Malerin Renate Vogel-Stelling öffnet Haus und Garten zum Tag des offenen Ateliers

Feuerrote Fantasien

Renate Vogel-Stelling zeigt ihr Bild „Fantastische Traumwelten“. - Fotos: Stahl

Stuckenborstel - Von Heidi Stahl. Gleich beim ersten Schritt in den verwunschenen Garten der Künstlerin Renate Vogel-Stelling wird das Auge des Besuchers beim Tag des offenen Ateliers von dem großformatigen, vor einem blühenden Hortensienbusch aufgestellten Ölgemälde „La dolce Vita“ in feurigen roten Farben und kraftvollen weiblichen Formen gefangen genommen. Den etwas ängstlichen Blick der Betrachter zu den dunklen Wolken am Himmel kommentiert die Gastgeberin lachend mit „bei mir wird es nicht regnen, keine Sorge“.

Dieser Optimismus ist eine ganz wesentliche Eigenschaft der in Danzig geborenen Malerin, der sich auch in all ihren kraftvollen Bildern ausdrückt. Rot ist ihre bevorzugte Farbe, Dynamik und Temperament prägen ihre Bilder. Schon die berühmten „Wellenweiber“ ihrer früheren Werke haben rote Stiefel oder andere Accessoires in dieser energiegeladenen Farbe.

In ihren neuen Werken geht sie über die gegenständliche Kraft der „Wellenweiber“ hinaus zu den inneren Energien, die das Leben bestimmen. „Fantastische Traumwelten“ oder „Fantastische Welten vor unserer Zeit“ nennt sie die 150 x 180 Zentimeter große Bilder, die die zartgliedrige Künstlerin um Haupteslänge überragen und in Rot, Weiß, Blau und akzentuiertem Schwarz den Blick unvermeidlich fesseln.

Die Kraft, die diese Bilder ausstrahlen, kommt aus ihr selbst und überträgt sich auf den Betrachter. Viel Symbolik liegt in dem Werk „Fantastischen Traumwelten“, wenn sie einen liegenden Frauenakt vor einer Weltkugel mit einer feuerroten Schlange umgibt und über ihr ein kreuzförmiges Phallussymbol wie ein Schwert auf sie niedersausen lässt. Ein geöffneter Granatapfel als Fruchtbarkeitssymbol lässt seine Kerne, in denen sich auch ein Embryo wiederfindet, auf sie herab regnen.

Erotische Aspekte fanden sich auch in den „Wellenweibern“, doch sie waren sehr augenscheinlich, kraftvoll und gegenständlich. Dort geht sie in die inneren Welten, regt die Betrachter zu persönlichen Deutungen an und fesselt sie mit einem Blick auf eigene Fantasien.

Ihre Technik ist geprägt von vielen Schichten, die sie antrocknen lässt und immer wieder übermalt bis ein seidiger Glanz die Farben erstrahlen lässt. Diesen, ihr ganz eigenen Pinselstrich nennt sie „REVOST“-Malerei, Buchstaben zusammengesetzt aus ihrem Namen („REnateVOgelSTelling“) und macht sie in der Kunstwelt einzigartig. Viele ihrer Bilder hängen in öffentlichen Gebäuden in der ganzen Welt, am bekanntesten ist wohl ihr Gorbatschow-Portait und das Werk „GRENZENlos“, das sie Michail Gorbatschow 1997 für die Gorbatschow-Stiftung in Moskau im Auftrag des Bremer Senates anlässlich seines Besuches in Bremen überreicht hat.

Ivit Hardak präsentiert auf der Lichtung seine Skulpturen.

Neben ihren Bildern in Haus und Garten hat der Bildhauer und Schriftsteller Ivit Hordak, ihr Ehemann, seine Werke ebenfalls auf dem Gelände verteilt. Auf Stelen aufgestellt führen kleinformatige Skulpturen unter einem grünen Blätterdach wie durch einen Tunnel zu einer Lichtung, auf der sieben übergroße Fabelwesen aus dem Bereich der „Wellenweiber“ den Blick des Betrachters wie in einem Zauberwald gefangen nehmen. Um große Kunst zu sehen, müssen Interessierte also nicht in die weite Welt gehen, in Stuckenborstel blüht sie im Verborgenen.

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