Scheeßeler „Paunchy Lovers“ spielen im Jeersdorfer Hof 

Erdiger Rock zum Fünften

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Sängerin Petra Wesseler überzeugte mit ausdrucksstarker Stimme und viel Spaß auf der Bühne. 

Jeersdorf - Seit fünf Jahren prägt die Scheeßeler Kulturinitiative „Kis“ das musikalische Geschehen im Beeke-Ort mit. Zu ihrem Geburtstag ließ sie es – selbstverständlich mit einem Konzert – so richtig krachen, und das auch im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die „Paunchy Lovers“, die am Samstagabend den Jeersdorfer Hof rockten, schlugen etwas härtere Töne an, als es das Publikum von „Kis“-Konzerten gewohnt ist.

„Ein Wagnis“ nannte Patin Gaby Villwock, die seit mehr als drei Jahrzehnten persönliche Kontakte zu Drummer Lutz Wesseler pflegt, den Auftritt – und das auch wegen des musikalischen Spagats. Mit Singer-Songwriter Thorsten Finner im Vorprogramm bewiesen die Organisatoren nicht nur den Mut zu musikalischen Kontrasten, sondern sie schlugen auch einen Bogen zu den Anfängen, hatte der Rotenburger doch auf den Tag genau vor fünf Jahren den ersten Gig der „Kis“ im Nötelhaus bestritten.

Und auch für Finner schloss sich ein Kreis: „Hier habe ich als Support von Derrin Nauendorf meinen ersten eigenen Song gespielt – mit so viel Lampenfieber, dass ich zwei Minuten gebraucht habe, um in die zwei Akkorde reinzukommen“, so „Todde“ am Ende seines stimmigen Sets.

Die „Paunchy Lovers“, ein „schwachsinniger Name“, wie Sängerin Petra Wesseler am Anfang zweier energiegeladener Stunden gut gelaunt zugibt, verbringen einen Großteil ihrer Zeit im Übungsraum. So kommen mit rund 50 viel zu wenig Zuschauer in den Genuss eines der seltenen Konzerte. Dass ein Teil der Band früher als „Borderline“ mit professionellen Covern der 70er, von Zappa bis Deep Purple, im ganzen Land erfolgreich war – man hört es: in der Professionalität, mit der die Musiker Instrumente und Technik beherrschen, in der Professionalität auf der Bühne, in den immer wieder eingeworfenen lustvollen Saitensoli mit komplexen Läufen und auch in den inzwischen eigenen Songs, die ihre Wurzeln zumeist in der Musik der 70er haben. „Dabei haben wir alle ganz unterschiedliche Geschmäcker“, meint Lutz Wesseler, Teil der Familienband aus Brüdern, Ehegatten und Schwagern.

Sängerin Petra, die auf die rhythmischen Ideen von Schwager Lutz die Texte schreibt, nachdem Johannes Sigloch an der Gitarre den Grundstein für die Melodien gelegt hat, ist dem Blues verpflichtet. Das darf sie bei „Are you the One“, einem neueren Stück, zeigen. „An früheren Songs haben wir zum Teil lange gebastelt, und das hört man auch“, findet Drummer Lutz Wesseler. Die viele Rhythmus- und Tempiwechsel zeugen jedenfalls von einem hohen musikalischen Anspruch.

Das Publikum dankt es: Einige tanzen, viele nicken mit den Köpfen – die meisten so alt wie die Band, aus den besten Zeiten des handgemachten Rock’n’Roll. Und den gibt’s meist mit einer gehörigen Prise Funk oder Fusion und viel Lust am Spielen.

Da zeigt sich nicht nur Zuschauer Bobby Meyer, selbst Musiker, begeistert: „So eine Stimme, dann noch die Dynamik – und alles selbst geschrieben: Hammer!“ 

hey

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