Christina Fry, Mark Polak und Pianistin Wiebke tom Dieck

Alles ohne Mikrofon

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Christina Fry und Mark Polak stellen ihr neues Programm mit Pianistin Wiebke tom Dieck im Kulturhof in Ahausen vor. Damit soll es künftig auf Tour gehen.

Ahausen - Von Bettina Diercks. Premiere gelungen, lautet das Fazit über den Musical-Abend im Kulturhof Ahausen. Dort stellten die beiden Sänger Christina Fry und Mark Polak mit Pianistin Wiebke tom Dieck ihr neues Programm vor, mit dem das Trio künftig auf Tour gehen will.

Was auf Anhieb auffiel: Weder auf der Bühne noch an den beiden Sängern war ein Mikrofon zu entdecken. „Wir haben uns gesagt: Back to the roots, back to the basics“, sagte Fry, um die gute Akustik des Raumes wissend. „Das ist eine Leistung“, kommentierte Gesangslehrerin Nathalie Usselmann-Kock die Entscheidung, rein akustisch zu singen.

Mühelos wirkte der Streifzug durch die internationale Musical-Welt. Und oft war er sehr berührend. „Maria“ (West Side Story) intonierte der gebürtige Amerikaner Mark Polak hingebungsvoll lächelnd, als hätte er Maria höchstselbst geküsst.

Genauso überzeugend kam die Erzählung von Christina Fry rüber, als sie von ihrer Zeit an der Schauspielschule berichtete. Musical-Fans wissen und wussten: Jetzt kommt „Nothing“ aus „The Chorus Line“.

„Steh mir bei, lass kein Unrecht geschehen“, betete Polak ein Gebet aus „Les Misérables“ vor dem Publikum kniend, um nur wenige Songs später dezent geschminkt und gekonnt durchgeknallt die komische Nummer „Sweet Transvestite“ (The Rocky Horror Picture Show) mit Hüftschwung zu präsentieren. Die Zuschauer zollten die Einlage mit reichlich Lachern und Applaus. „Ich habe ihn nicht dazu gezwungen, er wollte es unbedingt singen“, sagte Fry, die 1989 mit dem Schauspieler Axel Pahl in Schleswig in „The Rocky Horror Picture Show“ auf der Bühne stand.

„Wir wollen einfach nur singen, wozu wir Lust haben“, erklärte Fry zum neuenProgramm. Die gebürtige Britin lieferte Gänsehaut pur mit „Autumn Leaves“ in der Fassung ihrer Lieblingsinterpretin Evan Cassidy. Christina Fry zeigte einmal mehr, dass Chansons ihre große Stärke sind und sie Größen wie Piaf, Marlene Dietrich und Zarah Leander nicht scheuen braucht. Die Fülle ihrer Stimme und ihre Tonlage scheinen geschaffen für dieses Genre.

Im Wechsel konnte das Publikum im Ahauser Kulturhof lachen und weinen. Mal mitreißende Balladen, mal unterhaltende, witzige Werke waren aus der Musical-Welt zu hören. Beeindruckend war das Können der Berliner Pianistin Wiebke tom Dieck am Flügel, der laut Fry „friedhofsreif“ und „zickig“ sei. Letzteres, weil die F-Taste nicht immer funktioniere. Tom Dieck schien den richtigen Draht zu dem 92 Jahre alten Stück zu haben und brillierte trotz unheimlich hartem Klang des Flügels mit zwei Soli – neben der begleitenden Klaviermusik.

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