Glanzvoller Jubiläumsfestakt

Heimatverein steigert Bedeutung des Kunstgewerbehauses

Über eine vollbesetzte Aula freute sich der Heimatvereinsvorsitzende Uwe Wahlers (r.). - Foto: Ujen

Scheeßel - Von Ursula Ujen. Im Rahmen der Plattdeutschen Woche aus Anlass der Geburtstage„111 Jahre Heimatverein und 40 Jahre Wiedereröffnung Kunstgewerbehaus“ hat der Heimatverein Scheeßel am Freitagabend sein neues Buch „Ernst Müller-Scheeßel und das Kunstgewerbehaus Scheeßel“ präsentiert. Als Autoren sind für dieses Christine Behrens und Astrid Schneider-Kaschke sowie Jochen Beckmann als Lektor verantwortlich.

Da unerwartet viele Gäste bei der Premiere dabei sein wollten, musste die Veranstaltung kurzfristig vom Meyerhof in die Grundschule verlegt werden. Seine Freude über dieses große Interesse bekundete dann auch der Vorsitzende des Heimatvereins, Uwe Wahlers, in seiner auf Plattdeutsch gehaltenen Ansprache. In der mit rund 300 Personen voll besetzten Aula begrüßte er Mitglieder, Förderer, Aussteller und Unterstützer aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur. 

Auch Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele ließ es sich nicht nehmen, ihre Glückwünsche an den rührigen Verein auf Plattdeutsch zu richten und überreichte Wahlers eine Spende: „Obwohl all November is, hebb ik dor noch wat för jo funnen“, meinte sie launig.

Die Buchvorstellung selbst übernahm Hans-Eckhard Dannenberg vom Landschaftsverband Stade. Er beleuchtete die wechselvolle Geschichte des Kunstgewerbehauses seit der Eröffnung im Jahre 1908 und ging näher auf dessen Gründer Ernst Müller-Scheeßel ein, der als freischaffender Künstler und Möbelentwerfer zu einem wichtigen Protagonisten mit großer Ausstrahlung weit über Scheeßel hinaus geworden sei. 

Als Verantwortliche für den ersten Teil des Buches, der sich mit der Gründungsgeschichte und der kulturell-wirtschaftlichen Arbeitsweise in der Epoche Ernst Müller-Scheeßels befasst, kam Astrid Schneider-Kaschke zu Wort: „Als ich 2013 gefragt wurde, sagte ich leichtsinnigerweise zu“, so die Autorin schmunzelnd, die für ihre Recherche 34 prall gefüllte Aktenordner und Kartons mit überwiegend handschriftlichem Material auszuwerten hatte. 

Christine Behrens, die über vier Jahrzehnte das Kunstgewerbehaus leitete, verdeutlichte in ihren Ausführungen über den zweiten Teil des Buches die Funktion als Ausstellungs- und Forschungsstätte seit der Wiederöffnung im Jahre 1976. „Das Kunstgewerbehaus konnte seine einstige Bedeutung zurückgewinnen, ja sogar steigern“, berichtete Behrens, die auf 250 Ausstellungen zurückblicken kann.

Den Auftrag des Heimatmuseums „Sammeln, Bewahren, Forschen und Dokumentieren, Ausstellen und Vermitteln“ habe sie dabei stets als Leitbild gesehen. Einen herzlichen Dank sprach sie an die vielen unermüdlichen Helfer und Unterstützer aus, die sie in den vielen Jahren an ihrer Seite gehabt hätte.

Für die musikalische Umrahmung sorgten die „Beek-Uln“ und die „Schulmusikanten“: Helmut Kröger bewies mit seinen trachtengewandeten Jungs und Deerns einmal mehr, dass plattdeutsche Lieder mühelos die Herzen erreichen. Als neue Sparte des Heimatvereins bezauberte das Streichorchester „Schulmusikanten“ unter Leitung von Freddy Schmidt die Gäste, die gern in das Schlusslied „Bunt sind schon die Wälder“ einstimmten. Mit der Besichtigung der aktuellen Ausstellung im Kunstgewerbehaus und einem Beisammensein im Meyerhof klang der Abend harmonisch aus.

Erhältlich ist das neue Buch zum Preis von 25 Euro im Buchhandel oder im Büro des Heimatvereins.

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