Jeff Hess im Hellweger HuK

Jazz und Klamauk passen zusammen

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„Frosch im Hals“, der endlich raus ist und Jeff dann wieder sprechen kann. 

Hellwege - Von Heidi Stahl. Die Frage, ob sich Komik und Clownerie mit traditionellem Jazz vertragen, wurde am Freitagabend im Heimat- und Kulturhaus Hellwege (HuK) eindeutig positiv beantwortet. Der amerikanische Comedian Jeff Hess traf hier auf vier namhafte Bremer Jazzmusiker, und gemeinsam bewiesen sie, dass diese überraschende Kombination von Musik und Slapstick durchaus ihren Reiz hat und das Publikum zwischen passioniertem und hervorragendem Jazzgenuss auch zu Lachsalven hinreißen kann.

Schon beim Betreten des HuK wurden die Besucher dieses außergewöhnlichen Abends von einem Ambiente wie in einem Varieté überrascht. Edwin Bohlmann hatte mit seinen Helfern den Zuschauerraum fast in „Schmidt’s Tivoli“ verwandelt. Rote Samtdecken auf Tischen, Kerzenlicht und ein mit schwarzem Tuch verkleideter Bühnenhintergrund ließen den sonst so biederen Saal in völlig neuem Licht erscheinen. 

Diese neue Atmosphäre war wie geschaffen für eine Jam-Session. Und die boten die Musiker Rudi Schmücker am Piano, Günther Späth, der Initiator dieses Projekts von „Jazz and Jeff“, am Bass, Toni Danner am Schlagzeug und der hervorragende Saxophonist Eckard Petri in überzeugender Weise.

Zusammenspiel von Jazz und Clownerie

Gemeinsam mit dem Comedian waren die vier Musiker bisher nur einmal im April im Bremer Kult-Club „Moments“ aufgetreten. Die Begeisterung über das Zusammenspiel von Jazz und Clownerie hatte den zufällig anwesenden Hellweger Musiker Edwin Bohlmann bewogen, sie zu dem Konzert nach Hellwege einzuladen.

Jeff Hess, der aus New York stammende Pantomime und Clown, kam an diesem zu seinen Darbietungen so passenden 11.11. geradewegs von einer Tournee aus Japan auf die Bühne ins HuK. Er bot das bewährte amerikanische Slapstick-Programm à la Jerry Lewis mit viel Körpersprache und unvorstellbar vielen Grimassen und Verrenkungen.

Pantomimisch setzte er klassische Komiksituationen wie beispielsweise den Frosch im Hals, der erst nach vielen vergeblichen Versuchen heraus gehustet werden kann, oder den Finger in der Weinflasche, der sich nicht wieder heraus ziehen lässt, unter den Lachsalven der Zuhörer, unter denen auch einige Kinder waren, sehr versiert um. Auch bezog er auf bewährte Weise die Zuschauer in sein Spiel mit ein, wenn er zu seinem Trip auf dem Motorrad, das nur aus einem Lenker bestand und mit dem er in atemberaubendem Tempo zwischen den Tischen hindurchdüste, einen zweiten „Easy Rider“ im Publikum suchte und fand.

Trotz dieses Klamauks kam die Musik keinesfalls zu kurz. Während des Spiels der vier hervorragenden Jazzmusiker hielt er sich unauffällig mit kleinen Gesten im Hintergrund. So konnten die Solopartien von Piano, Bass, Drums und Saxophon die Zuhörer uneingeschränkt mit auf die rhythmische Reise des Modern Jazz nehmen und mit langen Szenenapplaus belohnt werden.

Zum Abschluss dieses zweieinhalbstündigen Konzertes griff auch Jeff Hess noch zur Posaune und mit gemeinschaftlichen heißen Rhythmen konnten die vier gestandenen, exzellenten Bremer Jazzmusiker dann das begeisterte Publikum innerlich aufgewärmt durch die nasskalte und frostige Novembernacht auf den Heimweg schicken.

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