Beim Eltern-Kind-Turnen des TV Scheeßel verbessern schon die Jüngsten ihre Motorik

Im Sauseschritt zur Sportskanone

Fingerspiele und das Singen von Bewegungsliedern bereitet nicht nur den Kleinen viel Spaß. - Fotos: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Mittwochnachmittag. Grundschulturnhalle. TV Scheeßel. Eltern-Kind-Turnen. Um den Spaß an der Bewegung geht es hier. Diesen haben die Protagonisten, gerade erst den Windeln entwachsen, unübersehbar. Ein prächtiger Anblick. Unter der Regie von Sigrid Dittmer herrscht buntes Treiben, das der Übungsleiterin genauso viel Spaß macht wie ihren Schützlingen. Es geht um Bewegungsabläufe, die die Kleinen mit vertrauten Personen in ungewohnter Umgebung erleben.

Christoph Rolf (31) ist vorsichtig – „manchmal sogar etwas vorsichtiger, als ich es selbst bin“, verrät seine Frau Carolin augenzwinkernd. Während die 28-Jährige das sagt, beobachtet sie ihn dabei, wie er mit dem gemeinsamen Sohn Claas auf dem Boden der Grundschulturnhalle herumkrabbelt. Sigrid Dittmer vom TV Scheeßel bleibt gelassen. Schließlich weiß die ausgebildete Übungsleiterin genau, worauf sie bei den kleinen Nachwuchssportlern achten muss. Seit Anfang der 80er-Jahre schon bietet der Verein das Eltern-Kind-Turnen an – mittwochs für Kinder im Alter zwischen einem und zweieinhalb Jahren, freitags sind die Zwei- bis Vierjährigen an der Reihe. Dittmer, selbst Mutter von drei Kindern, trainiert die Kleinsten. Das mache sie schon seit 16 Jahren, erzählt die sympathische Scheeßelerin. Einmal die Woche. Immer von 15.45 bis 16.45 Uhr. Zum Turnen gekommen sei sie über ihren Nachwuchs, später habe sie in der Abteilung hin und wieder ausgeholfen. Im Jahr 2000 übernahm sie die Gruppe schließlich in Eigenverantwortung.

Da war Anne Lindner selbst fast noch ein Kind. Heute hat sie ihre zweieinhalbjährige Tochter Insa mitgebracht. Missen möchte die junge Frau das Angebot nicht. „Die Kleinen lernen hier spielerisch Bewegungsabläufe und haben einfach Spaß miteinander – so wie wir Eltern auch.“

Dass es hier nicht nur um die Förderung der motorischen Fähigkeiten, des Gleichgewichtsgefühls und der Bewegung geht, bestätigt die Übungsleiterin. „Es entstehen auch soziale Kontakte, die für die Entwicklung der Kinder sehr wichtig sind“, sagt Sigrid Dittmer. Bewegung, Fingerspiele und gemeinsames Singen – all das gehört zum festen Programm beim Turnen mit den Kleinkindern. Jede einzelne Übungsstunde ist dabei mehr oder weniger ritualisiert. Und das nicht ohne Grund: „Auf diese Weise können die Kleinen schon sehr früh an feste Strukturen und einen bestimmten Ablauf gewöhnt werden“, erklärt die 59-Jährige.

Eltern bauen für ihren Nachwuchs auf

So wird heute zu Beginn, wie auch sonst, erst einmal ein Lied gesungen. 20 Mütter, Väter und auch Großmütter sind es, die sich mit ihren Schützlingen auf dem Hallenboden im Sitzkreis niederlassen. Während die Kinder ganz ohne Hemmungen einfach drauflos singen, blicken sich einige Erwachsene etwas unsicher um. Ob womöglich jemand über die eigenen Sangeskünste lacht, mag sich mancher gerade denken. Dabei sei das Lied „Ich bin der kleine Zappelmann“ ein absolut einfaches Stück, „das auch Erwachsene ganz ohne Scheu mitsingen könnten“, meint Dittmer.

Nun geht es an den Aufbau der Gerätelandschaften. Während die Kinder schon erwartungsvoll herumtollen, machen sich die Eltern ans Werk. Wer nicht weiß, wie die einzelnen Stationen aussehen, kann einen Blick auf Fotos werfen, die die Übungsleiterin gemacht hat. Binnen weniger Minuten hat sich die Halle in einen Abenteuer-Parcours verwandelt, den die Minis auch sofort in Beschlag nehmen. Es wird durch Tunnel gekrabbelt, über dicke Matten gepurzelt und über Kästen geklettert. Mutig kriechen sie über schmale Bänke und springen von hoch oben, an Mamas oder Papas Hand, in ungeahnte Tiefen. Bälle kullern durch die Halle und aus einem Behälter werden Kastanien herausgefischt.

Eltern-Kind-Turnen beim TV Scheeßel

Ein Höhepunkt für die Kinder ist das Trampolin-Springen. Da gerät dann schon mal die vorher gut eingehaltene Reihe durcheinander. Jeder möchte zuerst. Aber das macht nichts, Sigrid Dittmer kann da nur schmunzeln. Hauptsache, die Kinder toben sich richtig aus. Ein bisschen Chaos gehört dazu.

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