Abtrennung zwischen Mühlenteich und Ahauser Bach soll fallen / Sohlgleite ist in Planung

Weg mit der Schleuse

Der Mühlenteich soll dauerhaft vom Ahauser Bach abgetrennt werden – so sind die Überlegungen der Gemeinde.
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Der Mühlenteich soll dauerhaft vom Ahauser Bach abgetrennt werden – so sind die Überlegungen der Gemeinde.

Ahausen - Von Bettina Diercks. Seit Jahrzehnten ist die Schleuse unter Ahauser Fischfreunden ein wiederkehrendes Thema. Sie trennt den Mühlenteich vom Friedbach (Ahauser Bach). Wenn alles klappt und sich alle Beteiligten einigen, soll die künstliche Fischhürde in ein oder zwei Jahren fallen.

Bekannt wurde das Vorhaben am Montag im Rahmen der Ahauser Ratssitzung. Bürgermeister Claus Kock (CDU) berichtete, dass es ein Vorgespräch mit allen Beteiligten gegeben habe. Geplant sei, die Wehre abzubauen und eine sogenannte Durchgängigkeit mit einer Sohlgleite herzustellen. Ähnlich, wie es 2014 an der Hassendorfer Schleuse (Schleuse III) realisiert wurde.

Laut Kock und einer Pressemitteilung des Unterhaltungsverbandes Mittlere Wümme wird bei diesem Vorhaben der Mühlenteich vom Ahauser Bach dauerhaft abgetrennt, herbeigeführt durch eine Spundwand und dem Bodenaushub, der sich beim Ausbaggern des Mühlenteiches ergibt. Letzteres gehört laut Kock zur Vereinbarung.

Das etwa drei Hektar große Gewässer befindet sich im Privatbesitz. Eigentümerin Stephanie Westhof war Ende 2015 von Werner Kochta angesprochen worden, Betriebsstellenleiter des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Verden. Kürzlich gab es dann ein erstes „Sondierungsgespräch“. Eingeladen waren vom NLWKN und dem Unterhaltungsverband Mittlere Wümme laut Pressemitteilung neben den Eigentümern der Ahauser Mühle (samt Teich) weitere Beteiligte wie der Angelverein, die Gemeinde und Vertreter des Landkreises. Westhof und ihre Familie steht dem Vorhaben, eine Sohlgleite zu bauen, positiv gegenüber. „Sollte es zu dem Projekt kommen, werden wir aufs Staurecht verzichten“, erzählt sie.

„Wir stehen ganz am Anfang der Planung“, sagt Gitta Twiefel, Geschäftsführerin vom Unterhaltungsverband Mittlere Wümme. Frühestens 2017 sei mit einer Umsetzung des Projektes zu rechnen. „Das hängt davon ab, ob Fördergelder vorhanden sind“, so Twiefel, die nicht ausschließt, dass es auch 2018 werden kann. Der Unterhaltungsverband Mittlere Wümme teilt außerdem mit, dass er die Trägerschaft für das Vorhaben übernehmen will.

„Um weiterhin konstante Wassertiefen im Mühlenteich vorhalten zu können, wird oberhalb der Sohlgleite ein regulierbarer Durchlass eingebaut. Beeinträchtigungen für den Teich sowie den daran anschließenden Mühlengraben werden so vorgebeugt“, heißt es vom Unterhaltungsverband.

Die Berme, die zurzeit den Ahauser Bach vom Mühlenteich trennt, werde verstärkt. Dazu solle der Mühlenteich entsandet und das Material vor der Berme angeschüttet werden. Anschließend könne die Sohlgleite hergerichtet werden. „Diese wird rund 200 Metern lang und gleicht den bestehenden Wasserspiegelunterschied von zwei Meter Höhe aus“, geht aus dem Schreiben weiter hervor.

„Die Mühle verbleibt mitsamt Mühlenteich und der geplanten Sohlgleite im Privatbesitz, die Unterhaltung der Sohlgleite wird vom Unterhaltungsverband Mittlere Wümme übernommen“, schreibt der Verband weiter. Da der Ahauser Mühle und der Mühlenteich unter Denkmalschutz stehen, wollen NLWKN und Unterhaltunsverband „bei der weiteren Planung besonderen Wert auf das Erscheinungsbild“ legen.

Gerhard Lohmann, Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbandes Mittlere Wümme, bewertet in der Pressemitteilung die Veranstaltung als Erfolg: „Grundsätzlich hat das Vorhaben Zustimmung bei allen Beteiligten gefunden. Die Voraussetzungen für eine zielgerichtete Planung sind damit gegeben.“ Im Zuge der weiteren Planung würden hydraulische und statische Berechnungen durchgeführt, was eine weitere Detaillierung und Anpassung ermögliche. „Die Finanzierung der Planung wird zu 90 Prozent vom Land Niedersachsen übernommen. Die verbleibenden zehn Prozent trägt der Landkreis Rotenburg. Noch in diesem Jahr soll der Antrag auf Genehmigung eingereicht werden“, so Lohmann.

Die Durchgängigkeit des Ahauser Baches ist wichtig für die Wanderbewegung von Makrozoobentos – tierische Organismen zum Beispiel Krebse oder Insektenlarven – und Fischen. Gefordert und gesetzlich vorgeschrieben ist die Durchgängigkeit durch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Die Gemeinde Ahausen will bei den Arbeiten die Chance nutzen, die stützenden Seitenteile an der Brücke der Schleuse zu sanieren, sobald das Wasser abgelassen ist.

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