Kantoreichor führt Messe in C-Dur auf

Große Momente mit „Ludwig van“

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Die mehr als 70 Akteure des Kantoreichores und der Kammer Sinfonie Bremen brachten Klangfülle in die St.-Lucas-Kirche.

Scheeßel - Auch wenn es „alle Jahre wieder“ die Scheeßeler St.-Lucas-Kirche füllt: Etwas Besonderes ist schon, das große Chor- und Orchesterkonzert, mit dem sich der Kantoreichor einmal im Jahr selbst, aber auch den Zuschauern ein Geschenk macht – bescherte die Zusammenarbeit mit vier Solisten und mehr als 30 Profi-Musikern der Kammer Sinfonie Bremen auch am Freitagabend doch mehr als einen musikalischen Glücksmoment. Ein Novum: Sämtliche Stücke standen im Zeichen von „Ludwig van“, der am Freitagabend in der St.-Lucas-Kirche erstmals zu hören war.

Geschmeidiger Einstieg: Die Violinromanze in G-Dur. Statt Dramatik, die wohl so mancher mit dem Namen Beethoven verbindet, sanfte Melodiebögen, bei denen die Solovioline (souverän: Konzertmeister Immanuel Willmann) und Orchester sich die Bälle des eingängigen Themas zuspielten, weiterspannen, variierten.

Maßstäbe setzen an diesem Abend alle Solisten. Andreas Winterhalter am Flügel machte bei der anschließenden Chorfantasie keine Ausnahme. Thematisch an die Neunte Symphonie angelehnt, eröffneten unterschiedlichen Besetzungen immer wieder neue Klangwelten – und Winterhalters energisches Spiel unterstreicht den Charakter des Werks.

War die Kirche bis dahin eh schon voll, so wurden nun auch die Gänge strapaziert; zum Finale traten auch die Kantorei und die Solisten hinzu. So umrundet von den Sängern, bot sich den mehreren hundert Zuhörern ein intensives Klangerlebnis. Auch optisch kurios: Weil Joachim Kluge, der das Orchesterdirigat übernommen hatte, hinter dem Flügel stand, wurde der Chor mithilfe eines „Doppeldirigates“ durch Hiroko Tsutsui-Fitschen geleitet.

Das Kernstück des Abends bildete die Messe in C-Dur. Das auf Lateinisch gesungene Werk für vier Solisten, Orchester und Chor mit immer wiederkehrenden Gottesdienst-Elementen zeigte Beethovens Komponierkunst schon bei seiner ersten großen Kirchenmusik. Das „Benedictus“ lebte von schnellen Wechseln strahlender Klangfarben, majestätisch mit den sprichwörtlichen Pauken und Trompeten in Szene gesetzt und fast zärtlichen Solisten- und Streicherpassagen. Das dramatische „Magnus Die“ mit drohenden Staccato-Akkorden, die sich vom Blech in die tiefen Streicher fortsetzen: Ein Gänsehaut-Moment, ebenso wie das gemurmelte „Misere“, aus dem die Klarinettenstimme hervorgeht oder die gut harmonierenden Stimmen von Dorothea Voßmeier (Sopran) und Tenor Henning Kaiser. Ihnen standen Altistin Julie Comparini und Torsten Gödde, in Scheeßel kein Unbekannter, in nichts nach. Das Fazit lautete nicht erst nach dem Agnus Dei in Moll: An mehr „Ludwig van“ könnte man sich glatt gewöhnen. 

hey

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