Ehemalige Lehrlinge treffen sich seit Jahrzehnten immer wieder

60 Jahre eng verbunden

Adolf Döscher (v.l.), Adolf Pape, Hilde Struß, Margret Meyer, Johann Martens und Günter Poppe treffen sich seit 60 Jahren. - Foto: hr

Bartelsdorf/Worth - Von Hannelore Rutzen. Margret Meyer gehört zu einem exklusiven Club – und das schon Jahrzehnte lang. Seit 60 Jahren trifft sich die Bartelsdorferin jährlich mit fünf ehemaligen landwirtschaftlichen Lehrlingen und einer weiteren Hauswirtschafterin. Ihre Gemeinsamkeit: Der Lehrhof in Worth.

Als Gastgeber wechseln sie sich ab, doch dieses Mal stand auch der Besuch ihres alten Lehrhofes auf dem Programm. Dort durften sie sich noch einmal alles ansehen. Die Gebäude erkannten sie alle noch, aber gleich war trotzdem nichts. „Alles ist anders geworden“, so ihr Urteil. Neben der 79-jährigen Meyer gehören auch der 80-jährige Adolf Döscher, der in Schiffdorf lebt, der 77-jährige Hans Adolf Pape aus Selsingen, die 79-jährige Hilde Struß aus Eystrup, der 81-jährige Johann Martens aus Rockstedt und der ebenfalls 81-jährige Günter Poppe aus Ruschwedel zur Ex-Lehrlingsgruppe. Ein anderer ehemaliger Kollege ist bereits verstorben.

„Nach der Ausbildung schworen wir uns, zusammen zubleiben und uns jedes Jahr zu treffen“, berichtet Poppe von den Anfängen dieser 60 Jahre währenden Tradition. Und das machten sie auch und luden sich gegenseitig zu Jubiläen und Hochzeiten ein. Poppe: „Wir sind dabei noch relativ ‚jung‘ geblieben. Mal sehen, wie lange wir diese Tradition noch durchhalten können.“

„Wir haben uns von Beginn an gut verstanden“, erklärt Meyer. Die Jungs mussten damals noch mit der Sense mähen lernen, Getreide binden und in Hocken aufstellen, mit Pferd und Pflug umgehen lernen, Heu wenden und stapeln, Schweine füttern, mit der Hand ausmisten und vieles andere. Gerne erinnert sie sich noch an die damaligen Besitzer des Hofes – Wilhelm und Helma Delventhal. Meyer: „Was die beiden uns beibrachten, hat bis heute noch Bestand, das haben wir nicht vergessen. Nun wird ihr Hof schon von den Kindern und Enkeln nach modernen Gesichtspunkten geführt.“

Obwohl alle zu dieser Zeit aus verschiedenen Orten kamen, waren sie immer pünktlich auf dem Lehrhof zur Stelle: „Entweder mit dem Fahrrad, der Bahn oder dem Bus. Autos gab es noch nicht oder die konnte sich keiner leisten“, erinnert sich Meyer. „Nach der Lehre gingen wir zurück auf unsere Dörfer.“

Alle bestanden die Prüfungen und arbeiteten danach in häuslichen, meist landwirtschaftlichen Betrieben. Bis auf Pape – er stieg in die Installationsfirma seines Vaters ein. Dass er vorab eine landwirtschaftliche Ausbildung absolvierte, war seiner Liebe zu Tieren geschuldet.

Alle anderen gingen in landwirtschaftliche Berufe. Poppe: „Für mich war diese landwirtschaftliche Lehre eine gute Grundlage für meine spätere Tätigkeit als Auktionator für Vieh und landwirtschaftliches Inventar. Ich habe noch einige Dinge, die wir hier lernten vor Augen und werde das nicht vergessen.“

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