Mit bis zu 121 Stundenkilometern durch Höperhöfen

Bedenkliche Ergebnisse

Helmut Fajen (l.) und Olaf Buthman bei der Auswertung der Messergebnisse. - Foto: Daus

Bötersen - Von Matthias Daus. Seit einem Jahr besitzt die Gemeinde Bötersen eine Geschwindigkeitsmesstafel, die von Olaf Buthmann und Helmut Fajen turnusmäßig an verschiedenen, neuralgischen Punkten innerhalb der Gemeinde eingesetzt wurde. Aktuell verrichtet das Gerät an der Grundschule Bötersen seinen Dienst – und kehrt somit wieder an den Ort zurück, an dem es im August 2015 erstmals in Betrieb genommen wurde.

Regelmäßig überprüften Buthmann und Fajen die Messergebnisse und nun, nach dem ersten Jahr, ziehen sie eine Bilanz, deren Ergebnisse manchmal überraschend und manchmal auch erschreckend sind. „Viele Anwohner haben uns erzählt, dass der allgemeine Verkehr spürbar langsamer unterwegs war, wenn die Tafel in der Nähe gewesen ist, aber das ist nur die halbe Wahrheit“, sagt Helmut Fajen.

Die nackten Zahlen sprechen da auch eine andere Sprache. Durchschnittsgeschwindigkeiten, die manchmal nahe an der 60-Stundenkilometer-Marke liegen, zeugen davon, dass man es häufig nicht so genau mit der Geschwindigkeitsbegrenzung nimmt. „Was uns aber große Sorge bereitet, sind die Spitzenreiter in der Statistik. Wenn beispielsweise jemand mit 121 km/h durch Höperhöfen oder mit 115 km/h im Bereich der Schule Bötersen fährt, dann ist das ganz gewiss kein Kavaliersdelikt mehr“, stellt Olaf Buthmann kopfschüttelnd fest.

Trotzdem glauben die beiden unverdrossen an den erzieherischen Effekt, den diese Form der Geschwindig-keitsmessung haben kann. „Wenn einem die Zahlen so direkt entgegen leuchten, dann ist das auch wie eine Art Selbstkontrolle für die Fahrer“, erläutert Fajen.

Überraschend ausgefallen sind die Ergebnisse für das Verkehrsaufkommen. Injeerhof waren es im Durchschnitt über 400 Bewegungen pro Tag, in Höperhöfen etwa 1.200 und in Bötersen rund 1.500 Messungen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nur in eine Fahrtrichtung gemessen wurde.

Die Tafel wird auch in Zukunft wieder an verschiedenen Standorten aufgebaut, wobei immer zu Zeiten des Schulanfangs im Bereich der Grundschule Bötersen gemessen werden wird. Eine Maßnahme, um die Autofahrer dafür zu sensibilisieren, dass hier die „Abc-Schützen“ unterwegs sind und besondere Umsicht gefragt ist.

Schon beim diesjährigen Aufbau gab es einen großen Aufreger. Ein mit langen Baumstämmen beladener Lkw passierte das Messgerät mit 73 km/h. „Von denen fahren hier sehr viele durch den Ort, und wir hatten immer das Gefühl, dass die zu schnell unterwegs sind. Das war jetzt ein eindeutiger Beweis“, erläutert Fajen. „Da kann ein Fahrer seinen Lkw noch so gut beherrschen, der Bremsweg von so einem Fahrzeug ist einfach zu lang und dann ist ein Tempo wie dies einfach unverantwortlich“, ergänzt Buthmann. Sowohl er als auch Fajen sehen gerade im Bereich der Schule in Verbindung mit dem Kindergarten und dem Sportplatz großes Gefahrenpotenzial und appellieren an alle Fahrer, besonders auch die der schweren Fahrzeuge, die Zahlen auf der Anzeige ernst zu nehmen und den Fahrstil an die Gegebenheiten anzupassen. Dann, so hoffen sie, wird die Bilanz in einem Jahr vielleicht positiver ausfallen.

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