Diskussion über Landschaftswarte

Die Frage nach dem Mehrwert

Bei Grünlandumbruch müssen Landschaftswarte häufig zwischen den Parteien vermitteln. Über ihre Zukunft berät am Nachmittag der Umweltausschuss des Landkreises. - Foto: Krüger

Scheeßel/Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Seit fast zwei Jahren läuft das Projekt. In einer Sitzung im Juli 2014 hatte der Rotenburger Kreistag die Bestellung von 13 Landschaftswarten beschlossen – für jede Kommune in ihrem Verwaltungsgebiet einen.

Der Startschuss fiel mit dem Jahresbeginn 2015, bisher war das Projekt auf zwei Jahre befristet. Am Mittwoch kommt das Thema beim Kreisumweltausschuss erneut auf dem Tisch. Auch die Gemeinden und Städte haben dazu bereits ihre Stellungnahmen abgegeben. Die Mehrheit ist für eine Fortsetzung, vier halten sich neutral. Die einzige Gemeinde, die laut Vorlage keinen besonderen Mehrwert darin sieht, ist Scheeßel.

„Die Einschätzung des zuständigen Fachbereiches wurde seinerzeit so getroffen, weil wir zum Zeitpunkt der Abgabe der Stellungnahme an den Landkreis noch keine besonderen Berührungspunkte mit dem Landschaftswart hatten“, begründet Gemeindebürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) auf Nachfrage. 

Es habe in den Jahren weder positive noch negative Erfahrungen oder Kontakt mit dem für Scheeßel zuständigen Klaus Lüdemann gegeben. Zusammengefasst ist der Landschaftswart aus Sicht der Bürgermeisterin schlichtweg Sache des Landkreises. Die Verwaltung aus dem Rathaus könne seine Tätigkeit nicht bewerten, so Dittmer Scheele.

Beteiligung der Kommunen und der Arbeitsgemeinschaft Naturschutzverbände

Neben der grundsätzlichen Fortsetzung des Projekts Landschaftswarte um zunächst ein halbes Jahr bis zum 30. Juni des kommenden Jahres sieht der Beschlussvorschlag, über den der Umweltausschuss ab 14.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rotenburger Kreishauses berät, eine neue Laufzeit von drei Jahren vor. 

Im ersten Quartal 2017 sollen darüber hinaus Kommunen und die Arbeitsgemeinschaft Naturschutzverbände an neuen Besetzungsvorschlägen beteiligt werden, die ab dem 1. Juli das Amt ausüben sollen.

Die Landschaftswarte sind der erste Ansprechpartner vor Ort, wenn es um Natur und Umwelt geht – sie sind eine Art Filter: Anfragen annehmen, gegebenenfalls Fotos vom Sachverhalt machen, dokumentieren und, sofern notwendig, an den Landkreis weiterleiten. Eine Aufgabe, die Lüdemann seiner Auffassung nach genau so ausgeübt hat. 

Der Hetzweger zeigte sich überrascht, dass seine Kommunalverwaltung keinen Mehrwert in seiner Arbeit sieht. Auch er bestätigt: „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war recht dürftig“, ganz anders als die Erfahrungen, die seine zwölf Kollegen gemacht hätten.

Viel Zeit und Arbeit investiert

Mittlerweile sei man dabei, sich aufeinander zu zu bewegen, so wurde er mittlerweile zu Ortsbegehungen eingeladen. „Ein erster guter Schritt“, bewertet der Jäger und Landwirt. Die Sache sei auf einem guten Weg.

Die Fortführung der Institution Landschaftswart ist seiner Ansicht nach definitiv wünschenswert. Viel Zeit und Arbeit habe er investiert, um einerseits das Image einer Naturschutzpolizei loszuwerden und andererseits Landwirte für den Naturschutz zu sensibilisieren. 

Er habe erfolgreich vermitteln können, mit kleinen Maßnahmen eine größere Wirkung zu erzielen. Beispiel: Die Landwirte in der Gemeinde schneiden ihr Gras erst später, um Bodenbrütern wie die Lerche nicht zu gefährden. Mittlerweile genieße sein Amt eine hohe Akzeptanz in Scheeßel, sagt er.

Auch Dittmer-Scheele verweist auf eine Jahresbesprechung zu Baum- und Strauchschnitt, an der Lüdemann teilgenommen hat. Insoweit freue sich auch Gemeinde in Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Landschaftswart. Und wenn der Kreisumweltausschuss dem Beschlussvorschlag des Landkreises zustimmt, kann diese schon bald beginnen.

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