Kuschelklima bei der konstituierenden Sitzung des Scheeßeler Gemeindeparlamentes

Neuer Rat nimmt Arbeit auf

Streng geheim: Für die Bestimmung des Ratsvorsitzenden sowie den Stellvertreterposten der Bürgermeisterin kam die Wahlurne wieder zum Einsatz. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. „Farbenspiel“ heißt das Album von Helene Fischers. Damit hat die Schlager-Ikone richtig abgeräumt. Nimmt man den Erfolg dieser Platte als Maßstab, dann wird die nächste Wahlperiode in der Gemeinde Scheeßel richtig gut. Denn auch bei der konstituierenden Sitzung des Scheeßeler Gemeinderats am Donnerstagabend ging es um Farbenspiele. Mit Sachfragen musste sich das neue Parlament noch nicht befassen. Vielmehr galt es, Regularien abzuarbeiten. Die Ratsmitglieder wurden durch die Bürgermeisterin belehrt und per Handschlag verpflichtet, die Fachausschüsse wurden besetzt und deren Vorsitzende bestimmt.

Es war schon ein etwas ungewohntes Bild für regelmäßige Besucher der Gemeinderatssitzungen. Ganz vorne bei der CDU sitzt als künftige stellvertretende Fraktionschefin mit Marsha Jocham ein kommunalpolitischer Neuling. Gleich nebenan hocken der ehemalige Ratsvorsitzende Wolfgang Kirchstein (SPD) und die einstige Grünen-Abgeordnete Gabriela Villwock in trauter Eintracht beisammen. Und wieder einen Tisch weiter stecken Knut Nagel (WfB) und Carsten Gehse (FDP) die Köpfe zusammen. Eigentlich hätte auch Ingmar Klee von der Alfa an deren Seite Platz nehmen sollen. Er war an diesem Abend jedoch verhindert.

Ein Blick in die Runde zeigt: Genauso bunt wie die Schlagerwelt ist auch der neue Scheeßeler Rat mit seinen insgesamt fünf Parteien und Gruppen. Eigentlich sind es genaugenommen nur vier, haben sich SPD und die Unabhängige Grüne Scheeßel (UGS) zu einer elfköpfigen Gruppe zusammengeschlossen – mit Wolfgang Kirchstein als deren Sprecher. Die mit 14 Sitzen stärkste Fraktion, die CDU, wird nun von Dirk Lange angeführt. Waren bei den Kommunalwahlen im September Nagel, Gehse und Klee noch Einzelkämpfer, sitzen sie jetzt für die altbekannte Gruppe 57 im neuen Gemeindeparlament. Dahinter Arthur Lempert und Horst Knobel von den Grünen.

Aufgrund der konstanten Einwohnerzahl zählt der Rat auch dieses Mal 30 Mitglieder, plus stimmberechtigter Bürgermeisterin. Zum neuen Vorsitzenden wurde in geheimer Wahl Reinhard Frick (CDU) bestimmt. Der zugleich Ratsälteste wünschte sich für die nächsten fünf Jahre eine „gute Zusammenarbeit aller und eine gute Hand zum Wohle unserer schönen Gemeinde“. Zu dessen Stellvertreterin erkor das Gremium Angelika Dorsch (SPD). Bei repräsentativen Aufgaben wird Käthe Dittmer-Scheele nun vom ersten stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Bassen (CDU), seinem Parteifreund Günter Bassen (zweiter stellvertretender Bürgermeister) und der UGS-Frau Gabriela Villwock (dritte stellvertretende Bürgermeisterin) unterstützt. Eine bittere Pille, die der Sozialdemokrat Detlev Kaldinski da schlucken musste, hatte er doch für alle drei Posten kandidiert – vergeblich.

Auch in der neuen Wahlperiode (2016 bis 2021) werden in Scheeßel sieben Fachausschüsse gebildet. Bei der Benennung der Mitglieder folgten viele Namen. Politisch interessierte Bürger, die sich künftig durch den Sitzungskalender (www.scheeßel.de) klicken, finden dort also neben dem Schulausschuss auch wieder die Tagesordnungen von FeuA (Ausschuss für Feuerwehr und öffentliche Ordnung), FinA Finanzausschuss), HoTiPlaUmA (Ausschuss für Hoch- und Tiefbau, Planung und Umwelt), JuSeSoSpoA (Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport), KernA (Kernortausschuss) und WiTouKulHeiA (Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kultur- und Heimatpflege).

Sitzung vor fast leeren Zuschauerreihen

Dem Verwaltungsausschuss gehören neben der Bürgermeisterin acht weitere Mitglieder an. Für die CDU sind es Ernst Behrens, Wolfgang Bassen, Dirk Lange und Günter Bassen, für die SPD/UGS Detlev Kaldinski, Gabriela Villwock und Wolfgang Kirchstein, für die Gruppe 57 Carsten Gehse und für Bündnis90/Die Grünen Horst Knobel.

Wenig traute Einigkeit herrschte bei der Bestimmung des Ortsvorstehers in Sothel. Zwar sprach sich das Parlament mehrheitlich erneut für den CDU-Mann Günter Bassen aus, die Grünen indes votierten geschlossen gegen ihn.

Am Ende der rund zweieinhalbstündigen Marathonsitzung war alles unter Dach und Fach. Der neue Rat kann seine Arbeit aufnehmen. Allein das öffentliche Interesse hielt sich in überschaubarem Rahmen: Nur eine Handvoll Zuschauer hatten im Hintergrund Platz genommen, um dem Procedere beizuwohnen. Und das erinnerte dann doch wieder an alte Zeiten.

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