraktionsvorsitz bei den Grünen auf Samtgemeindeebene, die Mitgliedschaft im Kreisverband, Handballschiedsrichter und die Bürgerinitiative „A1 zu laut“ dazu.

Eine Bedingung stellt Körners Frau dann aber doch: Die Arbeiten, die die beiden sich Zuhause aufgeteilt haben, dürfen nicht alle an ihr hängen bleiben. „Ich will einen Gärtner“, sagt die 52-Jährige scherzhaft. Doch darüber wird noch verhandelt. Kompromissbereit ist der neue Bürgermeister auf jeden Fall auch privat: „Vielleicht gibt es einen Mähroboter.“

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