Scheeßeler Sozialdemokraten und Unabhängige Grüne bilden eine Gruppe

Eine neue Allianz im Rat

Wollen zusammenarbeiten: Gruppensprecher Wolfgang Kirschstein (l.) mit seinen beiden Stellvertretern Gabriela Villwock und Detlev Kaldinski.

Scheeßel - Koalitionen sind oft Zwangshochzeiten, heißt es. „Nicht so bei unserer zukünftigen Zusammenarbeit“, beteuert die Fraktion der SPD und die neu gegründete Wählergemeinschaft Unabhängige Grüne Scheeßel (UGS). Beide werden für die kommende Wahlperiode des Gemeinderates eine Gruppe bilden und so bald unter dem Namen SPD/UGS firmieren.

Während die SPD nach der konstituierenden Sitzung am 10. November mit neun Ratsleuten in den Rat einziehen wird, reichen die Stimmen der UGS für zwei Ratssitze, die von Gabriela Villwock und Horst Raatz eingenommen werden. Das Duo saß in den vergangenen Jahren noch für Bündnis 90/Die Grünen im Parlament, hatte sich für die kommende Wahlperiode aber mit der neuen Gruppe zur Wahl gestellt.

„In diesem Fall gibt es keinen Zwang zur Gruppenbildung, aber viele Vorteile“, berichtet der wiedergewählte stellvertretende Fraktionsvorsitzende Detlev Kaldinski, der diese Funktion neben Gabriela Villwock auch in der neuen Gruppe einnehmen wird. Die Allianz sichere der Gruppe SPD/UGS nicht nur einen dritten Sitz im wichtigen Verwaltungsausschuss zu, sondern – je nach Größe – auch in den Fachausschüssen einen weiteren Sitz. „Außerdem kann man sich gegenseitig vertreten und so den Zeitplan der vielen Abendsitzungen besser koordinieren“, meint Villwock. „Das wäre für die UGS mit zwei Sitzen schwierig geworden.“ Eine derartige Konstellation, ergänzt Kaldinski, hätte sich in den vergangenen fünf Jahren schon bei der „Gruppe 57“ bewährt, die sich aus drei Einzelratsmitgliedern zusammen gefunden hatte. Warum die UGS nun mit den Sozialdemokraten koaliere, erkläre sich laut Villwock aus den „übereinstimmenden Auffassungen“, die man während der vergangenen Mandatszeit in sehr vielen Projekten gehabt habe. „Das hat uns die Entscheidung zugunsten der SPD natürlich leichtgemacht.“

Die Verantwortlichen der neuen Gruppe hoffen nun auf eine offene Ratsarbeit, zumal keine Fraktion im Scheeßeler Gemeinderat eine absolute Mehrheit besitzt: Die CDU zieht mit 14 Sitzen ins neue Parlament, die SPD mit neun, die Grünen sind mit zwei Sitzen vertreten, die UGS mit zwei und die FDP, die WfB und die Alfa jeweils mit einem Sitz. „Dieser Wettbewerb zwischen den politischen Gruppierungen hat Scheeßel zuletzt gutgetan und wird das hoffentlich weiterhin tun“, ist der bisherige Ratsvorsitzende Wolfgang Kirschstein (SPD) überzeugt. Der Westerholzer wird übrigens als Fraktionschef in die Fußstapfen von Johannes Hillebrand treten, der aus beruflichen Gründen kürzer treten will

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