Jede Menge Hingucker

Ahauser Herbst sorgt für einen Besucherstrom 

Metall und Malerei – das muss sich nicht ausschließen.

Ahausen - Wie bestellt, begann das Kulturwochenende unter der Überschrift „Ahauser Herbst“ golden. Bereits vor der offiziellen Startzeit von 14 Uhr tummelten sich am Samstag zahlreiche Schaulustige auf den Straßen und strebten ihre favorisierten Ausstellungspunkte an. Trotz nicht ganz so perfekter Witterung am Sonntag blieb der Besucherzustrom ungebrochen.

Metall und Malerei – das muss sich nicht ausschließen.

Ein gediegenes und sehr heimatbezogenes Ambiente bot einer der drei neuen Ausstellungsorte an der Bockeler Straße 6. Erstmals öffnete Heiko Rosebrock, der frühere Vorsitzende des Heimatvereins, seinen Hof und debüttierte mit seinen Werken. Rosebrock hatte aus alten Eichenzaunpfählen, Fachwerkresten und vergessenen historischen Ackergeräten Hingucker für drinnen und draußen gefertigt. Hingucker auf dem Innenhof war vor allem ein altes Bett, dass er und seine Frau Kathrin kurzerhand mit Tauen am Vordach ihrer Remiese befestigt hatten. Perfekt auf Rosebrocks Werke abgestimmt waren die Werke seiner Gäste: Der Bremer Maler Karl S. Kodritsch überzeugte mit farbenfrohen, großformatigen, experimentellen Arbeiten, die vorwiegend in der Remise ausgestellt waren und die Blicke unwillkürlich auf sich lenkten. Dazwischen platziert befanden sich Eisenplastiken von Udo Smorra aus Langwedel. Zwei unterschiedliche Gewerke, die hervorragend miteinander funktionierten: Malerei und Eisen. In einem kleinen Spieker am Hofeingang stellte Renate Bertram aus Dauelsen farbenfrohe Textilien und fantasievolle Stickereien aus. „Bockeler Straße 6“ wurde in Insiderkreisen zum Favoriten der diesjährigen Ausstellungsorte gekürt.

Graffitikünstler Thorben Schiel hatte Unterschlupf auf dem Hof von Zimmermann Bertold Wiederhold gefunden.

Ebenfalls erst- und vielleicht auch letztmalig bot der alte Kindergarten Projektionsfläche für Kunst. Neu-Ahauserin Christine Eisele nutzte die Chance der unvollkommenen und beschädigten Wände. Kurzerhand schuf sie Arbeiten direkt auf Farbe- und Tapetenreste und bezog sie in ihre Bilder mit ein. „Endlich konnte ich mal frei mit Gaffa-Band arbeiten. Wann habe ich schon mal die Gelegenheit dazu?“, sagte Eisele, die die Ahauser Mühle aus ihrer Sichtweise auf einer Wand realisierte. Faszinierend waren auch die Arbeiten von Malerin Helga Lüth und Fotografin Martina Ohrt sowie von Thorben Schiel, Maler, Graffitikünstler und Ehemann von Eisele.

Die Neu-Ahauserin Christine Eisele nutzte die Möglichkeiten unvollkommener und beschädigter Wände.

Schiel war nur einen Katzensprung weiter bei der Arbeit zu beobachten. Er hatte Unterschlupf auf dem Hof von Zimmermann Bertold Wiederhold gefunden. Neben einer eigenen Arbeit gab es dort auch noch ein Mitmach-Experiment. Dabei stellten die Versuchskünstler fest, dass Sprayen gar nicht so einfach ist. Als weiterer Anziehungspunkt kristallisierte sich die Marienkirche heraus. Die extra für das Kulturwochenende und für den Heimatverein konzipierte Ausstellung „Ahauser Gesichter – Ahauser Geschichten“ von Piet Diercks und Bettina Diercks zog viele Interessierte an. Viele ergreifende Gespräche wurden anlässlich dieser Idee geführt.

Vermisst wurde noch die eine oder andere kulinarische Gelegenheit mit deftigen Köstlichkeiten. „Wir haben danach gesucht, aber nichts Passendes gefunden“, räumt Carsten Kaßburg ein, der als erster Vorsitzender mit seinem Heimatverein Träger des Ahauser Herbstes ist. Eine einfache Thüringer Bratwurt sollte es nämlich nicht sein, sondern schon etwas Besonderes.

Ahauser Herbst

Die insgesamt gelungene Veranstaltung wurde am Wochenende übrigens von mindestens zwei Diebstählen überschattet. Am Samstag entwendeten Unbekannte einer Schmuckgestalterin einen Ring. Schwerer wiegt hingegen der Übergriff Freitagnacht: Während des Konzerts ließen Diebe aus einem Zwischenraum, der eigentlich nicht für Publikum zugänglich ist, ein Portemonaie mitgehen. 

bd

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