Grünenpolitiker ist der neue Bürgermeister in Reeßum 

Von Kirchner zu Körner

Wilfried Kirchner (r.) gibt das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Reeßum nach 20 Jahren in die Hände von Marco Körner ab.  J Foto: Daus

Reeßum - Von Matthias Daus. „Ich habe einmal gesagt, wenn ich nicht mehr Bürgermeister bin, dann nehme ich als Zuschauer in der zweiten Reihe an den Ratssitzungen teil. Mit einem Glas Weizenbier. Und genau das werde ich jetzt machen.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Wilfried Kirchner von seinem Posten als Bürgermeister der Gemeinde Reeßum. Sein Nachfolger ist Marco Körner.

Doch bevor es zur Wahl des neuen Bürgermeisters kommen konnte, hatte der alte noch einige Pflichten zu erfüllen. Dazu gehörte auch die Verabschiedung von den scheidenden Ratsmitgliedern Henry Grove (CDU), Cord Schlobohm und Hartmut Worthmann (beide SPD) sowie vom Taakener Wegemeister Hans Holste.

Danach war es ihm vergönnt, in eigener Sache zu sprechen und seine 20-jährige Amtszeit Revue passieren zu lassen. Dabei konzentrierte sich Kirchner auf die großen Bereiche Dorferneuerung, Strukturverbesserung, Ausbau von Radwegen, die Erweiterung der Kinderbetreuung und des Mehrzweckgebäudes, dessen Planung er noch entscheidend beeinflussen konnte. „Auch wenn wir manchmal kontrovers diskutiert haben, so sind doch die meisten Beschlüsse einstimmig gefasst worden. Das wirft ein gutes Licht auf unsere Arbeit“, sagte Kirchner.

Kirchner als Mentor für Loh

Bevor er komplett aus seinen Pflichten entlassen war, ergriff sein Stellvertreter Julian Loh das Wort, um, auch im Namen des gesamten Gemeinderats, sowohl den Bürgermeister als auch die Person Wilfried Kirchner angemessen zu würdigen. Er bezeichnete Kirchner dabei als einen Sparringspartner und auch Mentor, der in keiner Zeit unter 100 Prozent Bürgermeister gewesen und auch gegen Widerstände für seine Überzeugungen eingetreten sei. „Für die Erweiterung unseres Spielkreises zu einem Kindergarten hast Du gekämpft wie ein Löwe“, nannte Loh als Beispiel.

In einer letzten Amtshandlung begrüßte er die neuen Ratsmitglieder traditionell mit Handschlag und danach war die Ära Kirchner vorbei. Ein bewegender Moment für ihn, obwohl er sich sehr bemühte Sentimentalitäten zu vermeiden, musste er nach eigener Aussage schon sehr schlucken und einmal tief durchatmen.

Aber wie es so ist im politischen Alltag, es musste weitergehen und vor allem musste der Bürgermeisterposten neu besetzt werden. Mit Marco Körner stand auch schon ein sehr aussichtsreicher Kandidat zur Verfügung. Auf Antrag des Ratsmitgliedes Herbert Cordes wurde die Wahl geheim durchgeführt.

Mit neun Ja-Stimmen, einer Enthaltung und einer Nein-Stimme, hatte Körner ein recht eindeutiges Wahlergebnis vorzuweisen und bedankte sich für das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde. Er bezeichnete dabei das Experiment in Reeßum ohne Parteilisten in eine Kommunalwahl zu gehen, als sehr gelungen.

„Wir haben eine Vorreiterrolle für andere Gemeinden und außerdem war die Wahlbeteiligung bei uns mehr als gut“, resümierte er. Körner freue sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Ratsmitliedern, wie auch auf sein neues Betätigungsfeld.

Die Wahl des ersten Stellvertreters wurde ebenfalls auf Antrag von Herbert Cordes geheim durchgeführt, obwohl mit Julian Loh auch dabei nur ein Kandidat zur Verfügung stand. Für den zweiten und dritten Stellvertreter gab es jeweils zwei Kandidaten. Sabrina Wahlers trat einmal gegen Dieter Precht und einmal gegen Marco Bruns an. Doch die Männer setzten sich bei der Wahl jeweils durch.

Als frisch gewählter Bürgermeister beendete Marco Körner die konstituierende Ratssitzung und lud schon für den 21. November zur ersten Zusammenkunft unter seiner Führung ein. Es ist also soweit, die Gemeinde Reeßum hat einen neuen Bürgermeister und man darf gespannt sein, welche Wege er geht, um die Aufgaben, die vor ihm liegen, zu bewältigen. Das Vertrauen des Gemeinderates hat er jedenfalls.

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