Kunsthandwerkermarkt in der Wassermühle 

Mit geballter Kreativität

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Die Trommelgruppe Sticks‘n Drums von der Eichenschule ließ mit heißen Rhythmen aufhorchen. 

Scheeßel - Von Hannes Ujen. Bestens besucht, teilweise schon überlaufen, war der Kunsthandwerkermarkt in der Scheeßeler Wassermühle. Fast jeder Quadratmeter im Gebäude und außerhalb wurde am Sonntag genutzt, um eine kaum vorstellbare Vielfalt an Kunst und Kitsch anzubieten. 

Und nicht nur das, boten die Organisatoren vom Mühlen-Förderverein wieder Geschichte zum Anfassen – richtig hautnah und anschaulich.

Wer sich per Fahrrad auf den Weg in die Mühlenstraße machte, war mangels Parkplätzen rund um das historische Gemäuer herum bestens beraten. Dem Neuankömmling kamen Menschen entgegen, die mindestens tausend Eindrücke, aber eben auch Waren feinster mehr oder minder einfallsreicher Handwerkskunst bei sich trugen. „Die Qualität der Unikate hier ist beeindruckend“, stellt ein Ehepaar aus Buchholz fest. „Wir haben erst mal schöne Geschenke für uns und unsere Lieben gekauft.“ Auch von den Ausstellern, viele von ihnen sind zum ersten Mal dabei, ist geschlossen zu hören: „Besser als hier in der alten Wassermühle kann man seine Produkte nicht präsentieren. Auch die Organisation ist vorbildlich.“

Spiegelobjekte und Spachtelmasse

Als talentierter Nachwuchskünstler der Müllerfamilie zeigt Gerrit Müller-Scheeßel erstmals seine fotografischen Impressionen, die der Frankfurter während seines jüngsten Scheeßel-Aufenthaltes eingefangen hat und nun als Kunstpostkarten anbietet. Zum zweiten Mal dabei ist Hans-Jürgen Traulsen aus dem schleswig-holsteinischen Idstedt mit ausgefallenen Spiegelobjekten, die zum Teil an Friedensreich Hundertwasser erinnern: „Meine Glaskunst entsteht in einer Kombination aus Tiffany-Glas und Spachtelmasse, die ich im Laufe von 15 Jahren immer mehr verfeinert habe“, berichtet der ehemalige Vermessungsingenieur. Klassische Tiffany-Arbeiten, die durch ihr Farben- und Lichtspiel beeindrucken, finden sich dagegen eine Etage höher am Stand von Ute und Jürgen Kayser aus Freyersen.

Total auf Wolle, Häkeln und Stricken steht Monika Oelrichs aus Buchholz; ihre originellen Kuscheltiere, Eierwärmer und Topflappen mit allen möglichen Vereins- und Wappenmotiven finden an diesem Tag viele Liebhaber. Neu dabei ist Bernd Schröder aus Schneverdingen mit seinen Holzobjekten aus einhundert verschiedenen Holzarten. Als gelernter Tischler hat er vor 15 Jahren seine Leidenschaft für das Drechseln entdeckt und fertigt seitdem wertvolles Kunsthandwerk wie Schreibgeräte, Schmuck und Kugeln an.

Eine ungewöhnliche Spachteltechnik kommt in den Bildern von Gabriele Stolpe zum Einsatz: „Beim Trocknen meiner eigenen speziellen Spachtelmischung entstehen unwillkürliche Risse, die ich dann in ihrer Struktur sowie mit Farbe und weiteren Materialien herausarbeite“, verrät die Tostedterin.

Kunsthandwerkermarkt in Scheeßel

Birgit Müller-Scheeßel und ihre Mitstreiter vom Förderverein arbeiten im Akkord gegen Appetit und Durst an. Doch das Schlemmen soll hier ja auch nur die Beigabe sein. Vielmehr dient auch dieser Kunsthandwerkermarkt dazu, sich kleine Geschenke auszusuchen – und sich vom Mühlenwart die technischen Raffinessen eines solchen Bauwerkes erläutern zu lassen. Für musikalische Unterhaltung auf dem Außengelände sorgten die Feuerwehrkapelle Scheeßel, die Sticks‘n Drums und das Duo Pfennix-Mix. Großen Anklang fand die Uraufführung des Puppenspiels „Der Müller und der Zauberer“, welches aus der Feder des Mühlenschreibers Raimund Herrmann stammt.

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