Kalinuschka tritt im Heimat- und Kulturhaus in Hellwege auf

Innige Energie der Lieder

Kalinuschka nimmt das Publikum mit seinen Volksliedern im Heimat- und Kulturhaus in Hellwege mit auf eine Reise nach Russland. - Foto: Stahl

Hellwege - Von Heidi Stahl. Traditionelle russische Volkslieder, bunte Trachten aus Weißrussland und die Zaubermusik sämtlicher russischer Volksinstrumente des Balalaika-Orchesters – Kalinuschka brachte fröhliche Farben und Klänge in das Heimat- und Kulturhaus (HuK) Hellwege.

Vor drei Jahren waren Chor, Orchester und Solisten dieses temperamentvollen Ensembles schon einmal in Hellwege zu Gast. Die Mitglieder von Kalinuschka, was soviel heißt wie „kleiner Schneeballstrauch“, eine Pflanze die überall in den weiten Landschaften Russlands anzutreffen ist, sind Russen, die ständig oder zeitweilig in Deutschland leben oder Deutsche, die aus der ehemaligen UDSSR zu uns gekommen sind.

Unter der Leitung von Anja Lüers geben sie ausschließlich Benefizkonzerte, mit deren Erlös sie Familien mit kranken Kindern in Weißrussland unterstützen und eine Stelle für eine Betreuerin an einem Kinderkrebskrankenhaus bei Minsk finanzieren.

Anja Lüers führte auch an diesem Abend durch das Programm und fasste den Inhalt der Volks-, Kosaken- und Zigeunerlieder für die nicht russisch sprechenden Zuhörer auf ausdrucksvolle und manchmal humorvolle Weise zusammen. Im vollbesetzten Saal des HuK hatten sich auch viele Zuhörer mit russischen Wurzeln eingefunden, die sehnsuchtsvoll den alten Weisen lauschten und ein Stück Heimat wiederfanden.

Manches Taschentuch wurde verstohlen an die Augen geführt und die vielen Fotos, die aus dem Publikum heraus gemacht wurden, zeugten vom Heimweh nach der alten russischen Tradition. Die bunten Trachten der zehn Sängerinnen vermittelten mit dem vielen Rot der langen, glänzenden Schleifen in den Zöpfen der Mädchen und Frauen, ihrem traditionellen Kopfputz oder den weit schwingenden Röcken ein buntes, fröhliches Bild aus alten Zeiten.

Die ursprüngliche und innige Energie der Lieder übertrug sich auf die Zuhörer, auch wenn man die Sprache nicht verstand. Die Inhalte der alten Volkslieder sind auf aller Welt gleich. Mütter warnen ihre Töchter vor den wilden Burschen, Mädchen wollen zu ihren Liebsten, verschmähte Liebe und Untreue finden ihren melancholischen Ausdruck, Wiegenlieder schaukeln in den Schlaf, unbändig-fröhliche Tanzlieder berichten von Festen auf dem Dorf und bewundert werden die schönen Seidentücher, die auf dem Markt erstanden worden sind.

Die Lieder wurden mit Tanzeinlagen und den Solostimmen der Sängerinnen Valentina Kabaewa und Margarita Konstantinowa begleitet, laute Juchzer vermitteln die Lebensfreude bei den Tanzliedern, und sämtliche russischen Volksinstrumente wurden vorgestellt. Balalaikas, Lauten, Flöten, Schalmeien, Akkordeon, Geigen, Zither, Tamburins mit bunten Bändern, rhythmisch geschlagene Holzlöffel und ein einfaches Xylophon aus Klanghölzern und Seilen kamen zum Einsatz.

Alle Notenständer waren mit den klassischen Tüchern mit dem Muster der roten Rosen auf schwarzem Grund behängt und bildeten ein farbenfrohes Bühnenbild. Kein Wunder, dass das Publikum enthusiastisch mitging, begeistert den Takt mitklatschte und das Ensemble nicht ohne mehrere Zugaben entlassen mochte.

Lebensfreude vermittelte dieses Konzert und einen Hauch der „russischen Seele“ hatte der Veranstalter Edwin Bohlmann dieses Mal in das kleine Hellwege gebracht, wofür die vielen Zuhörer, nicht nur die mit russischen Wurzeln, dankbar und begeistert langanhaltenden Beifall spendeten.

Mehr zum Thema:

Feuer bei Party in Oakland - bis zu 40 Tote befürchtet

Feuer bei Party in Oakland - bis zu 40 Tote befürchtet

RB Leipzig bleibt Erster vor Bayern und Hertha BSC

RB Leipzig bleibt Erster vor Bayern und Hertha BSC

Nikolausmarkt rund um die Kirche in Dörverden

Nikolausmarkt rund um die Kirche in Dörverden

Bartels hält Werder am Leben

Bartels hält Werder am Leben

Meistgelesene Artikel

Engel mit Kaugummi

Engel mit Kaugummi

Diskussion im Rathaus über Umbenennung der Lent-Kaserne

Diskussion im Rathaus über Umbenennung der Lent-Kaserne

Kreisumlage wieder im Fokus: Zurück auf 49 – mindestens

Kreisumlage wieder im Fokus: Zurück auf 49 – mindestens

Mann nach Unfall auf Grünabfallsammelplatz schwer verletzt

Mann nach Unfall auf Grünabfallsammelplatz schwer verletzt

Kommentare