Örtliche Betriebe bringen Beekeschülern Ausbildungsberufe nahe

Handwerk zum Anfassen

Reifenwechsel: unter fachlicher Anleitung fast ein Kinderspiel. - Fotos: Heyne

Scheeßel - „Wer will fleißige Handwerker seh´n…?“ – Mittwochmorgen hätte der im Lied besungene Gang zu den Kindern direkt in die Aula der Beekeschule führen können. Dort wurde den ganzen Vormittag lang gesägt, gehämmert, gebohrt und geschraubt. Auf Initiative der Kreishandwerkerschaft durften die Sechst- und Siebtklässler an acht Stationen in unterschiedliche Gewerke schnuppern, vom Maler über Dachdecker und Zimmerer bis zum Kfz-Mechatroniker.

„Was, so lange dauert das?“, staunt ein Siebtklässler, als er Dekorateur Marco Raatz nach der Länge der Ausbildung gefragt hat. Weitere Punkte, die die Schüler im Gespräch mit Vertretern örtlicher Handwerksunternehmen in Erfahrung zu bringen hatten, bezogen sich auf die Art des Betriebs und die Tätigkeiten der erlernbaren Ausbildungsberufe. Dass die Elf- bis 14-Jährigen dabei „Hemmungen beim Ansprechen“ abbauen lernten, ist nur ein positiver Nebeneffekt, wie Sönke Holsten als einer der betreuenden Lehrer festgestellt hat. Vor allem geht es darum, dem potentiellen Nachwuchs von morgen Berufe und Betriebe näher zu bringen, von denen sie bisher nichts wussten. „Viele Kids wissen einfach nicht, was es für Aufstiegsmöglichkeiten gibt und dass man trotzdem nachher noch studieren kann“, so Zimmermeister und Firmeninhaber Volker Kröger.

Ob bei der hier aufwändig betriebenen Aufklärungsarbeit später „ein Lehrling rumkommt“, weiß der Westerveseder nicht. Einig sind sich jedenfalls alle Beteiligten hier, dass frühzeitige Imagepflege bitter nötig ist. Heide Holst vom ortsansässigen Autohaus, bei deren Mitarbeitern die Jugendlichen einen Reifen wechseln dürfen, verzeichnet keine Nachwuchssorgen; auf 25 bis 30 Praktikanten pro Jahr kommen etliche, die nicht mehr aufgenommen werden können. Allein: „Die Qualität der Bewerbungen lässt nach.“

Bei den meisten Schülern kam der zweistündige Ausflug in die Berufswelt mit vielen praktischen Aufgaben wie Vogelhäuschenbau, Zerschneiden von Schieferplatten bei Dachdeckermeister Klaus Maiwald oder Einblicke in die Welt der Berufskraftfahrer im Inneren eines 20-Tonners nach einer Fahrt auf der Hebebühne gut an.

Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, selbst einen der Berufe später auszuüben, meint Siebtklässlerin Marie-Sophie Meyer, die gerade bei Maler Meincke eine Applikation aufgetupft hat: „Vielleicht Maler-Lackierer wie meine Mama – aber auch Tischler wäre cool.“

Handwerkstage in der Beekeschule

Alexander Schwarz (l.) gab den Schülern Einblicke in die Welt derBerufskraftfahrer.

An einigen Stationen treffen die Unternehmer und ihre Mitarbeiter, die einen halben Tag Arbeitszeit für den Nachwuchs investieren, auf alte Hasen: „Einige wissen schon ganz genau, wie man einen Reifen wechselt“, hat Serviceleiter Friedhelm Bösch festgestellt; „und einige Gesichter kenne ich noch vom Zukunftstag.“ Als Alexander Schwarz, Berufskraftfahrer im dritten Lehrjahr, fragt, wer denn schon mal in einem Lkw mitgefahren sei, meinen gleich zwei Jungen: „Ja, bei meinem Papa.“ Er schildert den Jugendlichen das A und O guter Ladungssicherung und stellt klar: „Der Beruf macht viel Spaß, aber man investiert auch viel Zeit – das wollen heute nicht mehr so viele.“ J hey

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