Kandidaten der Kommunalwahl auf dem Podium

Schüler fühlen Politikern auf den Zahn

Zwölf Kandidaten, die einen Platz im Scheeßeler Gemeinderat ergattern wollen, standen den Schülern Rede und Antwort. - Fotos: lw

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Von Politikverdrossenheit keine Spur in den Jahrgangsstufen 10 bis 12 der Eichen- und der Beekeschule: Rund 300 Schüler löcherten Montagmittag ein Dutzend Scheeßeler Kandidaten der anstehenden Kommunalwahl mit ihren Fragen.

Zu Gast in der Aula der Beekeschule waren mit Marc Ostrowski, Friethjof Hellwege und Angelika Dorsch (alle SPD), Günter Bassen, Peggy Miesner und Reinhard Frick (CDU), Arthur Lempert und Horst Knobel (Die Grünen), Gabriela Villwock und Horst Raatz (UGS) sowie Ingmar Klee (Alfa) und dem Einzelbewerber Ernst Friesecke fast alle Parteien und Gruppierungen.

Die Idee zu der Podiumsdiskussion in der Aula der Beekeschule kam von der Gemeinde, die Schüler waren sofort begeistert, berichtete Udo Grenz-Gieseke, Lehrer an der Eichenschule. Seine Erklärung: Fast alle Gymnasiasten und Oberschüler sind Erstwähler und möchten sich gründlich informieren, bevor sie sich entscheiden, wo sie am 11. September ihr Kreuz auf den Wahlzetteln machen. Informationen bekamen die Jugendlichen von den Lokalpolitikern – die Hälfte von ihnen kandidiert zum ersten Mal für den Gemeinderat, mehr als genug in der von Beekscheeper Jörn Klee souverän moderierten Veranstaltung.

Nach einem etwas schleppenden Beginn, einem Exkurs in das Wahlprozedere durch Gemeindewahlleiter Stefan Behrens und einer kurzen Vorstellungsrunde durch die Kandidaten selbst nutzten einige Schüler dann tatsächlich ihre Chance, um die anwesenden Lokalpolitiker mit ihren Fragen zu löchern. Vom Eintritt Scheeßels in den HVV über die Ortsumgehung bis hin zu Freizeitmöglichkeiten reichte die Themenvielfalt.

Was immer wieder in den Beiträgen der Jugendlichen eingangs zur Sprache kam: Ihnen fehlt es in den Wahlprogrammen der Parteien und den Werbebotschaften auf den Plakaten oft an Profil. „Ich wünsche mir da viel mehr Prägnanz, um so zu einer eigenen Entscheidung zu kommen, wen ich nun wählen soll und wen nicht“, meldete sich ein Schüler zu Wort. Alles andere sei ja „nur Gebrabbel“.

Dass auf Flyern und Plakaten eh nur das zu lesen sei, was die Leute auch lesen wollen, beispielsweise gute Schulen und gute Radwege, warf Angelika Dorsch (SPD) ein. „Letztlich wollen wir uns doch alle für unsere Kommune engagieren.“ Dem widersprach Reinhard Frick (CDU). Seine Partei sage im eigenen Wahlprogramm schon genau das aus, was für ihn und seine Mitstreiter wichtig erscheint, betonte das politische Urgestein.

Als Schwerpunkt der eineinhalbstündigen Veranstaltung kristallisierte sich die Integration von Flüchtlingen heraus. Nachgefragt, wie denn seine Partei zu dem Thema stünde, antwortete Ingmar Klee (Alfa), dass man einen Zuzug aus dem Ausland durchaus brauche, „aber der muss auch kontrolliert sein“.

Das Fazit der Politiker fällt am Ende durchweg positiv aus. Und auch Scheeßels Gleichstellungsbeauftragte Anja Schürmann, die die Idee zu der Veranstaltung hatte, ist angetan. „Das war ein guter Austausch, der auch in die Tiefe ging.“

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