Kiosk Krümelecke in Sottrum hat umfangreiches Sortiment / Zusätzlicher Verkauf am Gymnasium

Ein Traum für jedes Kind

Dorothea Henke-Bösen (l.) und Manuela Seedorf haben Spaß bei ihrer Arbeit in der Krümelecke.
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Dorothea Henke-Bösen (l.) und Manuela Seedorf haben Spaß bei ihrer Arbeit in der Krümelecke.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Da werden Kindheitserinnerungen wach. In der Krümelecke an der Bahnhofstraße in Sottrum stapeln sich Unmengen an Süßigkeiten, die jedes Kind kennt. Ob Center Shocks oder Armbänder aus Zuckerperlen, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Kein Wunder, dass der Kiosk von Dorothea Henke-Bösen und Manuela Seedorf vor allem bei den Schülern sehr beliebt ist. Doch die beiden Besitzerinnen haben noch einiges mehr im Angebot.

Seit Januar 2005 gibt es die Krümelecke an der Bahnhofstraße in Sottrum. Schon einige Zeit vorher hatten Dorothea Henke-Bösen und Manuela Seedorf darüber gesprochen, einen solchen Kiosk zu eröffnen – eher eine Seltenheit in der heutigen Zeit. „Unsere Männer haben uns dann Mut gemacht und uns unterstützt“, berichtet die gebürtige Münchnerin Seedorf.

Eigentlich sei ein kleiner Lotto-Laden geplant gewesen. „Es spielen alle gerne Lotto, deswegen war uns die Idee dazu gekommen“, so Henke-Bösen. Doch die Idee mussten die beiden Frauen wieder verwerfen – es gibt in Sottrum bereits zwei Anbieter dafür.

Eine Alternative haben die zwei schnell gefunden: Brötchen, Tabakwaren und Zeitungen – ein richtiger kleiner Kiosk eben. Was in Sottrum auch nicht fehlen darf, ist ein Werder-Fanshop – ein Alleinstellungsmerkmal der Krümelecke. „Dort sind die Verkaufszahlen allerdings nicht so gut, weil sie momentan so schlecht spielen“, berichtet Dorothea Henke-Bösen und lacht. Die 56-jährige Clüversborstelerin erklärt auch, warum sie nicht einfach auf andere Fanartikel umsteigen. „Wir müssen erst einmal für einen gewissen Mindestbetrag Ware annehmen. Und der ist bei Vereinen wie zum Beispiel Bayern München nochmal eine ganze Ecke höher als bei anderen Vereinen.“

Doch auch ohne den Verkauf von Fanartikeln haben die beiden gut zu tun. Denn die Inhaberinnen haben sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt und sich mit ihrem Kiosk einen Platz am Gymnasium ergattert – das Hauptgeschäft für die beiden. Deswegen bleibt die Krümelecke auch in den Ferien geschlossen. „Wir haben uns beworben und schlussendlich gewonnen“, berichtet Seedorf von dem Prozedere. Vor allem die Elternschaft habe sich wohl für den Kiosk ausgesprochen, vermuten die beiden.

In den beiden großen Pausen geht es nun ins Gymnasium. Dort gibt es neben belegten Brötchen auch Donuts, Muffins oder kleine Pizzen – ähnlich wie im Laden selbst. Um das Angebot dort vorzubereiten, sind die Inhaberinnen schon früh auf den Beinen. Um 6.30 Uhr öffnen sie ihr Geschäft – vorher heißt es Brötchen schmieren. „Wir belegen dann auch nochmal frische Brötchen, wenn jemand später zu uns kommt und noch eines haben möchte“, berichtet die 54-jährige Seedorf. Bis 11.30 Uhr haben die Besucher dafür Zeit, dann schließen Henke-Bösen und Seedorf ihren Laden. Laufkundschaft gebe es allerdings nur wenig. Vor allem im Winter, wenn die Menschen in den Autos vorbeifahren, halten nur wenige an.

Doch aus den umliegenden Wohngegenden haben sich die beiden eine kleine Stammkundschaft erarbeitet. „Es ist schön, dass die Menschen auch kleine Geschäfte unterstützen“, sagt Seedorf, die dankbar dafür ist. Auch viele der Kinder, die mittlerweile auf das Gymnasium gehen, kennen die beiden schon von klein auf.

Eine gewisse Konkurrenzsituation herrscht in Sottrum auch. „Wir haben es vor allem bei den Brötchen gemerkt, als der neue Lidl aufgemacht hat“, berichtet Henke-Bösen. Vor allem ist er nach dem Umzug von der St.-Georg-Straße in den Ortskern noch ein Stück näher gekommen. Aufgeben kommt für die beiden Frauen aber nicht in Frage.

Selbst nach elf Jahren verstehen sich die Inhaberinnen noch blendend, und das merkt auch ein Außenstehender, der nur mal kurz zu Besuch in der Krümelecke vorbeischaut. „Wir lieben unseren Job einfach“, stellt Henke-Bösen klar. Kein Wunder, sind sie doch ihr eigener Chef und bestimmen alles selbst. Eines steht daher für beide auch fest: „Wir bleiben dabei.“

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