Politik bedient sich im Wahlkampf unterschiedlicher Strategien

So gehen die Parteien auf Stimmenfang

+
Längst haben sich auch die Parteien und Wählergruppen in der Gemeinde Scheeßel für die Kommunalwahl am 11. September in Stellung gebracht. 

Scheeßel - Von Lars Warnecke. „Am 11.9. 2016 – alle Stimmen für die CDU.“ Es bleibt abzuwarten, ob die Menschen dem subtilen Drängen der Christdemokraten etwas abgewinnen und am genannten Tag ihre Stimme abgeben – für die Union oder die Genossen der SPD, die Grünen, die FDP, UGS, WfB oder Alfa. Der Stichtag rückt näher. Von einem Wahl-„Kampf“ kann in Scheeßel jedoch kaum die Rede sein.

„Es gibt viele, die haben die Kommunalwahl bisher überhaupt nicht auf dem Zettel“, bestätigen Johannes Hillebrand für die SPD und Dirk Lange seitens der CDU. Anderthalb Wochen vorm Urnengang ist von Kampfstimmung um die Stimmen der Scheeßeler Bürger wenig zu spüren. „Weitestgehend respektvoll“ nennt denn auch Lange den Umgang der Parteien miteinander. Eine Einschätzung, die die politische Konkurrenz teilt. Wenig verwunderlich in Zeiten, in denen bis zum Wahlsonntag – bis auf einige wenige Ortsräte – keinerlei Sitzungen angesetzt sind. Statt von Debatten aufgeheizte Säle begnügen sich die Parteien und Wählergemeinschaften stattdessen mit eher harmonischen Slogans auf den Plakaten und Infoständen samstags vor dem Supermarkt, die es richten sollen.

Strategien sind verschieden

Dennoch unterscheiden sich die Strategien, mit denen auf Stimmenfang gegangen wird, enorm. Die SPD beispielsweise hat sich lediglich für vier Großtafeln in Scheeßel-Farben entschieden, auf denen ihre Kandidaten nebst dem Slogan „Scheeßel gewinnt“ abgebildet sind. „Wir wollten nicht den ganzen Ort mit Plakaten zupflastern und haben uns für diesen Weg entschieden“, gibt Johannes Hillebrand Auskunft. „Mit der Farbgebung wollen wir unseren Einsatz für die Gemeinde dokumentieren, die Partei spielt da die eher eine geringere Rolle.“

Wesentlich offensiver geht es die CDU an: „Wir haben unsere Schwerpunkte der politischen Arbeit der nächsten Jahre in den Motiven zum Ausdruck gebracht – alles unter dem Motto ,Ein Plus für Scheeßel’“, erläutert Dirk Lange. Damit hebe sich seine Partei „klar von der Werbung unserer Mitbewerber ab, die sich nicht trauen, ihre Themen zu benennen“.

Was alle festgestellt hätten: Die Resonanz auf die eigenen Plakate sei bis auf wenige Ausnahmen durchweg positiv. Eine Aussage, die Gabriela Villwock vom Bündnis Unabhängige Grüne Scheeßel (UGS) so nicht teilt. „Was ich bis jetzt gehört habe – es ist den Leuten zu viel; alles ist zugepflastert und die Spielwiesen, auf denen sich alle tummeln, sind austauschbar.“ Als Wählergemeinschaft werbe ihre Gruppe nicht mit Plakaten. Villwock: „Umweltschutz, Landwirtschaft, ein gutes Miteinander, gute Schulen – das wollen wir ja schließlich alle“, sagt sie mit Blick auf die Slogans. Was die Scheeßelerin im Gespräch mit den Bürgern erfahren haben will: „Viele wünschen sich, dass die politische Zusammenarbeit im Rat auch in Zukunft so gut klappt, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war.“

Wo aber drückt bei den Scheeßelern nun konkret der Schuh? „Ein Hauptthema an unserem Wahlstand ist ganz klar die Mitgliedschaft im HVV“, meint Johannes Hillebrand. „Wir sind da soweit wie noch nie und werden als Fraktion nicht eher ruhen, bis wir die entsprechenden Tickets aus dem Automaten an unserem Bahnhof ziehen können.“

Arthur Lempert von den Bündnisgrünen zählt gleich mehrere Druckstellen auf, die an seine Partei in persönlichen Gesprächen herangetragen wurden: „Flüchtlinge – hier besonders das nicht ausreichende Sprachangebot, der Biogasanlagenboom, die Abholzung auf dem Untervogtplatz, der Combi-Supermarkt – alles Themen, die die Menschen in unserer Gemeinde beschäftigen“, sagt er. Immer wieder zur Sprache würde darüber hinaus die hiesige Entwicklung von Baugebieten für Familien und Gewerbe kommen, lässt Dirk Lange wissen. Wie auch der Erhalt der Krippen und Kindergärten. Seine Partei setze im Wahlkampf „vor allen Dingen auf die guten Kandidaten, die sich im Kernort und den Dörfern um einen Sitz im Gemeinderat bewerben“. Gegen den Trend sei es gelungen, eine stark verjüngte Mannschaft zusammenzustellen.

Die Sozialdemokraten setzen indes darauf, „dass die Bürger gemerkt haben, dass wir in den vergangenen fünf Jahren gute Arbeit für Scheeßel geleistet und den Ort vorangebracht haben“, so Hillebrand. „Wir stellen unsere bisherige Arbeit und unsere Ziele inhaltlich dar und vertrauen darauf, dass die Bürger das anerkennen.“ „Klare Positionierungen unserer Politik, an denen die Bürger uns auch nach der Wahl messen können“ – das sei das Vorgehen der Grünen, erklärt Arthur Lempert. Nicht erst jetzt im Wahlkampf sei nach Auskunft von Gabriela Villwock die UGS: „Wir haben das Ohr immer bei den Leuten.“

Zum Thema:

Rotenburg: Parteien-Farbenlehre nach der Kommunalwahl noch offen

Mehr zum Thema:

Bilder: So machen sich die Bayern fit für Atletico

Bilder: So machen sich die Bayern fit für Atletico

Bilder: Max Mannheimer wird in München beerdigt 

Bilder: Max Mannheimer wird in München beerdigt 

Kochen mit den Landfrauen Verden 

Kochen mit den Landfrauen Verden 

Projektwoche der Rotenburger Schule am Grafel

Projektwoche der Rotenburger Schule am Grafel

Meistgelesene Artikel

Unfall am Bahnübergang: Mutter und zwei Kinder sterben

Unfall am Bahnübergang: Mutter und zwei Kinder sterben

Verein Simbav erntet Lob und Anerkennung

Verein Simbav erntet Lob und Anerkennung

Spielmannszug feiert 50-jähriges Bestehen

Spielmannszug feiert 50-jähriges Bestehen

Krönung der neuen Deutschen Kartoffelkönigin: Anna Lucia übernimmt

Krönung der neuen Deutschen Kartoffelkönigin: Anna Lucia übernimmt

Kommentare