Nabu-Vortrag von Jörg Beck über Ameisen bringt Naturfreunde zum Staunen

Kleine Giganten

Nabu-Mitglied Wilfried Glauch begrüßte den „Ameisenvisionär“ Jörg Beck (r.) zum Vortrag im Nötel-Haus. - Foto: Ujen

Scheeßel - Wer hat sich nicht schon mal über die kleinen Plagegeister geärgert, die im häuslichen Bereich als störend empfunden werden? Wenn man sich allerdings näher mit Ameisen beschäftigt, ist man schnell fasziniert von dem kleinen Insekt. So erging es den rund zwei Dutzend Interessierten, die sich auf Einladung des Nabu Rotenburg im Nötel-Haus in Scheeßel zum Informationsvortrag „Ameisen – die heimlichen Herrscher der Erde“ von Jörg Beck eingefunden hatten.

Unermüdlich ist der Ameisenschutzbeauftragte des Heidekreises unterwegs, um über die nützlichen Hautflügler, die zum Teil seit 200 Jahren unter Artenschutz stehen, aufzuklären und erreicht mit seinen Vorträgen und dem Info-Mobil „Rollende Ameisenschule“ jährlich bis zu 6 000 Menschen. Dabei kann ein eineinhalbstündiger Vortrag ohne Pause durchaus ermüden – nicht so bei Beck, der trotz 50 Vorträgen im Jahr mit großem Enthusiasmus für „die kleinen Giganten“ eintritt.

Im mit unzähligen Ameisen bedruckten Hemd zieht er als „Heide-Ameise Jörg“ und „Ameisenvisionär“ – wie er sich selbst bezeichnet – mit Hilfe von Fotos, Schautafeln und Anschauungsobjekten sowie vor allem mit viel Wissen und Humor das Publikum in seinen Bann. „Ameisen sind die heimlichen Herrscher der Erde“, so Beck. „Da sie perfekte Überlebensstrategien entwickelt haben, leben sie seit rund 90 Millionen Jahren auf der Erde und kommen fast überall vor. Egal, wo wir auf Ameisen treffen – sie sind stets mit ihrer Umwelt vernetzt, lockern den Boden auf, sind Gastgeber für andere Tiere, verbreiten Pflanzensamen und dienen selbst als Nahrung.“

Weltweit gäbe es mehr als 13 000 Arten – davon etwa 130 in Deutschland. Durch ihre gigantischen Körperkräfte seien sie in der Lage, das 40-fache ihres Körpergewichts zu tragen und riesige Nester zu bauen, wobei zwei Drittel der Bauten unter der Erde lägen. In Amerika hätte man ein acht Meter tiefes Nest mit 52 Quadratmetern Ausdehnung entdeckt.

Mit weiteren Superlativen versetzte der Ameisenfreund das Publikum in Erstaunen: In einem Waldameisennest könnten mehr als eine Million Arbeiterinnen leben, die an einem einzigen Tag bis zu 100 000 Beutetiere heranschaffen. Im Kreislauf von Fressen und Gefressenwerden vertilge der Specht wiederum täglich bis zu 3 000 Waldameisen. Während manche Waldameisenvölker nur eine Königin hätten, gäbe es bei anderen Völkern mehrere Tausend.

Im regen Austausch zwischen Referent und Publikum wurden viele weitere Fragen zum Thema diskutiert und Schauobjekte betrachtet. Einzelpersonen, aber auch Gruppen und Schulklassen, die mehr über die Welt der Ameisen erfahren möchten, sollten einen Besuch im Walderlebnis Ehrhorn bei Schneverdingen, wo zwei lebendige Ameisenvölker zu beobachten sind, einplanen. Nähere Einzelheiten sind im Internet erhältlich.

www.ameisenzentrum.de

Von Ursula Ujen

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