Veersebrücker hat riesiges Nest im Garten

Hornissen: Keine ungebetenen Gäste

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Von wegen Killerinsekt: Manfred Kimmel lebt mit den Hornissen in friedlicher Eintracht.

Veersebrück - Von Lars Warnecke. Beschaulich geht es im kleinen Veersebrück zu. So beschaulich, dass Fuchs und Hase sich hier gute Nacht sagen, möchte man meinen. Doch nun wartet der Scheeßeler Ortsteil mit einer Attraktion auf: einem gigantischen Hornissennest. Es ist am Eichenbaum von Manfred Kimmel gebaut und misst in der Höhe etwa einen Meter.

Es brummt und knistert am Baumstamm. Im Sekundentakt fliegen Hornissen ein und aus. Kimmel steht am Fuße seiner Eiche und schaut hinauf. „Es mag nicht das größte Nest sein – aber die Dimension ist schon außergewöhnlich und die Form toll“, sagt der 76-jährige Rentner. Ihm und seiner Frau bietet sich ein echtes Schauspiel. Seit Juni können sie das Wachstum des unterhalb eines Vogelnistkastens befindlichen Nests von der Terrasse aus verfolgen. Aber ist ein so großes Hornissennest nicht gefährlich? „Nee“, sagt Kimmel. „Die lassen uns in Ruh’, wenn wir im Garten sind.“

Hysterische Reaktionen

Roland Meyer vom Nabu Rotenburg hat es bereits erlebt, dass Anwohner hysterisch auf Hornissennester im Garten reagieren. Dazu gebe es allerdings keinen Anlass. „Hornissen sind weit weniger störend als Wespen“, sagt Meyer. Viele Menschen hätten Angst, weil die Tiere so groß seien. Ihr Stich sei jedoch nicht giftiger oder schmerzhafter als der von Bienen oder Wespen. „Ohnehin stechen Hornissen nur, wenn man ihnen den Eingang zum Nest blockiert oder das Nest schüttelt. Das kommt einem Angriff gleich“, weiß der Experte.

Während Wespen sich bekannter Weise von süßen Speisen und Getränken anlocken lassen, sind Hornissen davon völlig unbeeindruckt. Sie ernähren sich von Insekten und seien daher optimale Schädlingsbekämpfer.

„Selbst Wespen, die in diesem Jahr besonders gehäuft vorkommen, stehen auf dem Speiseplan der Hornissen“, sagt der Nabu-Vorsitzende. Ein halbes Kilo Insekten pro Tag verzehre ein Hornissenvolk. Die Tiere seien 22 Stunden am Stück aktiv. Roland Meyer ist es ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass Hornissen laut Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz stehen. „Hierzulande sind sie nur noch sehr selten zu finden. Ihre Nester dürfen nicht entfernt werden. Wer das Glück hat, ein Hornissennest bei sich in der Nähe zu haben, sollte sich freuen, so etwas beobachten zu können“, sagt er. Auch Manfred Kimmel stimmt ihm zu. „Wir schauen den Tieren gerne bei der Arbeit zu und freuen uns, dass die Hornissen in unserem Garten einen Lebensraum gefunden haben.“

Etwa 700 Arbeiterinnen und eine Königin gehören zu einem Hornissenvolk, wie das in Manfred Kimmels Garten. Die Königin legt Eier, während die Arbeiterinnen Waben bauen und Nahrung herbeischaffen. Erst ganz zum Schluss legt die Königin spezielle Eier, aus denen Drohnen, also männliche Hornissen, sowie neue Königinnen schlüpfen. Die Drohnen sind nur dazu da, die jungen Königinnen zu befruchten. Danach sterben sie sofort. Bis auf die neuen Königinnen stirbt das gesamte Volk im Herbst ab. Die neuen Königinnen gründen im Folgejahr im Mai dann wieder ein neues Volk.

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