Jens Schiller bekommt das Niedersächsische Ehrenzeichen

Mit Herzblut dabei

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Für die Kluft des Feuerwehrmannes hat Jens Schiller sogar Fuß- und Handball links liegen lassen.

Sottrum - Von Bettina Diercks. Ihm geht das Herz auf, wenn es um Kinder und Jugendliche geht. Der 46-jährige Sottrumer Jens Schiller ist Gemeindejugendfeuerwehrwart. Im Rahmen des 14. Kreisjugendfeuerwehrzeltlagers in Iselersheim (Bremervörde) wurde er für sein langjähriges, aufopferndes Engagement ausgezeichnet.

Rund 400 Jugendliche applaudierten, als Kreisjugendfeuerwehrwart Volker Jungen Jens Schiller das Niedersächsische Ehrenzeichen ansteckte. Schiller hat sich in verschiedenen Führungsfunktionen verdient gemacht hat. Jungen: „Besonders in der Kinder- und Jugendarbeit ist seine Handschrift zu erkennen, wie beispielsweise bei der Gründung der Jugendfeuerwehren Hassendorf, Hellwege und Reeßum.“ Im Kreis-Zeltlager produzierte er die Lagerzeitung.

Gemeindejugendfeuerwehrwart Jens Schiller hat Spaß an der Arbeit mit Kindern.

Der 46-Jährige ist sowieso schon hochdekoriert, ist Träger der Ehrenmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes Rotenburg, der Floriansmedaille der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr und des niedersächsischen Ehrenzeichens für 25-jährige Treue zu der Feuerwehr. Vom Landkreis wurde er darüber hinaus 2008 für sein Engagement in Sachen Brandschutz und Jugendarbeit geehrt.

Schiller gehört zu den ewig Engagierten in Sachen Feuerwehr. Aus Leidenschaft, mit Herzblut. Wer ihm begegnet spürt, wie ernst es ihm trotz seiner heiteren Art mit seinem Einsatz für die Feuerwehr ist. Vor allem eben, was den Nachwuchs angeht. Auf seine Initiative hin wurde in diesem Jahr die Kinderfeuerwehr in Sottrum gegründet.

Den gebürtigen Hildesheimer verschlug der Beruf seines Vaters nach Sottrum. Der Heizungstechniker fand in der Gemeinde an der Wieste eine Stelle, als Jens Schiller noch klein war.

Fuß- und Handball haben keine Chance

An sein damaliges Alter kann sich der 46-Jährige nicht erinnern. Wohl aber an einige erste Wegbegleiter seiner neuen Heimat, die er in Ottersberg im Kindergarten kennenlernte. Dann zog es die Familie ganz nach Sottrum, und Jens Schiller lernte Frank Weidenhammer kennen. „Er ist schuld“, sagt Schiller lachend. Weidenhammer war schon mit Herzblut beim Feuerwehrnachwuchs und schleppte Schiller eines Tages mit zur Jugendfeuerwehr. Daraufhin ließ der Leichtatlethik, Fuß- und Handball links liegen, trat am 22. Januar 1984 in die Jugendfeuerwehr ein und widmete sich von da an mit Leib und Seele der Wehr. „Da lebe ich für“, sagt der Wahl-Sottrumer, der sich neben der Wehr und seinem Beruf als Groß- und Außenhandelskaufmann noch Radfahren und Inline-Skaten gönnt.

Schiller erinnert sich: „Ich war auf Anhieb völlig infiziert und fasziniert von der Jugendfeuerwehr. Zu lernen, dass ich anderen Leuten helfen kann, die soziale Ader.“ Spannend für den Jungen war, Erste Hilfe zu lernen und einen Notruf abzusetzen. Vor allem aber der Zusammenhalt, den er dort spürte, das war es, was ihn fesselte und ihn bis heute begeistert. „Ich fand ihn besser als beim Fußball. Und irgendwie wird man bei der Wehr ,auf den Pfad der Tugend’ geführt“, sagt Schiller.

Außerdem werde viel geboten. „Neben der Ausbildung Wettbewerbe, Jugenflamme, Leistungsspange, Orientierungs-Märsche – auch nachts  –, Tagesfahrten, Kreis-Zeltlager, und vieles mehr“, zählt Schiller auf, der mit seiner Jugenfeuerwehr auch schon mal am niedersächsischen Umweltschutzpreis teilgenommen und den neunten Platz belegt hat.

Teamgeist und das Miteinander

Zu seinem Amt als Jugendwart kam Schiller, als seine langjährig engagierte Vorgängerin Petra Ziegler aufhörte. „Mich reizte es, junge Menschen zu fördern, ihnen soziales Verhalten, Teamgeist, Miteinander und Hilfsbereitschaft nahezubringen. Alles, was man für das Leben gebrauchen kann und es angenehm macht.“

Aber es gibt auch Tage in der Feuerwehr, die nicht so angenehm sind: „Einsätze, bei denen es um Menschenleben geht“, bringt Schiller es auf den Punkt. Hausbrände, bei denen die Bewohner wieder zurück ins Feuer laufen wollen, Autobahnunfälle mit Toten und Schwerstverletzten. Bilder, die ihn nicht so schnell loslassen, das gibt der langjährige Aktive zu. Aber: „Heutzutage können wir jederzeit einen Notfallseelsorger anfordern, wenn uns danach ist.“

Unterstützung erfährt Schiller nicht nur aus den eigenen Reihen – auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde klappte bisher immer reibungslos, wenn etwas benötigt wurde. Für den 46-jährigen Groß- und Außenhandelskaufmann war das gut zu wissen, als er plante, eine Kinderfeuerwehr in Sottrum zu gründen. Im Juni war es soweit. „Das war die Idee schlechthin“, sagt er. Spielerisch werden die Sechs- bis Zehnjährigen an die Materie herangeführt. Schiller hofft, dass es bei vielen so funkt wie bei ihm und sie damit dem Nachwuchsproblem bei den Wehren entgegenwirken. „Es wäre ja übel, wenn keiner kommt, wenn es brennt.“

Gelegentlich denkt Schiller ans Aufhören, obwohl er sogar schon für den Posten des Kreisjugendwarts gehandelt wurde. Ein Amt, das er aber nicht haben will: „Das hier ist meine Samtgemeinde. Deshalb bleibe ich hier. Ich mag die Menschen und sie mich. Hier kann ich mich verwirklichen, hier bin ich glücklich.“ Irgendwie seien es ja alles seine Kinder. Die der Jugend- und Kinderfeuerwehr.

Und wer weiß, wenn Sottrum nicht eh schon eine Schillerstraße besäße, dann hätte sie dem mit Herzblut Engagierten vielleicht sogar eine eigene Straße gewidmet.

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