Gedenkstein für „Sternenkinder“ wird auf dem Friedhof eingeweiht

Ein Ort des Trostes mit der Möglichkeit des Loslassens

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Initiatorin Natascha Schumacher (l.) und Pastorin Gunda Handrich weihten mit vielen Konfirmanden und Interessierten den Gedenkstein für Sternenkinder und ihre Angehörigen ein. 

Scheeßel - Lange hat es gedauert, nun ist das Werk vollbracht: Auf dem Friedhof der St.-Lucas-Kirchengemeinde am Veerser Weg gibt ein Denkmal in der Nähe des Glockensturms all denen, die um ihre Kinder trauern, einen Ort des Gedenkens und des Trostes. Am Wochenende wurde das Ergebnis zweijähriger Planung auf Initiative der ehemaligen Scheeßeler Natascha und Dirk Schumacher, selbst Eltern sogenannter „Sternenkinder“, im Rahmen einer Feierstunde eingeweiht.

Bis es soweit war, hatte es vieler Anstrengungen und der Kooperation zahlreicher Beteiligter bedurft. „Die Idee hatten wir schon länger“, so Natascha Schumacher, „allerdings hat es lange gebraucht, die nötigen Gelder zu beschaffen.“ Am Ende halfen viele Freiwillige mit ihrem Know-How, ihrer Zeit und ihrer Arbeit, allen voran Steinmetz- und Bildhauermeister Burkhard Uhle, der den Gedenkstein in rund 80 Arbeitsstunden und noch einmal doppelt so viel Konzeptions- und Entwurfszeit fertigte. Ein Meisterstück, und das in mehrfacher Hinsicht: Die Handwerkskammer erkannte die Arbeit als Kompetenzbeweis an – „eine der wenigen Meisterarbeiten, hinter denen ein konkreter Sinn steht“, so der frisch gebackene Meister stolz.

Der rund 1,50 Meter hohe, aus Diabas gehauene Stein ist voller Symbolik: Eine Feder, die die Seelen der verstorbenen Kinder zu ihrem Stern begleitet, drei Kinderfüße, die die Inschrift „Es geschieht, dass eine kleine Seele die Erde nur streift“ unterstreichen. Diese wurde bewusst als nicht biblischer Spruch gewählt: „Der Gedenkort soll allen Eltern offen stehen“, so Schumacher, „der Spruch stand auf einer Karte unserer Trauerbegleiterin Friederike Höfer und begleitet uns schon mehrere Jahre.“

„Es war einfach alles stimmig“

Uhle habe sich sensibel und in vielen Gesprächen an das Thema herangetastet; auch die eigenen Kinder brachten sich ein: Sohn Basti hat in der Form des Steins die halbe Herzform entdeckt, Symbol des gebrochenen Herzens der Sterneneltern, Niklas erinnerte die Maserung des eingelassenen blauen Glases an den Weg zum Horizont.

Pastorin Handrich dankte bei von Konfirmanden mitgestalteten Einsegnung auch weiteren Unterstützern: Dem Unternehmen, die den Rohstein und Transport gestiftet hatten, Gärtnerei von Eden für die Pflasterarbeiten. Sie wünschte sich, „dass der Ort nicht nur daran erinnert, dass es diesen Menschen gegeben hat, sondern auch an die Liebe, die jeden Menschen umgibt.“

Renate Trau von der Friedhofsverwaltung kann sich keinen besseren Ort für den Gedenkplatz vorstellen: „Der Platz in der Nähe der Kindergräber hat sich förmlich angeboten, mittags strahlt die Sonne durch den eingearbeiteten Stern – es war einfach alles stimmig.“ Die bewegende Einweihung mit Trompetenbegleitung ging vielen der rund 80 Teilnehmer sichtlich unter die Haut. Für Natascha und Dirk Schumacher ist es ein weiterer Schritt der Trauerbewältigung, „eine Art Abschluss, ein Loslassen, ein ‚Geschafft“‘. 

hey

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