Laienspielgruppe des TV Sottrum überzeugt

Gute Alternative zum Tatort

Die gierige Verwandschaft hat es auf das Geld der Tante abgesehen. Doch wer von ihnen ist der Mörder? - Foto: Daus

Sottrum - Von Matthias Daus. Der Vorhang im Gasthaus Röhrs in Sottrum öffnet sich, und den ersten Applaus bekommt das Bühnenbild. Die Darsteller der Laienspielgruppe des TV Sottrum sind noch nicht zu sehen. Sie warten auf ihren Einsatz beim Stück „Erben ist nicht leicht“, und man kann nur erahnen, wie groß die Anspannung sein muss. Monate der Vorbereitung liegen hinter den Mitgliedern, und nun wird es ernst.

Jetzt sollen die Früchte all der Arbeit geerntet werden und unterstützt durch Maskenbildner, Technikabteilung und Bühnenaufbau betreten die Schauspieler die Bühne, um das Publikum so gut wie möglich zu begeistern. Um es vorweg zu nehmen: Es ist ihnen auf ganzer Linie gelungen.

„Das ist wie ein Wechselspiel. Wenn der Funke von uns zum Publikum überspringt, dann springt er auch zu uns zurück“, erläutert Jens Högermeyer, einer der Darsteller, das Gefühl, wenn die Zuschauer so reagieren, wie es sich die Darstellerriege erhofft hat. „Ein Lachen an der richtigen Stelle, ein Szenenapplaus, so etwas beflügelt uns und spornt uns an, noch mehr aus uns herauszuholen“, fügt Regisseur und Darsteller Andree Siemund-Scheffelmeier hinzu.

Da tut es der Sache auch keinen Abbruch, wenn vielleicht mal ein Text etwas hakt. Vor allem nicht, wenn ein Lapsus derart charmant mit in das Stück integriert wird, wie es an diesem Abend der Fall ist. Es zeigt sich das große Talent der Schauspieler, die neben der Perfektion auch in der Lage sind, mit einer guten Portion Spontanität zu reagieren. Ein befreiendes Lachen in einer solchen Situation, auch auf der Bühne, wirkt Wunder und bringt zudem auch eine ungeahnte Nähe zum Publikum mit sich.

„Erben ist nicht leicht“ ist eine Krimikomödie, wobei die Komödie sehr im Vordergrund steht. Eine Erbtante, die keines natürlichen Todes stirbt, ein treuer Butler mit dem Schalk im Nacken, eine gierige Verwandtschaft, die sich teilweise nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnt, ein Kommissar und eine Notarin, das sind die Zutaten für einen Erbschaftsstreit der etwas anderen Art.

Da gerät die Suche nach dem Mörder oder der Mörderin etwas in den Hintergrund. Es ist eher der Weg das Ziel, und der ist gespickt mit Gehässigkeiten, Handgemenge, einem denkwürdigen Gesangseinsatz und jeder Menge Dialogwitz und Situationskomik. Umgesetzt von einem Ensemble, das mit Leidenschaft und Hingabe vergessen lässt, dass keine gelernten Schauspieler auf der Bühne stehen.

Nach sehr kurzweiligen 100 Minuten ist der Fall geklärt, die Erbschaft geregelt und das Publikum begeistert. Bei der Verbeugung ist den Darstellern anzusehen, wie bewegt sie sind. Ein schöner Moment, den sie bei den noch verbleibenden Aufführungen bestimmt wieder erleben werden.

Wer sich das Stück noch ansehen will, hat dazu am 4., 5., und 6. November jeweils um 19.30 Uhr Gelegenheit. Karten gibt es im Gasthaus Röhrs für sieben Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder.

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