Erster „Sport-Integrationstag für Flüchtlinge“

Integration klappt beim Fußball

Am Hochsprung versuchten sich unter Anleitung des Sportabzeichenteams vor allem Familien.

Scheeßel - Fußball verbindet – bei anderen Sportarten gestaltet sich Integration erheblich mühsamer. Diese Erkenntnis machten die Organisatoren des ersten „Sport-Integrationstages für Flüchtlinge“ am Samstagnachmittag im Stadion Waidmannsruh.

Während auf dem Fußballfeld und am Rand bereits reges Treiben herrschte – dazu trugen auch die Gäste aus Visselhövede bei, die für ihr Spiel gegen eine Scheeßeler Flüchtlingsmannschaft mit 60 Mann angereist waren –, war die Resonanz bei anderen Angeboten, etwa Badminton und Walking des TV Scheeßel, Basketball und einigen Disziplinen des Sportabzeichens wie Kugelstoßen und Hochsprung, merklich verhaltener. „Einige Sportarten sind wohl auch eher unbekannt“, vermutete Andrea Holsten, deren Spielstation als Werbung für Mutter-Kind-Turnen eher von den Jüngsten allein genutzt wurde. 

Einige Familien tummelten sich beim Hochsprung, wo das Team des Sportabzeichens leichtathletische Techniken vermittelte; beim Basketball blieben Kinder und Jugendliche, die eigentlich angesprochene Zielgruppe von Christoph Treblin und Heinrich Schaper, aus. Für die beiden BG-ler war die Teilnahme trotzdem wichtig: „Wir wollen heute zeigen, dass es uns gibt“, so Schaper, und Treblin ergänzte: „Die jungen Männer, die heute hier sind, haben ihren Spaß – und vielleicht findet der ein oder andere ja auch mal den Weg in die Hobbytruppe.“

Im Fußball scheint diese Integration schon geglückt; die aus Flüchtlingen gebildete Mannschaft des Rot-Weiß Scheeßel jedenfalls ging ihr Freundschaftsspiel gegen Vissel voller Enthusiasmus und mit viel Einsatz an. „Wir sind angetreten, um zu gewinnen“, lässt Mannschaftskapitän Salim über Dolmetscherin Roueida Kara verkünden. Auch wenn das nach einem knappen 4:5 gegen ein Flüchtlingsteam aus Vissel nicht ganz klappte – bei diesem Spiel, wie auch beim Sport allgemein, geht es um wesentlich mehr: „Dieser Tag gibt uns Mut und Kraft“, wie Mannschaftskapitän Salim erklärt, „Für viele ist es Motivation, einmal rauszukommen.“ Er ist begeistert über das Engagement der Ehrenamtlichen und die liebevoll aufgebauten Sportstationen; „hoffentlich können wir irgendwas davon zurückgeben.“

Sportintegrationstag für Flüchtlinge

So lässt sich Mitorganisator Carsten Tietjen denn auch nicht durch die nicht gerade überwältigenden Besucherzahlen entmutigen: „Ein Anfang ist gemacht“, meinte er, bevor „seine“ ersten Herren den bewegten Nachmittag mit dem ersten Heimspiel der Saison ausklingen ließen. Zumindest die Finanzierung steht: „Bei Erwachsenen wird die Vereinsmitgliedschaft vom Landkreis übernommen, bei Kindern ließ sich dies bis jetzt über Sponsoren regeln“, so Jörg Schories vom TV Scheeßel.

hey

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