Gemeinderatwahl in Scheeßel / Das sind die Gewinner und die Verlierer

Grüne büßen herbe ein

Erkundigen sich an den Stelltafeln über die Ergebnisse (v.l.): Johannes Hillebrand, Wolfgang Bassen, Frithjof Hellwege, Detlev Kaldinski und Gabriela Villwock. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Es wurde spät am Sonntagabend im Rathaus. Sehr spät. Erst gegen Mitternacht waren auch die letzten Stimmen aus den Ortsratswahlen ausgezählt. Die Gemeinde hat gewählt. Exakt 6 569 Bürger, also 62 Prozent aller Wahlberechtigten, machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch – und entschieden während der Mammutwahl auch über die Zusammensetzung des neuen Gemeinderates, der sich am 10. November konstituieren wird. Es gab Gewinner und Verlierer. Vor allem die Grünen mussten nach dem vorläufigen Endergebnis herbe Verluste hinnehmen.

Mehr als acht Prozent weniger Bürger als noch bei der letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren sprachen der Partei ihr Vertrauen aus. Entsprechend lange Gesichter zogen denn auch die Kandidaten. „Das lässt sich auch nicht schönreden“, kommentierte der Politneuling Artur Lempert das Ergebnis. Für ihn sei die Schuld in der zurückliegenden Gemeinderatsarbeit seiner Partei zu suchen. Lempert: „Die Grünen haben einfach kein Profil gezeigt, grüne Positionen waren überhaupt nicht erkennbar.“ Was ihn und seine beiden Mitstreiter betrifft, sei man eben „nicht bekannt wie ein bunter Hund“ gewesen, spielt er auf den zurückliegenden Wahlkampf an. Gemeinsam mit Horst Knobel, der sich ein Direktmandat ergattern konnte, werden die Grünen nun in den Gemeinderat einziehen. Wofür man künftig eintreten wolle: „Wir werden auf jeden Fall auf mehr Transparenz setzen.“

Grund zur Freude gab es dagegen bei der Unabhängigen Liste Scheeßel, kurz UGS. 4,88 Prozent der Wählerstimmen konnte die neu gegründete Wählergemeinschaft – ein Zusammenschluss ehemaliger Ratsvertreter von Bündnis 90/Die Grünen – aus dem Stand auf sich vereinen. „Damit hätten wir wirklich nicht gerechnet“, freut sich Gabriela Villwock. „Die Leute haben uns offenbar ihr Vertrauen geschenkt.“ Auch die UGS wird mit zwei Sitzen im neuen Rat vertreten sein. An Villwocks Seite nimmt Horst Raatz Platz.

Den eindeutig größten Zuwachs haben die Scheeßeler Chrisdemokraten zu verzeichnen – knapp 6,4 Prozent, das entspricht zwei Sitze mehr als noch in der vergangenen Wahlperiode. „Dass wir zugelegt haben, ist natürlich gut für uns, der Bürger hat unsere solide Politik anerkannt“, erklärt ein sichtlich gutgelaunter CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Manfred Lieder. 

„Im Wahlkampf haben wir unsere Stärken und Vorhaben dem Wähler kundgetan.“ Das habe der Bürger seinen Worten nach anerkannt. 46, 4 Prozent konnte die Partei auf sich vereinen – damit bleibt die Fraktion mit 14 Sitzen stärkste Kraft im Rat. Neben Lieder haben sich Wolfgang Bassen, Ernst Behrens, Reinhard Frick, Hans-Jürgen Conrad, Günter Bassen, Dirk Lange, Klaus-Dieter Masselink und Jannes Stellmann sowie die Neulinge Christoph Miesner, Peggy Miesner, Heinrich Hollmann, Alexander Schwieger und Marsha Jocham einen Platz sichern können.

Ebenfalls Stimmen eingebüßt – und damit künftig mit einem Sitz weniger im Gremium vertreten – hat die SPD. Mit knapp 30 Prozent liegt sie weiterhin hinter der CDU. „Nach dem sehr guten Ergebnis von 2011 ist das nun natürlich eine kleine Kurskorrektur – auch zugunsten der Union“, meint SPD-Ortsvereinsvorsitzender Johannes Hillebrand. Ihm zufolge habe das Mehr an Gruppierungen im Rat auch dazu geführt, dass seine Partei nicht an Stimmen zulegen konnte. „Vielleicht hat die CDU aber auch nur ein paar Sachen besser darstellen können, als wir.“ Die neun Sitze belegen werden Detlev Kaldinski, Detlef Steppat, Wolfgang Kirschstein, Angelika Dorsch, Johannes Hillebrand, Bettina MacGregor, Frithjof Hellwege, Marc Ostrowski und Uta Hoops.

Je ein Mandat für sich sichern konnte ferner die FDP mit Carsten Gehse, die WfB mit Knut Nagel und erstmals die Alfa mit Ingmar Klee. Die Einzelbewerber Ernst Friesecke und Ralf Münkel, beide noch im jetzigen Rat vertreten, werden nach dem 10. November nicht mehr dabei sein.

Die Wahlbeteiligung in der einheitsgemeinde lag übrigens bei rund zehn Prozent höher als noch bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren.

+ Ergebnis Gemeinderat Scheeßel

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