Jugendhospiz-Stammgast berichtet beim Infoabend zum Geburtstag der Beeke-Löwen

„Nicht alleine da durch“

Nachdenkliche Momente beim Gespräch von Moderatorin Anna Witte (l.) mit Löwenherz-Geschäftsführerin Gaby Letzing und Dennis Schoolmann. - Foto: Heyne

Scheeßel - Ganz viel Liebe gehört dazu, wenn unheilbar kranken Kindern und Jugendlichen im Syker Hospiz „Löwenherz“ ein Teil ihrer verbleibenden Zeit so lebenswert wie möglich gemacht wird. Und ganz viel Liebe und Herzblut steckt auch der Scheeßeler Unterstützerkreis „Beeke-Löwen“ in seine ehrenamtliche Arbeit. Das war auch in jedem Aspekt des Informationsabends am Samstagabend im Forum der Beekeschule zu spüren. Mit Windlichtern beleuchtete Wege, drinnen die Bilder von Friederike Höfer, mit denen alles angefangen hatte.

Damals, vor etwa elf Jahren, hatte die Künstlerin gemeinsam mit Schwester Ilse-Marie Voß damit begonnen, Reproduktionen ihrer Werke als Postkarten für den guten Zweck zu verkaufen. Bei einer Busfahrt zum Tag der offenen Tür in Syke – das zeichnete Thomas Voß in seiner von einem Schattentheater untermalten Rede nach – war 2011 die Idee eines Unterstützerkreises geboren. Seitdem sind die „Beeke-Löwen“ mit Aktionen wie Tombolas, Infoständen oder Bollerwagen und Schminkset auf dem Hurricane fest in den Köpfen der Scheeßeler verankert.

Das eigentliche Verdienst von Ilse-Marie und Thomas Voß: Menschen um sich zu scharen, die mit ihren Talenten auf ganz unterschiedliche Weise zur Mission der „Beeke-Löwen“ beitragen, wie an diesem Abend Koch Horst Kuhn mit Häppchen gegen Spende, Elke Oppermann, die im Duett mit Thomas Voß für einen stimmigen, nachdenklichen musikalischen Rahmen sorgte, und die vielen Menschen, die „spenden, tischlern, basteln, werkeln“, wie Thomas Voss in seinem Dank äußerte: „Uns trägt, dass wir viele sind.“

Einige wurden im Lauf des Abends vorgestellt: Apotheker Hans-Erik Meyer, der seit 2007 mit seinem Team mit der Halloween-Tombola sowie „Schminken und Trinken für den guten Zweck“ Gelder f erwirtschaftet. Bei der jüngsten Auflage vor einer Woche waren es stolze 1 250 Euro. Oder Frank Evers Inhaber der Tankstelle Beeke-Tank mit seiner Spendendose für „Klötergeld“, und auch Aktionen wie die inklusive Rotenburger-Werke-Bikertour, von der Holger Park in Bild und Wort berichtete.

Kurios nahmen sich die Schilderungen von Heiko Wahlers und Norbert Dreyer vom „Löwensprung“ aus, einem Hindernis, das seit 2011 bei Reitturnieren immer wieder Geld einspielt und zu eigenwilligen Aktionen wie der Versteigerung der Reiter animiert. Dreyer brachte den Abend auf den Punkt: „Ich habe großen Respekt für alle, die ihre Zeit und ihr Engagement in Löwenherz investieren.“

Die bewegendsten Momente erlebten die Zuschauer im ersten Teil, als Dennis Schoolmann aus Ostfriesland von seinen Erfahrungen im Jugendhospiz berichtete. Der junge Mann im Rollstuhl leidet am seltenen Louis-Bar-Syndrom, „da wird das Kleinhirn zerfressen.“ Als die Krankheit im Alter von zwei Jahren diagnostiziert wurde, schätzten die Ärzte seine Lebenserwartung auf 14 Jahre. Heute, im Alter von 22, macht er mit seiner offenen Art, über sein Leben zu berichten, anderen Mut und ist fast ein Aushängeschild für das Hospiz geworden.

Ganz still ist es, als er Moderatorin des Abend Anna Witte einfühlsam, aber erfreulich pathosfrei, die Fragen nach dem Umgang mit seiner Krankheit beantwortet. Das Sprechen macht ihm Mühe; die Zuschauer warten geduldig, es ist absolut still. Dahinter: ein wacher, aufgeweckter Geist. Schonungslos offen erzählt Schoolmann von den für die Jugendlichen zugeschnittenen Angebote, von „lauter Musik statt Kindergeschrei“, von Bowlen und Freimarkt, aber auch von den Begegnungen und Gesprächen. Wenn er betont: „Wichtig ist, da muss man nicht alleine durch!“, rührt das auch Löwenherz-Geschäftsführerin Gaby Letzing, die ihn begleitet. Sie verdeutlicht anhand der „Wovon träumst Du“-Wochen“ für Jugendliche, die ihr Schicksal reflektieren können: „Es müssen nicht immer die großen Wünsche sein.“ Zuletzt seien die jungen Leute für die Kamera in die Rollen von Idolen geschlüpft, von Helene Fischer oder einem US-Soldaten. „Der hat gegen seine eigene Hilflosigkeit geballert.“ - hey

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